Kochen 2.0

Nach Web 2.0 haben viele Bereiche ein Update auf 2.0 erfahren.

Als ich letztlich über den Thermomix gestolpert bin, ist mir klar dass davon auch das kochen nicht unberührt blieb. Genau genommen würde ich die Zahl viel höher setzen. Denn von der Mammutkeule über dem offenen Feuer bis hin zur Microwelle gab es viele Innovationen in der Küche. 

Was habe ich mit kochen am Hut?

Naja, ich esse gern leckere Sachen, aber deswegen kann ich noch lange nicht kochen. Am meisten mit kochen habe in dem Punkt zu tun, dass meine Mutter gelernte Köchen war und meine Oma hervorragend kochte.

Ich selbst übe mich auch im kochen, aber selbst ein Schnellkochtopf überfordert mich in meinem Verständnis was kochen anbelangt.

Pfanne, Nudeln kochen, Essen in der Mikrowelle zubereiten , das sind die Bereiche in denen ich mich mehr oder weniger erfolgreich bewege. Natürlich haben Fertigpizza und Fertigsuppe Einzug gehalten. Vor allem in der Zeit als Alleinunterhalter, sprich Singledasein. Gemüse empfand ich als schön anzusehen aber nicht in den Workflow passend.

Ich weiß, zu jemanden der bei dem inzwischen führenden Unternehmer Rational von Großküchengeräten gelernt hat mag das nicht passen. Allerdings war ich nur für die Technik zuständig.

Kochen bei Oma

Wenn es um meine Oma und meinen Opa geht, hole ich gerne etwas aus.

Meine Oma war eine herausragende Köchin. Hausmannskost in leckerster Form war ihre Spezialität. Für Hochzeiten im Dorf wurde sie immer als Köchen angefragt.

Nun muß man wissen, meine Oma und Opa lebten in einem kleinen Dorf mit 300 Einwohnern. Die Welt war noch in Ordnung, zumindest war sie nicht überreguliert und ein normales ländliches Leben war möglich.

Die Landwirtschaft war eher kleinräumig angelegt, die Hühner liefen frei herum und eine Streuobstwiese galt als sinnvoller Landbau. Auch Hausschlachtungen waren üblich, direkte Nachbarn bekamen immer etwas ab.

Es gab kein fließend Warmwasser und zum baden mußte das Wasser erst in einem großen Wasserkessel, in dem auch Wäsche gewaschen wurde, erhitzt werden. Klingt aus heutiger Sicht fast unmöglich, ich jedenfalls bin froh dieses so erlebt zu haben.

Entsprechend solide und rustikal war auch die Küche ausgestattet. Zentraler Punkt war ein Holzofen zum kochen und backen. Es muß wohl eine große Kunst gewesen sein, die richtige Temperatur hin zu bekommen. Meist geschah das durch geschicktes verschieben der Töpfe über dem Feuer und den kälteren Zonen auf der großen gußeisernen Kochplatte. Wie man damit einen Kuchen backen konnte ist mir ein Rätsel. Aber es ging, es gab bei Oma den leckersten Zwetschgendatschi.

Auch das Kochgeschirr war aus heutiger Sicht einfach. Eisenpfanne, emaillierte Töpfe und emaillierte Backbleche. Was nicht ganz so dazu passte waren dann die kleinen Küchenhelfer aus Plastik die immer mehr Einzug hielten, sowas wie Vorratsdosen oder Nudelsiebe.

Die Vorratshaltung war eine ganz andere als wir sie heute kennen. Es gab einen kühlen Raum, genannt Speise. Dort stand vorgekochtes in den Regalen und es hingen Würste an Schnüren von der Decke. Für Kartoffeln und den Most, der selbst angesetzt wurde, gab es ein Gewölbe unter dem Haus. Ideale Lagerbedingungen die heute kaum ein Haus aufzuweisen. Erst später hielt ein Elektroherd Einzug in die Küche – als Nebenherd.

Kochen bei Mutter

Kochen bei Mutter war für damalige Zeit ein modernes Kochen. Elektroherd und vielerlei Helfer und Mixer. Auch den allseits bekannten Küchenmixer von Vorwerk gab es in der Küche. Mutter mußte immer sparsam kochen. Es ist nicht leicht 3 Kinder zu versorgen. Dennoch gab es immer leckeres Essen. Manchen Geschmack habe ich heute noch in Erinnerung aber nie wieder erlebt.

