Wort des Jahres 2011 – Stresstest

Das Wort des Jahres ist „Stresstest“.

Galt der Stresstest bis dato eher als Test in der Humanmedizin, so hat es nun Einzug in Wirtschaft, Technik und Gesellschaft gefunden und somit auch in unseren Alltag. Ob S21, Atomkraftwerke, Banken oder Regierungen mußten sich diesem Test unterziehen.

Ob der Stresstest immer Stress bedeutet, darf bezweifelt werden. So wurden die Stresstests für Atomkraftwerke anfänglich dahingehend ausgerichtet, dass die meisten Atomkraftwerke diesen Test bestehen, ohne Stress.

Der Stresstest für den neuen Stuttgarter Bahnhof wurde in Augen der Fachleute nicht bestanden, da erheblich an den Stellschrauben gedreht wurde. Dennoch geht er als bestanden durch und es darf (muß) gebaut werden.

Hingegen leiden die Bürger im Rheintal unter extrem hohen Lärmstress und werden alle 7 Minuten einem Stresstest unterzogen, wenn wieder mal ein Güterzug mit höchstgefährlichem Gefahrgut mitten durchs Dorf rumpelt. Da wären ein paar Millionen für Lärmschutzmaßnahmen gut gewesen und hätten den Stress vieler Menschen gemildert. Dieses Projekt Rheintalbahn kann man als Stresstest für den Verkehrsminister Ramsauer bezeichnen. Der wird, das ist jetzt schon vorhersehbar, diesen Test nicht bestehen. Wie sollte er auch. Solch einen Test besteht nur Substanz.

Ausgewählt wird dieses Wort des Jahres von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS).

Das Unwort des Jahres wird am 17.1.2012 bekannt gegeben. Bis Ende dieses Jahres kann man dort noch mitwirken.
Unwort des Jahres wurde bis 1994 von der GfdS benannt. Inzwischen hat das eine unabhängige Institution übernommen. Da es im eigentlichen Sinne kein Wort gibt, das ein Unwort ist (dann wäre es nämlich kein Wort), gibt es für de GdfS nur das Wort des Jahres.

Ich begebe mich jetzt in den persönlichen Stresstest und gehe bei dem Sturm vor die Türe. Mal sehen, ob ich diesen Test bestehe.

 

Roland Engert

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