Plausibel oder realitätsfremd?

Als Actionfilm-Enthusiast kennst Du das. Die Filme werden immer spektakulärer. Die Geschichte tritt oft in den Hintergrund. Dabei zeichnet sich ein guter Action-Film genau dadurch aus, dass eine gute Geschichte spannend umgesetzt wird. Allerdings stößt so manche Szene an die Grenze des Machbaren. Ist das alles nur eine Folge der technischen Nachbearbeitung oder wäre die Szene tatsächlich möglich? In der interaktiven Infografik haben wir Schlüsselszenen von Blockbustern ausgesucht und klären mit Hilfe von Experten auf.

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Eine Braut, die sich traut – Kill Bill Vol 1

Quentin Tarantino, einer der außergewöhnlichsten Filmemacher Hollywoods, ist mit Kill Bill 2003 ein Meisterwerk gelungen. Eine noch nie dagewesene Geschichte mit überraschenden Wendungen und eine Braut in der Hauptrolle. Uma Thurman brillierte als Racheengel, die ihre Peiniger niedermetzelt. Soweit so gut, allerdings lag die Braut nach einem Kopfschuss vier Jahre im Koma. Dennoch tötet sie nach Ihrem Erwachen eine komplette Yakuza-Armee mit dem Schwert. Aber nicht nur das, sie halbiert Männer und köpft die Drahtzieherin, O-Ren. Brutale Action, aber in der Realität wirklich möglich? Uma Thurman war in Martial Arts und Schwerttraining ausgebildet. Aber Tarantino half gewaltig nach mit Special Effects der Old School.

Nach 4 Jahren im Koma sind die Muskeln so zurückgebildet, dass weder stehen noch laufen, geschweige denn kämpfen machbar ist. Hirn-Traumata sind zudem eine extrem langwierige Angelegenheit, ohne Garantie einer völligen mentalen Genesung – siehe den aktuellen Fall Michael Schumacher. Eine Person zu halbieren ist möglich, wenn der Angreifer bärenstark und sein Gegner federleicht ist.

Spektakulärer Autostunt in Transporter 2

Jason Statham alias Frank Martin hatte schon Übung im Autofahren aus Transporter 1. Im Jahr 2005 legte er noch eine Schippe drauf, indem er ein Fahrzeug mit Bombe am Boden auf eine Rampe steuerte. Er rollte das Fahrzeug so clever in der Luft, dass ein Kranhaken die Bombe zerstörte, ohne dass der Audi explodierte und sicher landete. Cool, findest du nicht? Da bewahrheitet sich doch der Slogan von Audi „Fortschritt durch Technik“. Geht das wirklich so simpel?

Tatsächlich steuerte ein Stuntman das Auto. Unterstützt wurde er von einer Winde, die ihn zum Kran zog, bevor er völlig sicher auf Matten landete. Die Explosion wurde erst ausgelöst als der Fahrer in Sicherheit war – noch etwas CGI(Computer Generated Imagery), also Computeranimation im Filmbereich, schon war die Illusion perfekt. Die Realität liegt hier in den Einzelsequenzen. Ein Autosprung ist machbar, jedoch ist das Auto nicht steuerbar in der Luft. Nach der Landung wäre der Audi jedoch Schrott. Hier hilft die ganze Technik nichts.

Legendäre Autoszene in Fast & Furios 1

Autostunts gab und gibt es unzählige in Actionfilmen. Legendär ist die Szene mit Vin Diesel (Dominic Toretto), Paul Walker (Brian O’Conner) und einem Lykan Hypersport. Mit dem Supercar fliegen die Hauptdarsteller über zwei Hochhäuser, bevor sie sich in Sicherheit bringen. Das Auto schießt über das Hochhaus in die Tiefe. Glaubst du, dass dies möglich ist? Reicht die Beschleunigung aus und schaffst du es, aus dem Auto zu springen? Auch hier wurde Realität mit CGI kombiniert. Ein Stuntman lenkte das Auto durch drei Glas-/Stahlkonstruktionen, danach wurde der Effekt mit CGI aufgemotzt. Wie du wahrscheinlich schon vermutet hast, ist die Szene im Gesamten nicht plausibel. Du könntest den Sprung überstehen mit verstärktem Untergestell und Überrollkäfig, würdest aber beim Herausspringen sehr weit rollen.

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