Kochen bei der Freundin

Meine Freundin kocht ebenfalls hervorragend. Sie kann extrem gut mit Gemüse umgehen. Selbst aus Kürbis zaubert sie ein gutes Essen. Früher habe ich Kürbis höchstens als Zierrat angesehen. Hier ist der E-Herd ein der Zeit entsprechender Kochherd. Ein Mikrowellenofen der neuesten Generation unterstützt die Küchenarbeit. Trotz all dieser Innovation, koche ich wird es recht einfach. Zudem koche ich gerne sparsam, also am liebsten nur auf einer Flamme und versuche die fertigen Speisen warm zu halten. Gelingt nicht immer, aber mir schmeckts.

Die Weiterentwicklung

Nicht dass Missverständnisse aufkommen. Mit Update meine ich nicht Oma, Mutter, Freundin und nun jemand anderes.

Ein einfacher Hobbykoch und Mammutkeulenbrater wie ich denkt, die Innovation dürften das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Weit gefehlt, ich entdeckte Thermofix von Vorwerk.

Zwar gibt es dieses Gerät nun schon länger, habe es aber erst die Tage gesehen. Mit diesem Ding scheint alles möglich zu sein. Für eine Küchenmaschine ist es selbstverständlich Teige zu kneten und Nüsse zu zerkleinern. Doch hier kommt noch eine ganze Menge anderer Dinge hinzu.

Rührt man einen Kuchenteig an, so hilft die eingebaute Waage. Man hat die Hände frei während das Gerät die Zutaten vermengt. Die eingebaute Waage lässt sich immer wieder auf 0 zurück setzen und man kann die Zutaten einfach immer wieder dazu wiegen.

Doch rühren wäre zu wenig, man kann damit kochen. Ob Gemüse garen oder Marmelade kochen, alles gelingt mühelos. Und man kann es in 5 Minuten reinigen, was mir entgegen kommt.

Noch bin ich am surfen um mehr zu erfahren. Habt Ihr Erfahrungen, so hinterlasst doch einen Kommentar.

(um Spekulationen vorzubeugen, das ist kein Werbeartikel. Ich bin wirklich erstaunt was es so alles gibt.)

Roland Engert

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In Bayern geboren, in Ostfriesland lebend.

3 thoughts to “Kochen 2.0”

  1. Mit Schnellkochtopf zu kochen finde ich auch wahnsinnig kompliziert und lasse es gleich ganz sein….Aber die Oma-koch-Zeiten auf einen Feuerherd mit gußeisener Platte, einem Schürhaken und dem Spiel mit Feuer – Holz und Asche kenne ich auch und das ganze frische Naturgemüse aus dem Garten hinten dran, sogar Brunnenwasser gab es 😉
    War aber nicht gerade zeitsparend eher aufwendig….

    PS: die rostige crazy-crow premium-dose kommt richtig gut an

  2. Zeitsparend war das vermutlich nicht, das stimmt.
    Aber Zeit war damals ein anderer Begriff. Zum telefonieren ging man zum Nachbarn, in dem Fall zu meinem Onkel. Der hatte als erste eines im Dorf. Er hatte auch den ersten Farbfernseher.
    Zum einkaufen ging man in einen kleinen Laden. Diesen Duft findet man heute nicht mehr. Irgendwie werde ich gerade romantisch-sehnsüchtig. 🙂

    Ok, hier ist es auch etwas langsamer als im Rest der Republik. Wer Hühner hat der stellt die Eier vor die Haustüre mit einer Pappschachtel für das Geld. Ebenso macht das der Imker und derjenige der viel Marmelade hat. Hier kommt keine Aufsichtsbehörde die das unterbindet. Aber dennoch ist es viel hektischer als damals. Schon alleine die Landwirtschaftsmaschinen haben nichts mit einem Bauernhof zu tun.

    Danke für das Lob wegen dem Logo. 🙂 Meine Schwester meinte das auch schon.

  3. Ich koche gerne, nutze meine halbe Stunde in der Küche am Abend gerne, um vom Tageswerk abzuschalten. Der Thermofix mag Kochen Next Generation (zu Zeiten meines ersten eigenen Herdes hätte man noch „Kochen 2000“ gesagt), aber ich finde ihn langweilig – und viel zu teuer (wobei ich bei diesem Punkt angesichts des Preises meiner Küche wohl eher ruhig sein sollte).

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