Contaxe gibt auf

Contaxe
R.I.P – Contaxe

Contaxe gibt auf, so die Überschrift einer Mail die mich in der Mainacht erreicht hat. Contaxe scheiterte nicht an innovativen Ideen. Im Gegenteil, Contaxe bediente eine Marktlücke für die Webseitenbetreiber die da lautet: „Alternative Werbemöglichkeit zu Google“. Contaxe bot eine ernst zu nehmende Alternative zu Googles Werbeprogramm Adsense.

Im folgenden versuche ich eine einfache und verkürzte Darstellung abzugeben was es auf sich hat mit Contaxe, Adsense, Google.

Dieser Artikel wendet sich an den normalen Nutzer und zeigt dessen eigentliche Macht auf. Nehmt euch ein paar Minuten Zeit und erhaltet einen groben Einblick hinter die Kulissen der Werbemacht Google.

Erfahrt warum Matthias Hofmann, Chef von Contaxe dem Googlegründer Larry Page angeboten hat mit ihm in den Ring zu steigen um ihm eine aufs Maul zu geben. (weiterführende Links gegen Ende des Artikels)

Adsense Werbung, kontextsensitive Werbung

Wer kennt das nicht, man sucht mit Google nach etwas und wenig später zeigt jede Seite die Googlewerbung (Adsense) eingebunden hat mir passende Werbebanner und Textwerbung. Beziehungsweise wird zum Artikel passende Werbung automatisch eingebunden. Die allermeiste Werbung stammt von Google Adsense, einem Werbeprogramm bei dem man sich als Seitenbetreiber anmelden kann.

Damit verkauft der Seitenbetreiber zwar die Leser an Google, aber wen interessiert es wenn es möglicherweise dafür Geld gibt. Verkaufen tut der Seitenbetreiber seine Leser insofern als dass er Cookies zulässt die zu Google telefonieren und dort Bericht erstatten wer gerade vor dem Bildschirm sitzt und an was dieser gerade Interesse hat.

Das heißt am anderen Ende der Welt sitzt eine Maschine die genau weiß was man konsumieren will und diese Maschine versucht mit diesem Wissen Geld zu verdienen. Je mehr diese Maschine (Google) über einen weiß, desto besser gelingt dieses. Und um etwas in Erfahrung zu bringen gibt Google sich größte Mühe.

Soweit ist das nachvollziehbar und man könnte sagen das ist der freie Markt. Doch jetzt kommt die Suchmaschine Google der sich als Freund verkauft und ihr geheimer Algorithmus ins Spiel.

Der freie Markt, eine Illusion

Nun wissen wir, Google verkauft Werbung und ist absolut Marktbeherrschend.

Der normale Nutzer der keine Webseite hat und auch keine Lust hat sich mit dem ganzen zu beschäftigen tippt bei Google einen Suchbegriff ein. Was glaubt ihr wie fair und unzensiert die Suchergebnisse sind? Abgesehen von den bezahlten Werbeplätzen überhalb und seitlich der Suchergebnisse, was glaubt ihr wie die folgenden „normalen“ Suchergebnisse zustande kommen? Steckt dahinter ein Algorithmus der alle Webseiten gleich behandelt? Oder manipuliert Google die Suchergebnisse in der Richtung dass „Googlefreunde“ ganz weit oben erscheinen?

Der geheime Algorithmus

Der Algorithmus von Google ist geheim. Dieser Algorithmus sorgt dafür dass die Suchergebnisse zustande kommen, dieser Algorithmus sorgt dafür ob eine Seite ganz oben oder auf Seite eins erscheint oder ob eine Seite überhaupt nicht erscheint.

Dieser Algorithmus sorgt dafür dass unliebsame Seiten (aus Sicht von Google) nicht erscheinen. Nun überlegt mal was eine unliebsame Seite aus Sicht von Google, einem Privatunternehmen, sein könnte? Genau, das sind zum Beispiel Seiten die sich nicht als Googlefreund erweisen und zum Beispiel nicht am Google eigenen Werbeprogramm Adsense teilnehmen sondern sich Konkurrenzunternehmen zuwenden.

