Silvester und die Vorsätze

Vorsatz
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Immer zu Silvester gibt es Vorsätze, von denen 90% kläglich scheitern. Maximal 10% werden in die Tat umgesetzt. Das wissen die meisten und trotzdem warten alle 365 Tage lang um sich wieder selbst zu enttäuschen. Doch für den Augenblick ist das wie ein Rausch. Es scheint alles möglich an diesem magischen Zeitpunkt des Jahreswechsels. Den nehmen übrigens nur wir wahr, weil wir auch die einzigen Lebewesen sind, die Uhren tragen. Tiere und Pflanzen dürften sich kaum Vorsätze machen, die gehen davon aus, alles richtig zu machen. Nur der Mensch sieht sich als fehlerhaft und will sich korrigieren.

Unser Gehirn ist zur halluzinatorischen Wunscherfüllung fähig. Der Vorsatz alleine bewirkt ein Rauschgefühl. Es ist das Gefühl, als ob wir das schon umgesetzt haben. Doch den Worten müssen erst Taten folgen und da muß der Vorsatz von der Hirnrinde mit anderen Teilen des Gehirns verknüpft werden. Bei manchen scheitert das bereits mangels Masse.

Es gibt die stillen Vorsätze, die Vorsätze die nicht unter Gruppenzwang entstehen. Diese Vorsätze entstehen aus einem tiefen Wunsch und stehen im Gegensatz zu den Vorsätzen die feuchtfröhlich kund getan werden. Sollte ein stiller Vorsatz scheitern, so blamiert man sich zumindest nicht vor den Anwesenden, die vielleicht doch mal nachfragen, wie es mit dem Vorsatz ist.
Ein öffentlich ausgesprochener Vorsatz kann einen Schub zur Umsetzung geben. Wenn man bewußt öffentlich einen Vorsatz bekannt gibt, dann baut man auf öffentlichen Druck diesen Vorsatz auch einzuhalten.
Es kommt auf den eigenen Charakter an, wie und wo man Vorsätze sich vornimmt. Die beste Chance der Umsetzung bietet die Variante, die größten Druck auf den eigenen inneren Schweinehund aufbaut.

Wieso denn an Silvester / Neujahr die vielen Vorsätze? Für viele scheint es so zu sein, als ob man in dieser Nacht die Karten neu mischen kann. Das ist ein Trugschluß. Die Karten kann man jederzeit zu jeder Stunde neu mischen. Und so kann man sich jeden Tag neu in Vorsätzen üben. Vielleicht mag es ein Jackpotgefühl sein, wenn man einen Silvestervorsatz umsetzt. Aber er ist nicht wertvoller als ein umgesetzter Vorsatz von irgendeinem Tag zu irgendeiner Stunde.

Eine goldene Regel ist sicher die, sich nicht zuviel vorzunehmen. Es ist besser kleinere umsetzbare Vorsätze in den Raum zu stellen und diese umzusetzen. Das bringt Glücksgefühle und der nächste Vorsatz wird schon leichter. Man kann sich auch belohnen, wenn ein Vorsatz gelingt. Danach ist unser Hirn süchtig.

Mein Vorsatz? Ich halte mich an meinen Vorsatz vor vielen Jahren der da lautet: Ich mache mir keinen Vorsatz.  Dieses konnte ich bisher immer erfüllen.

 

Roland Engert

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2 Gedanken zu „Silvester und die Vorsätze

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