Do nothing day – Tag des Nichtstun

schlafende Katze

Heute, 16.01. ist der „do nothing day“, der „ich tue nichts Tag“.

Noch nie etwas davon gehört? Kein Wunder, das ist ein Tag der in den USA beheimatet ist. Wie dieser Tag in den USA begangen wird, dazu konnte ich nichts in Erfahrung bringen. Kann mir aber nicht vorstellen, dass dort heute nichts getan wird.

Wie kommt es zu diesem Tag?

Harold Pullman Coffin, amerikanischer Reporter, rief diesen Tag im Jahre 1973 aus. Er war überaus genervt von den ganzen Feier- und Spezialtagen die eine Menge an Arbeit bedeuteten. Weihnachtsbäume schmücken, Geschenke kaufen, Essen besorgen, Karten schreiben, Familiengeschichten und der gleichen vermiesen im Grunde die Feiertage. Er wollte einen Tag an dem einfach das große Nichts passiert.

Kommerz

Die vielen Spezialtage, wie Muttertag, Vatertag, Halloween sind kommerziell überladen. Immer noch etwas was man in diesen Tag packen kann. Noch eine Party die man ansetzen kann, und sei es die inzwischen übliche Afterday-Party oder neuerdings „beforeday Party“, also der Tag davor.

Der Handel und die Wirtschaft hat nicht vor mit uns einen wunderbaren Feiertag zu gestalten. Es soll ein schlechtes Gewissen eingeredet werden, es werden Pflichten auferlegt die es abzuarbeiten gilt. Der Idealzustand des Kommerz ist es, wenn man ständig das Gefühl hat es muß noch etwas getan werden, irgend etwas fehlt noch. Es ist nicht im Sinne der Wirtschaft, dass der Konsument sich entspannt.

Spezialtage werden gerne von der Konsumwirtschaft ins Leben gerufen. Es gibt kaum bessere Umsatztage als solche Feiertage oder Spezialtage. Der Wirtschaft ist es egal, wie man mit dem Druck einen Kürbis zu kaufen oder noch Blumen besorgen müssen zurecht kommt, Hauptsache es wird getan.

Genau diesem Druck wollte Collin entgegen wirken. Daher vielleicht kein großer und bekannter Tag, da er von der Wirtschaft nicht beworben wird. Aber ein Tag, der erinnert, wie sehr wir doch in den Kommerz eingebunden sind.

Wie könnte dieser Tag bekannter werden?

Naja, so richtig bekannt wird dieser Tag wohl nie, außer die Wellnessindustrie findet einen Weg diesen Tag zu vermarkten. Dann gibt es Nichtstu – Tage auf der Massagebank, in der Sauna, im Wellnesshotel oder im Fitnesscenter. Aldi und Lidl werden Hängematten, Augenmasken und Meditationsmusik verkaufen. Sehr schnell wird das dann ein Tag der Stress verursacht, weil Nichtstun auf einmal ein Event wird. Man hat das Gefühl vor lauter Nichtstun etwas versäumt zu haben.

Zudem ist das Datum für einen Tag zum relaxen für viele schlecht gewählt. Wer nicht gerade Wintersport liebt, ist mit den möglichen Aktivitäten begrenzt. Ein Sonnenbad am Baggersee geht jedenfalls nicht.

Meiner Meinung nach wird dieser Tag kommerziell oder es gibt ihn einfach ohne zum nationalen Feiertag zu werden. Die Chance dass dieser Tag ein Feiertag wird ist sowieso äußerst gering, im Gegenteil, man möchte am liebsten noch mehr Feiertage abschaffen und der Einzelhandel fordert noch mehr verkaufsoffene Sonntage. Bewahren wir mit aller Kraft das was wir haben und lassen uns dieses nicht zerstören. Begehen wir die Tage die wir haben mit etwas weniger Konsumdruck und wir werden entspannter.

Abschalten für einen Tag – geht das?

Einmal im Jahr von 100 auf 0 funktioniert nicht oder nur bedingt. Besser ist es das abschalten jeden Tag zu zelebrieren, sei es durch eine Meditation oder eine Zeit die absolut für einen selbst ist. Das kann ein Krimi sein, den man gerne sieht und dabei alles vergisst oder ein ausgedehntes Bad. Es ist klar, dass das auch nicht immer geht, Kinder wollen versorgt werden, Mitmenschen wollen die Aufmerksamkeit. Daran sieht man aber schon, dass das gar nicht auf einen ganzen Tag übertragbar ist.

Wer aber frei von diesen Zwängen ist, kann sich richtig treiben lassen. Wenn nicht der Stress am Vortag schon wäre. Noch schnell die Wohnung sauber machen, vorkochen, mit Bekannten und Freunden verabreden – klar braucht es dann einen Nichtstun Tag.

Mein Ideal der Entspannung

Mir schwebt schon immer ein Aufenthalt in einem Kloster vor. So für ein oder zwei Wochen einfach mal in einer anderen, aber hochgradig geordneten Welt, abtauchen – abseits von Schnäppchen und Nachrichten.

In diesem Sinne –  Ave atque vale ab imo pectore (Ich seh schon, jeder Lateinlehrer wird mir eine Kopfnuss verpassen. Doch ich hebe den Zeigefinger und verweise auf den Nichtstutag. Das gilt auch für Kopfnüsse.)

Die Band die für diesen Tag wie geschaffen ist – The doing nothing

Roland Engert

Danke fürs lesen. || Wenns gefallen hat würde ich mich über einen Klick bei Twitter, Facebook oder Google+ freuen. Der Lohn eines armen Bloggers sind Likes, G+ oder Netzgezwitscher. || In Bayern geboren, in Ostfriesland lebend.

One thought to “Do nothing day – Tag des Nichtstun”

  1. Die Pussy-cat gefällt mir und auch das Nichts-tun, mache ich seit Jahren immer mal wieder. Im Winter gehört das sinnlos lange im Bett liegen dazu, den Abwasch stehen lassen und auch mal nicht schreiben oder lesen … höchstens Musik hören und Löcher in die Luft starren.

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