Zur Not legen Googlemitarbeiter noch manuell Hand an um Suchergebnisse so zu gestalten wie es dem Unternehmen dient. Es ist also nicht unbedingt der Inhalt der bei den Suchergebnissen von Google eine Rolle spielt, es ist auch mit entscheidend ob man Googlefreund oder Googlefeind ist.

Warum gibt Contaxe auf?

Ist doch alles freier Wettbewerb, warum gibt Contaxe auf?

Die Googlesuchmaschine ist marktbeherrschend. Das heißt Google kann Inhalte gut oder schlecht finden und Inhalte verbannen so dass sie niemals in Suchergebnissen auftauchen. Diese marktbeherrschende Stellung ist das Problem.

Diese Stellung erreicht Google nur durch uns, nicht aus eigener Kraft. Wir sind es die Google groß machen und groß gemacht haben. Wir sind es die Google unsere Daten kostenfrei zur Verfügung stellen und Google damit nahezu zum Alleinherrscher über Daten gemacht haben.

Im Gegenzug erhalten wir Suchergebnisse die Google als für sich richtig empfindet. Google entscheidet darüber was guter Inhalt ist und was schlechter Inhalt ist. Das ist Zensur und gleicht der Bücherverbrennung. (Dringend sei hier noch erwähnt dass auch Staaten der sogenannten freien westlichen Welt der Google Suchmaschine Vorschriften machen. Besonders Großbritannien tut sich da hervor. Dass in Diktaturen da nochmal eine starke Zensur stattfindet ist klar.)

Was erwarten diejenigen die eine Suchmaschine nutzen? Man erwartet Ergebnisse nach Relevanz, man möchte Ergebnisse die der Suchanfrage entsprechen. Wenn man aber Ergebnisse erhält die von Geld geleitet sind, dann sind das keine echten Ergebnisse. Die Ergebnisse mögen gut sein und bringen auch relevante Inhalte, aber diese Ergebnisse sind von Geldinteressen geleitet und bringen nicht in jedem Fall das beste Suchergebnis, so Matthias Hofmann von Contaxe. (Dieses trifft auf alle Fälle dann zu wenn man einen Link in den Artikel einbaut den Google als nach den eigenen Hausregeln als „Nutzerunfreundlich“ ansieht.)

Das muss man sich immer vor Augen führen, Google ist ein Privatunternehmen und handelt so.

Und darum gibt Contaxe auf. Google hat nachweislich (laut Matthias Hofmann/ Contaxe) Seiten die mit Contaxe zusammen arbeiten abgestraft. Abgestraft ist ein Begriff den Suchmaschinenoptimierer gerne verwenden. Abgestraft bedeutet: Dem Seitenbetreiber werden Leser entzogen. Man rutscht in den Suchergebnissen von Google (bitte immer daran denken, Google ist ein Privatunternehmen) nach hinten. Nicht unten auf Seite eins oder auf Seite zwei oder drei, nein man rutscht auf „ferner liefen“.  Somit bleiben die Besucher der Seite aus.

Dieses ist deshalb so wirkungsvoll da Google einen Marktanteil auf dem europäischen Markt von über 90% hat. Da kann der Inhalt noch so gut sein, ist man Googlefeind und ist man im Visier von Google hat man so gut wie keine Chance eine größere Anzahl an Lesern zu bekommen. Und man kann schneller Googlefeind werden als man dieses Wort schreiben kann.

Contaxe ist in den Augen von Google ein Feind. Und natürlich auch die Webseitenbetreiber die mit Contaxe zusammen arbeiten. Genau diese Seiten sind es ja die in den Suchergebnissen nach hinten rutschen. Dass diese Seitenbetreiber dann nicht mehr mit Contaxe zusammenarbeiten ist die Folge und somit wird dem Unternehmen Contaxe die Geschäftsgrundlage entzogen. Es ist David gegen Goliath. Und 90% der Nutzer unterstützen Goliath ohne dass es diesen richtig bewusst wird. Denn Goliath verkauft sich excellent als der Gute.

