Fotografische Lücke – der flüchtige digitale Nachlass

Fotoalbum -fotografische Lücke

Jedes Jahr wieder… kommt Weihnachten, aber das meine ich gar nicht.

Jedes Jahr räume ich um diese Zeit meine Festplatte auf, lösche Programme die ich nicht mehr brauche und schaue mir die Bilder an die ich so während des Jahres gemacht habe. Für dieses Jahr sind das 13,5 GB, verteilt auf 2643 Dateien. Davon muss man aber wieder einiges abziehen, denn Bilder die ich bearbeite, kopiere ich in einen extra Ordner so dass das Original immer erhalten bleibt. Bereinigt bleiben so 2000 Bilder und Filme.

Achtung – Fotografische Lücke

Nun rede ich immer davon dass es irgendwann eine fotografische Lücke geben wird obwohl noch nie soviel fotografiert wurde wie heute.

Das meiste landet auf Festplatten die irgendwann den Geist aufgeben oder nicht mehr lesbar sind. Es gibt Bücher die sind 1000ende Jahre alt, es gibt Fotos vom Anbeginn der Fotografie. Wie das digitale Erbe der Fotos aus Kamera und Handy sein wird kann keiner sagen. Aber sicher ist, digitale Dateien sind flüchtig, sie unterliegen einem rasanten Verfall und sind ständig der Gefahr eines technischen Defektes zum Opfer zu fallen.

Enkel die wissen wollen wie es denn im Jahre 2015 war und man hat nur digital alles festgehalten werden ein echtes Problem haben. Kinder die auf Kinderfotos zurück greifen wollen werden das häufig nicht mehr tun können.

Dias sind haltbar, Buchdruck ist haltbar und Fotos die bereits Jahrzehnte auf dem Buckel haben kann ich heute immer noch ansehen. Sie dürfen halt nicht das ganze Jahr der Sonne ausgesetzt werden.

Also rede ich jedes Jahr um diese Zeit mir selbst gegenüber den Mund fusselig die Bilder ausdrucken zu lassen, ein Fotobuch zu machen oder gar einen Fotodrucker zu besorgen.

3 Wege für die Nachwelt

Es gibt 3 Wege um der Nachwelt zu zeigen wie es denn in unserer Zeit war. Oder für einen selber wenn man in 10 oder 20 Jahren mal in der guten alten Zeit rumblättern möchte.

1- Bilder ausdrucken lassen: Hat den Vorteil dass es recht günstig ist und das innerhalb einer angenehmen Zeit auch machbar ist. Der Nachteil ist der dass man vielleicht im Nachhinein ein Bild übersehen hat und wieder losrennen muss. Zudem hat man nicht die Kontrolle wie der Druck tatsächlich wird.

2- Fotobuch erstellen: Eine elegante Lösung, aber nicht gerade günstig. Dazu kommt dass der Druck auch böse Überraschungen enthalten kann, man eine Zusammenstellung trifft die im Nachhinein nicht mehr passend ist. Aber für bestimmte Anlässe eine gute Wahl.

3- Fotos selbst drucken: Die unabhängige und sympathischste Lösung, wenn auch nicht günstigste Lösung. Man kann sich die Bilder die man als wichtig erachtet zum Beispiel mit einem Fotodrucker ausdrucken wann man möchte und kann diese, was ich besonders mag, in ein nahezu altmodisches Fotoalbum kleben. Für einen guten Druck braucht es aber spezielle Fotodrucker, das leisten herkömmliche Drucker nicht.

Fazit

Ich habe das eine oder andere Fotoalbum. Darin verlieren sich auch Eintrittskarten, die eine oder andere Ansichtskarte oder gar ein Brief. Der Vorteil des selbst Ausdruckens gegenüber dem Bilder ausdrucken lassen ist der dass man noch ausgewählter vorgeht und man es in eigener Kontrolle hat was dabei heraus kommt.

Oft kann man die Bilder noch vorher verschönern und korrigieren. Wenn ihr wollt dass eure Kinder oder Enkel eines Tages zusammen sitzen sollen und sehen sollen was ihr so gemacht habt, macht was. Dieses alleine einer Festplatte zu überlassen ist nicht der richtige Weg. Dieser Weg des digitalen Nachlasses ist flüchtig.

Zur Statistik, 2014 habe ich 20,4 GB an Fotos und Filmchen in 3814 Dateien erstellt. Oh man, ich hoffe auf lange Wintertage um das alles zu sichten.

Roland Engert

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2 Gedanken zu „Fotografische Lücke – der flüchtige digitale Nachlass

  1. Ja, digitale Foto-Archivierung ist ein Thema für sich. Echte Lösungen noch überhaupt nicht in Sicht. Die Digitale Fotografie kam mit so einem Hype, daß alle vergessen haben, wie es um die Archivierung bestellt ist.
    Da ich kein großer Alben-Fan bin (bekäme ich heftige Platzprobleme), sichere ich alles Doppelt (DVD und Ext.HDD), und alle 2-3 Jahre bewege ich sie durch umkopieren und neu brennen. Mehr kann man momentan einfach nicht machen.
    Hier hinkt die Technik ein bischen, denn in dem Maße, wie Digitale Kameras immer mehr Pixel bekommen, werden die Archiv-Medien immer kurzlebiger.

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