Advent – traditionelles zur Adventszeit

Weihnachtsmann mit Spielzeug

Die Adventszeit ist eine der dichtesten Zeiten im Jahresablauf. Viele dunkle Tage, die ihren Wendepunkt in der Wintersonnenwende erfahren, laden ein es sich zuhause gemütlich zu machen. Advent leitet sich aus dem lateinischen adventus / kommen ab. Damit ist die Ankunft, die Geburt von Jesus von Nazaret gemeint. Die Zeit ist durchwirkt von Traditionen, Riten und festen Abläufen.

Die Adventszeit unterlag mehreren Schwankungen. Es gab Zeiten, da begann die Adventszeit am 11ten November und endete am 6ten Januar. Der Karnevalsbeginn am 11ten November ist ein Relikt aus dieser Zeit. An diesem Tag sollten die letzten verderblichen Fleischvorräte verzehrt werden bevor man sich in die 40-tägige Fastenzeit, die bis Heilig drei Könige andauerte, begab. Die Karnevalsvereine halten sich an diese Zeit und werden erst ab Heilig Drei Könige aktiv.

Bis auf die Ausnahme weniger Glaubensgemeinschaften besteht die Adventszeit aus vier Adventssonntagen. Der erste Adventssonntag fällt auf den vierten Sonntag vor dem ersten Weihnachtsfeiertag. Klingt kompliziert, ist aber einfach. Ein Blick auf den Kalender bringt Klarheit. Ist der 24. Dezember ein Sonntag, dann werden vier Sonntage zurück gezählt, incl. dem 24. Dezember.

Fällt der 24. Dezember auf Montag bis Samstag, wird der Sonntag vor Weihnachten genommen und wieder zurück gezählt. So kann es nie passieren, dass der 4te Advent nach dem 24. Dezember stattfindet. Sehr wohl kann es sein, dass der erste Adventssonntag im November stattfindet. Im Jahr 2012 ist der erste Advent der 2. Dezember. Die vier Adventssonntage markieren jeweils ein bestimmtes Thema im Kirchenablauf. Mit dem ersten Advent beginnt das katholische wie das evangelische Kirchenjahr.

Traditionen

Die Adventszeit ist begleitet von vielerlei Traditionen und Gepflogenheiten. Die wiederum leiten sich aus verschiedenen Einflüssen ab. Im folgenden habe ich einige zusammen getragen. Diese Traditionen sind regional unterschiedlich ausgeprägt. Im Grunde wollte ich nur was über den Adventskalender schreiben, mein unverzichtbares Teil zu Advent. Es ist viel, viel mehr geworden.
(sämtliche Bilder mit freundlicher Genehmigung von Source-Werbeartikel)

  • Adventskalender

Advendskalender Dorf im WinterDer Adventskalender ist sozusagen mein Ding in der Adventszeit. An den Adventskalender knüpfe ich wunderbare Kindheitserinnerungen. Unser erster Kalender war ein Kalender zum aufstellen. Er stand im Wohnzimmer und war für die Familie.

Dahinter konnte man eine kleine Kerze platzieren. Hinter den Fensterchen gab es keine Schokolade, aber wunderbare Zeichnungen auf transparentem Papier. Brannte die Kerze so wurden diese Bildchen zum Leben erweckt. Obwohl dieser Kalender mehrmals benutzt wurde, freute ich mich jedes Jahr auf diesen Adventskalender.

Später hielt ein Schokoladenkalender Einzug. Mit meiner Schwester wurde verglichen wer welche Figur hat. Natürlich hat man versucht der Schwester das große Stück Schokolade das hinter dem 24. Dezember verborgen war, vorher zu entwenden. Dass sie auch selbige Gedanken hegte war mir klar. So kontrollierte jeder seinen Kalender mehrmals täglich ob nicht jemand heimlich ein Türchen aufgemacht hat und die Schokolade entwendet hat.

Der Adventskalender entstand um 1850 und ist lutherischen Ursprungs. Im Prinzip ist es eine Art Uhr für Kinder um die Zeit und die einhergehende Ungeduld vor Weihnachten begreiflicher zu machen. Die einfachste Form war das wegwischen von je einem Kreidestrich die damals an der Tür gemalt wurden.

Der Adventskalender fand Einzug in alle christlich geprägten Kulturen und ist inzwischen so kommerziell, dass er sogar in nicht christlichen Gegenden reißenden Absatz findet. Häufig bewegt sich der Adventskalender nicht mehr am Ursprung des christlichen Gedankens, sondern ist mit Inhalten und Motiven ausgestattet die für jede Gruppe und Neigung erhältlich sind.

Ich bin nach wie vor der Liebhaber der klassischen Adventskalender. Ich liebe die Winter- und Weihnachtsmotive.

  • Adventskranz

Der Adventskranz ist sicher eines der starken Adventssymbole obwohl es ihn noch gar nicht so lange gibt. Er soll von dem Theologen Johann Hinirch Wichern das erste mal aufgestellt worden sein. Dieser Kranz, ein Wagenrad, hatte für jeden Tag eine Kerze und für die Sonntage eine dicke Kerze.