Randbemerkung: Nicht nur Seitenbetreiber die mit Contaxe zusammen arbeiten rutschen nach hinten, sondern auch die, die sich auf andere Werbeformen einlassen. Alles woran Google kein Geld verdient ist zunächst potentiell Googlefeind.

Führen wir uns nochmal vor Augen: Dieses ist nur möglich weil wir uns Google anvertrauen, weil wir Google und deren Produkte ohne zu hinterfragen nutzen.

Erschreckend oder nicht?

Naja, sehe ich mir manche Nutzer an, so ist es denen egal was Google macht. Auf der anderen Seite wird aber virtuell auf die Barrikaden gegangen wenn zum Beispiel Snowden über die NSA berichtet. Wie schlimm es doch ist wie wir ausspioniert werden und man pocht auf die persönliche Freiheit.

Google sitzt längst im Boot der Politik und wird von hofiert. Google ist längst in die Militärtechnik und Abhörtechnik eingestiegen. Google arbeitet längst schon am Modell gläserner Bürger und ist schon viel weiter als manche sich erträumen lassen. Die Datensätze von Google sind längst bei Geheimdiensten heißbegehrt. Ob Google diesen Kontakt freiwillig sucht mag ich nicht behaupten.

All das sollte uns bewegen die Google Suchmaschine mit Vorsicht zu nutzen. Denn wir sind es die bei jedem mal wenn wir Google nutzen auch die Dinge befördern die wir nicht wollen.

Google geht sogar noch einen Schritt weiter, Google sind selbst die laschen Datenschutzbestimmungen der USA zu streng und arbeitet daran die Server auf Niemandsland auszulagern und zwar auf hohe See. Riesige Arbeitsplattformen und Schiffe sind in Planung und sollen auf hoheitsfreiem Gebiet operieren. Google kann dann mit Daten agieren wie es will. Und natürlich kann Google diese Daten dann auf hoher See den Geheimdiensten überlassen. Vielleicht werden diese Daten direkt einem Geheimdienst überlassen als Gegenzug für militärischen Schutz.

Die Links die ich versprochen habe

Ankündigung dass die Plattform eingestellt wird

Das Faustrecht (Offener Brief an Julia Holtz, Google-Direktorin Wettbewerb)

Contaxe wird bei Ebay verkauft

Frankfurter allgemeine Zeitung: Warum wir Google fürchten

Der NSA Skandal ist nur die Spitze des Eisbergs

Selbständig im Netz mit einer anderen Sicht auf den Fall Contaxe

Aus dem Blickwinkel eines Bloggers der bei Contaxe aktiv war

Alternativen

Der Fall Contaxe aus der Schweiz zeigt dass die Allmacht Google seine Stellung gnadenlos ausnützt. Wir haben ein Googlenet und kein Internet.

Es wird Zeit sich um Alternativen zu kümmern. Man muß nur aufpassen dass man nicht eine Suchmaschine verwendet die wieder auf die Googlesuche aufbaut. Auch zu Google Maps gibt es eine Alternative, nämlich Open Street. Oftmals ist diese genauer und hat mehr Funktionen wie Informationen für Fahrradfahrer.

Tipps für eine Alternative Suchmaschine möchte ich keine geben, denn es zeigt sich dass dieses gerne als Bevormundung abgetan wird. Achtet in dem Atemzug gleich darauf dass ihr eine Suchmaschine verwendet die eure Suchanfragen anonymisiert.

Google ist kein Freund

Google ist eine gute Suchmaschine, ohne Zweifel, doch Google ist nicht dein Freund.

Viele denken sich nichts dabei wenn sie die Google Suchmaschine nutzen. Es ist so einfach schnell mal ein paar Suchbegriffe einzugeben und scheinbar das beste Ergebnis dazu zu erhalten. Jedesmal Google zu nutzen bedeutet auch dass der Datensatz den Google über den Nutzer hat größer wird. Google kann heute schon sagen wer welches Hobby betreibt oder wer unter welcher Krankheit leiden könnte. Es ist um ein vielfaches schlimmer als George Orwell sich jemals ausgedacht hat.

Wer nichts zu verbergen hat braucht nichts zu befürchten werden jetzt einige sagen. Erstens passt so ein Satz zur Stasi oder zum Geheimdienst einer Diktatur und nicht zu einem freiheitlich und selbstbestimmten Menschen und zweitens hat jeder genug zu verbergen. Ich werde ganz sicher nicht meine Steuererklärungen, meinen Kontoauszug oder meine Krankenakte auf die Straße zur Einsicht hinstellen.

Google ist ein Privatunternehmen und möchte Geld verdienen. Alles was Google scheinbar gibt gilt alleine dem Unternehmensumsatz. Ansonsten interessiert sich Google nicht für euch. Google ist weder daran interessiert euch die besten Suchergebnisse zu liefern noch interessiert der Datenschutz.

Google ist ein Machtunternehmen und arbeitet als solches auch mit staatlichen Stellen eng zusammen. Google ist längst keine Suchmaschine mehr, Google ist längst tätig auf dem Gebiet der Kampfroboter und der lückenlosen Überwachung von Haus, Auto, Mail und Telefon. Google arbeitet auf das engste mit dem amerikanischen Geheimdienst zusammen. Und dieser hat nicht vor uns die Freiheit zu gewähren wie es in einem freien Land sein sollte (und Merkel bestärkt die amerikanischen Geheimdienste auch noch darin).

Wie gut war Contaxe wirlich?

Ich weiß es nicht, ich habe Contaxe nicht verwendet, ich verwende auch kein Google Adsense. Doch Contaxe stellte zunächst eine Alternative dar was generell zu begrüßen ist. Viele Webseitenbetreiber waren wohl recht zufrieden mit dem Service von Contaxe.

Mein Fazit

In wieweit die Vorhaltungen von Matthias Hofmann stimmen dass Seiten mit Inhalt von Contaxe benachteiligt wurden kann ich nicht sagen. Ich weiß nur dass Google generell es kritisch sieht wenn man Werbemodelle ausserhalb von Adsense nutzt. Auch ist sicher dass Google ein Privatunternehmen ist und deshalb Gewinne machen muß und möchte. Auch ist sicher dass Google seine Marktmacht ausnutzt.

Ich persönlich finde es schade dass sich eine Alternative verabschiedet.

Erweitertes Fazit

Nun habe ich mich etwas durch verschiedene Meinungen gelesen. Google alleine die Schuld zuzuschieben ist wohl nicht der richtige Ansatz, einiges liegt wohl auch in der Firma Contaxe selbst begründet. Dem kann ich nicht widersprechen da ich weder Contaxe noch Adsense nutze.

Dass Google aber den europäischen Werbemarkt aufräumen will ist unumstritten, das hat Matt Cutts, Sprachrohr von Google, selbst angekündigt.

Roland Engert

Danke fürs lesen. || Wenns gefallen hat würde ich mich über einen Klick bei Twitter, Facebook oder Google+ freuen. Der Lohn eines armen Bloggers sind Likes, G+ oder Netzgezwitscher. || In Bayern geboren, in Ostfriesland lebend.

19 Gedanken zu „Contaxe gibt auf

  1. Hallo Roland,

    du hast bisher den lesenswertesten Artikel verfasst und die Hintergründe beleuchtet. Ich hatte vor einiger Zeit über Contaxe und Google berichtet: „Warum der NSA-Skandal nur die Spitze eines Eisbergs ist“. Ich hoffe Herr Hofmann findet wenigstens einen Käufer für seine Technologie.

  2. Danke erstmal für die Aufnahme im Beitrag. Wenn Contaxe genug Aufmerksamkeit in den Medien bekommt, findet sich bestimmt ein Käufer. Lustig wäre es wenn Google die Firma übernimmt =)

    Gruß
    Johann

  3. Contaxe hat zwar etwas weniger ausgezahlt als Google Adsense, war aber viel benutzerfreundlicher und individueller. Ich freue mich schon auf den Kampf 😉

  4. Wieviel ist denn Cotaxe wert?
    Wenn die Seite den Kampf gegen Google aufgibt, warum sollte sich dann ein Investor das antun?