Obwohl ein evangeler Brauch fand er in der katholischen Kirche schnell Einzug. Die Farben der Kerzen und Schleifen spielen im kirchlichen Bereich eine wichtige Rolle. Der klassische Adventskranz ist ein Kranz aus Nadelzweigen mit 4 Kerzen, für jeden Adventssonntag eine. Oftmals befinden sich in der Mitte ein paar Leckereien, Nüsse oder Mandarinen. Für mich ist der Adventskranz unverzichtbar. Bei einer Tasse Tee und ein paar Weihnachtsplätzchen kann man gut in sich versinken und Gedanken schweifen lassen. Für mich strahlt ein Kranz Ruhe aus.

  • Mistelzweig

Der Mistelzweig steht für Frieden und Versöhnung. Der Mistelzweig wird über der Tür angebracht. Die Germanen glaubten daran, dass der Mistelzweig Unheil wie Blitzschlag, böse Geister oder Unfruchtbarkeit abwendet. Wer unter einem Mistelzweig stehen bleibt darf ungefragt geküsst werden, eine Tradition die besonders in England gepflegt wird. Misteln werden ungefähr zu Weihnachten reif. Die roten Beeren entfalten ihre ganze Pracht. Als Schmuck zur Adventszeit und zu Weihnachten ist der Mistelzweig sehr beliebt.

  •  Barbarazweig

Barbarazweige im Haus aufzustellen ist eine uralte Tradition. Ein Barbarazweig ist nicht auf eine Baum- oder Buschsorte begrenzt. So kann ein Barbarazweig ein Zweig von einem Kirsch-, Apfel- oder Kastanienbaum sein, oder auch ein Zweig eines Holunder- oder Haselnussbusches.

Der Barbarazweig wird am 4ten Dezember, dem Tag der heiligen Barbara, in der Wohnung aufgestellt. Wenn der Zweig blüht oder Blätter austreibt, soll das Glück bringen. Der Barbarazweig wurde häufig auch als Orakel genutzt. So soll ein erblühender Zweig einen Hinweis auf die kommende Ernte geben. Manchmal werden den kleinen Nebenzweigen auch Namen gegeben. Der Zweig der zuerst erblüht soll ein verstärkter Hinweis auf den Verehrer oder der Angebeteten sein.

  •  Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmann aus SchokoladeWeihnachtsmärkte, auch Christkindlmarkt oder Adventsmarkt genannt, sind in ihrem Ursprung Verbrauchermärkte. Man konnte sich nochmal für die bevorstehende harte Winterzeit mit allem nötigen eindecken. Diese Weihnachtsmärkte waren häufig nur an einem Tag in einem Ort.

Heutige Weihnachtmärkte sind nahezu zu Rummelplätzen angewachsen. Besucherzahlen mit weit über 1 Millionen Gästen lassen von dem traditionellen Weihnachtsmarkt nicht mehr viel übrig. Einige Gemeinden versuchen wieder den Weg des ursprünglicheren Weihnachtsmarktes aufleben zu lassen. Dort gibt es dann zum Beispiel Waren die in der Region gefertigt wurden.

  • Weihnachtskrippe

Die Weihnachtskrippe ist eine szenische Nachbildung der Geburt Jesu. Normalerweise wird die Weihnachtskrippe erst am Weihnachtstag aufgestellt. Eine andere Gepflogenheit ist die, dass in der Adventszeit die Krippe Stück für Stück aufgestellt wird. Das Jesukind wird am heiligen Abend in die Krippe gelegt.

  • Adventssingen

Adventsingen hat sich aus der Hausmusik und den Kirchenchören entwickelt. Adventssingen ist eine Darbietung auf dem Weihnachtsmarkt oder als Konzert. Das Adventssingen soll uns auf die bevorstehende Zeit einstimmen. Oftmals wird eine Veranstaltung zugunsten einer wohltätigen Organisation abgehalten.

  • Lichterbogen

Lichterbögen haben ihren Ursprung im Erzgebirge. Er war Ausdruck der Sehnsucht nach Sonnenlicht. Die Bergleute gingen um diese Zeit bei Dunkelheit in die Mine und kamen bei Dunkelheit nach Hause. An dem Lichterbogen in einem Haus wurde für jeden heimgekehrten Bergmann ein Licht angezündet. Die Sehnsucht nach Licht in der Adventszeit ist ein starkes Motiv. Am Ende der Adventszeit ist auch die Sonnenwende. Ab diesem Tag werden die Tage wieder länger.

  • Nikolaustag, Weihnachtsmann, zwarte Piet

Weihnachtsmann bei der ArbeitIn die Adventszeit fällt der Nikolaustag. Der Nikolaus wird immer mehr vom Weihnachtsmann verdrängt. Der Weihnachtsmann oder St. Niklas ist eine Erfindung eines Getränkeherstellers aus den USA. Er ist rot gekleidet und ist im Vergleich zum Nikolaus eher sowas wie ein Clown. Der Nikolaus ist ein Bischof aus Myra der sich für die Armen eingesetzt hat. Sein Ehrentag ist der 6te Dezember. Man erkennt den Nikolaus an seinem Bischofsstab und an seinem Bischofsgewand.

Neben dem Nikolaus ist in Europa auch noch der zwarte Piet vertreten. Dieser kommt mit Sinterklaas in einem Schiff an und verteilt als Helfer von Sinterklaas die Geschenke. Der Sinterklaastag ist am 5ten Dezember. In der alten Überlieferung hat er oft eine Rute dabei um böse Kinder zu bestrafen. Beim Nikolaus übernimmt diese Rolle der Knecht Ruprecht. In den Niederlanden werden an diesem Tag die Geschenke verteilt die es bei uns traditionell am Weihnachtstag gibt.

Roland Engert

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