  5. Hallo Urs, das sind gute Fragen die sich sicher viele stellen. Ganz sicher ist davon auszugehen dass eine Menge an Know How in dem Unternehmen steckt. Dazu kommt ein gewisser Bekanntheitsgrad.
    Gibt es ein Unternehmen das genau so etwas braucht, keine Ahnung – ob Yandex oder wer auch immer, ist das sicher das Geld wert.

    Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, das ist aber Spekulation, dass bei einer Insolvenz nachweislich versucht werden muß das Unternehmen zu vermarkten um den Schaden gering zu halten. Ich kenne die Gesetzgebung nicht, möglich wäre es aber.

    Oder ein Gründer macht etwas anderes in der Werbeszene, braucht aber den Kundenstamm und zumindest Teile des Know How – dann wäre das mitunter sogar ein Schnäppchen.

    Wie gesagt, alles nur Spekulation.

  6. „(…) Es wird Zeit sich um Alternativen zu kümmern (…) Man muß nur aufpassen dass man nicht eine Suchmaschine verwendet die wieder auf die Googlesuche aufbaut. „

    Damit ist es ja nicht getan, wenn man nur eine andere Suchmaschine verwendet. Das Googlenet (wie Du es richtig nennst), existiert ja unabhängig davon. Wenn man sich einmal überlegt, wo Google überall die Daten zusammensammelt: Google-Analytics, eingebundene Youtube-Videos, Google-Fonts, Google+ Button, AdSense, ….
    Bei jedem Seitenaufruf wird so ein Nutzerprofil ganz unbemerkt erstellt – sogar ganz ohne Suchmaschinennutzung.
    Das alles muß ja ersetzt werden, um der Datensammelwut von Google das Wasser abzugraben – und das müßten alle Webseitenbetreiber machen. Was natürlich gleichzeitig heißt, auf einiges an Bequemlichkeit zu verzichten. Google-Analytics ist mit Sicherheit einfacher zu bedienen – und vor allem: pflegen! – als eine eigene Piwik-Installation (die noch dazu eine Datenbank und Speicherplatz braucht – also ggf. auch noch zusätzliche Kosten verursacht).

    Ich kann mir unter diesem Umständen schon sehr gut vorstellen, daß andere Werbeanbieter Probleme bekommen, gegen diese Übermacht „anzustinken“.
    Ich kann es jetzt nicht beurteilen, was bei Contax passiert ist – ich hatte noch nie Werbung bei mir geschaltet. Google AdSense hatte ich zwar vor einiger Zeit einmal probiert – ich wurde aber nicht zugelassen. Grund war damals urheberrechtlich geschütztes Material. Es war mein eigenes 😛

    Den Offenen Brief von Contax finde ich nun … hm, trotz allem Frust nicht die feine englische Art. Auch wenn er sachlich richtig ist, vor allen in zwei Punkten: Lobbyarbeit und dieser Satz „Erfüllungsgehilfe von Google.“.
    Es macht alles in allem nachdenklich. Irgendwo beruhigend, daß ich nicht der einzige bin, der das so sieht. 🙂

  7. Hallo Broken Spirits,
    da gebe ich dir recht, es wäre für viele ein nahezu radikales verändern des täglichen Workflows notwendig um von Google „wegzukommen“. Nun wissen wir Webmaster natürlich um diese Dinge, können uns etwas überlegen und auch handeln. Doch den normalen User der sich damit nicht beschäftigt wird das kaum kümmern. Auch ich, der im Grunde Googleskeptisch ist, hat eine Reihe Verknüpfungen mit dem Konzern.

    Adsense – ja, auch ich war mal in dem Programm, aber nicht für mich, sondern in Funktion als Vorsitzender eines Vereins. Einige Mitglieder meinten es zu gut, klickten zu häufig und den Schaden habe ich. Da ist Google auch nicht bereit sich damit zu beschäftigen. Da sieht man die Allmacht – ein Fehler und Google kann die Existenz zerstören. Gut dass ich von Adsense nicht abhängig bin und es auch sonst auf keinem Projekt eingebunden habe.

    Soweit ich inzwischen quergelesen habe, hat Contaxe selbst auch Fehler gemacht, es ist also nicht nur Unschuldslamm gegen die böse Macht. Die Frage ist, ob als Unschuldslamm dieser Weg unausweichlich gewesen wäre? Fakt ist jedenfalls dass Google auch manuell gegen unliebsame Seiten vorgeht. Sie macht von ihrem „Hausrecht“ rigoros Gebrauch. Das ist das Wesen eines Unternehmens das dafür da ist Geld zu erwirtschaften.

    Äußerst interessant fand ich auch den Artikel in der FAZ (siehe Links im Artikel) wo selbst der Springerverlag (und der hat nun wirklich viel Macht entgegen zu setzen) sich vor Google fürchtet.

  8. Ja aber was macht man wenn man von Google anstatt zum Googlefeind zum Google Staatsfeind erklärt wird? Wenn man also aus unerfindlichen Gründen von allen Google Werbeformen ausgeschlossen wird!?

  9. Das ist eine gute Frage die ich so recht nicht beantworten kann. Generell ist es empfehlenswert sich mehrere Partner auszusuchen, sich mehrere Standbeine zu verschaffen. Das ist eine pauschale Antwort, ich weiß, aber ich bin für Werbung nicht der Fachmann. Ich mach halt ein bisschen was, aber ob es optimal ist oder ob es besser ginge – keine Ahnung. Viel Tipps kann man zum Beispiel auf den Blogs von Peer Wandinger lesen. Gibt aber sicher auch andere. 🙂

  10. @Frank: Diese Frage interessiert mich auch und ich probiere es gerade aus. In vielerlei Hinsicht. Zum einen ist mein Blog mittlerweile komplett googlefrei (mit Ausnahme des statischen g+ Buttons, der aber erst die Datensammelwut befriedigt, wenn den jemand anklickt). Von einem normalen Besucher kriegt Google bei mir nichts mit. Selbst Youtube-Videos sind allesamt rausgeflogen. Nur da, wo es (inhaltlich) nicht anders ging, gibt es noch eine Verlinkung zu dem entsprechenden Video.

    Der andere Punkt (und da sind wir bei der Lobbyarbeit) wo Google massiv in die Gesetze eingreift, ist das Urheberrecht. Da betreibt Google massiv Propaganda. Im Google-Vorstand wurde das auch mal selbst sehr deutlich gesagt: Urheber sollen gezwungen werden, ihre Arbeiten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Erfüllungsgehilfen hierzu gibt es im Internet ja mehr als genug. Leider.

    Für mich war die neue Bildersuche (die ich als logische Konsequenz der obigen Aussage sehe) Anlaß, Google komplett aus bestimmten Bereichen meiner Webseite auszusperren(robots.txt, htaccess usw.).
    Ich mache mittlerweile also quasi immer das Gegenteil von dem, was Google in seinen Webmaster-Richtlinien empfiehlt. Die Konsequenzen sind derzeit noch nicht gravierend aber tendenziell doch absehbar: ich höre auf zu existieren. Zumindest im Internet. Google braucht da überhaupt nichts machen.

    (Links – es wären einige, darunter auch „Eigenwerbung“ -also Links auf eigene Blogartikel) bleibe ich an dieser Stelle mal noch schuldig. Als Neukommentator weiß ich noch nicht, was hier gerne gesehen wird und was nicht 😉 )

  11. @Broken Spirits, mach nur 🙂 Passt ja alles hervorragend zum Thema.

  12. Hallo zusammen,

    Gerade als ich auf der Suche wahr nach alternativen Einnahmemöglichkeiten wurde ich auf Contaxe aufmerksam, aber leider zu spät! Ich hätte mir den Anbieter gerne angeschaut, habe so weit eigentlich nur Gutes darüber gelesen.

    Gruß Christian

  13. Wieder mal verliert der kleine gegen den großen. Hätte Contaxe so weiter gemacht dann wäre Adsense irgendwann in der Versenkung verschwunden.

  14. Ich hoffe das viele Menschen deinen erstklassigen Artikel lesen. Vor allen Dingen die Kiddies, die ahnungslos auf Ihren Smartphones rumhacken leben doch in den meisten Fällen auf dem Planet der Ahnungslosen. Diesen Artikel müsste man wirklich mal einer breiteren Masse zugänglich machen.

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