Blogparade – Was ist ein guter Blogartikel?

Blogparade
Des Bloggers Handwerk – Texte schreiben

Eine einfache Frage die gar nicht so einfach zu beantworten ist „Was ist ein guter Blogartikel?„.

Betrachten wir die Gemengenlage wer die Texte aus welcher Motivation heraus erstellt und wer die Texte liest.

Meine Motivation an dieser Blogparade teilzunehmen und einen Text zu verfassen ist ebenfalls begründet. Dazu am Ende mehr.

Versuchen wir uns durch etwas Systematik an das Thema „Was ist ein guter Blogartikel?“ heran zu tasten.

Der optische Aufbau eines Textes

Ein Text wird zuerst als Bild erfasst bevor er als Inhalt wahrgenommen wird. Je mehr das Auge Anhaltspunkte findet, desto interessanter ist das Bild und um so neugieriger wird der Betrachter.

Das heißt das Auge braucht Ankerpunkte um sich nicht in den Zeilen zu verlieren.

Besonders geeignet dazu sind:

  • Zwischenüberschriften
  • kleine Grafiken
  • Diagramme
  • Aufzählungen

Die Kunst ist es dieses in dem Maße zu tun dass ein harmonisches Bild entsteht.

Nichts ohne Wissenschaft. Es gibt längst Untersuchungen darüber wie das Auge einen Text erfasst, was die Sinne unter Textharmonie verstehen, wie das Auge nach Einheiten sucht und wie man mit Typographie das Interesse weckt, ganz nach dem Motto „was ins Auge fällt„.

Ein guter Text leitet den Leser

Neben dem optischen Aufbau eines Textes, der optimaler Weise das Interesse des Lesers weckt, gibt es den Inhalt den man als Autor vermitteln möchte.

Auch hier hat es der Autor in der Hand den Leser zu leiten oder ihn alleine im Text umher irren zu lassen.

.  Sinneinheiten ist die Waffe mit der man ein träges Hirn auf die Sprünge hilft . Das Gegenteil von Sinneinheiten sind Gedankensprünge oder Teilinformationen.

Beispiel: Wer darüber schreibt wie man eine WordPressintallation umzieht sollte sich nicht nur auf Datenbankex- und Import verlegen, sondern er sollte zumindest in einem Satz erwähnen was WordPress benötigt dass es funktioniert. So kann auch ein ambitionierter Neuling dem Text folgen.

Rechtschreibung

Rechtschreibung ist ein Thema mit dem sich jeder Blogger auseinander setzen muss. Keiner ist perfekt und fehlerlose Rechtschreibung ist eine Kunst die selbst Gelehrte vor Probleme stellt.

Fehler wird es also geben, doch manches lässt sich gut vermeiden. Die Rechtschreibprüfung in einem Textprogramm nimmt einen schon mal sehr viel ab.  Die roten Kringel unter dem Text sind keine Verzierung,  das ist ein Hinweis genauer hinzusehen.

Eine Suchmaschine hilft bei komplizierten Wörtern. Die automatische Ergänzung von Google bringt einen auf die richtige Schreibweise. Zudem gibt es online eine Reihe an guten Nachschlagewerken. Man kann Rechtschreibfehler also mit recht einfachen Mitteln reduzieren.

Schlimmer sind kleiner PfeilSchlampigkeits- und Flüchtigkeitsfehler. Optimal ist es einen Text einen Tag ruhen zu lassen und dann nochmal durchzulesen, dann fallen einem die Fehler auf.

Wenn ich einen Text lese und statt „und“ mehrmals „udn“ lese ist das für mich eine Beleidigung. Der Autor hat sich für mein Empfinden keine Mühe gegeben. Er respektiert den Leser nicht und somit auch nicht mich.

Schnell zweifle ich auch den Rest des Textes an, wer weiß wie schlampig der Autor recherchiert hat. Für mich hat ein Autor mit vielen Schlampigkeitsfehlern schnell seine Autorität verloren.

Rechtschreibfehler werden sich immer einschleichen, man kann sie aber auf ein angenehmes Maß reduzieren.

Kurzweilspiel für den Abend: Wem langweilig ist, der sollte in einem sozialen Netzwerk, einem Forum oder in den Kommentaren folgenden oder ähnlichen  Satz hinterlassen: „Deine Rechtschreibung ist verbesserungswürdig.“

Vorbei ist es mit der Zeitschreibung des Gutmenschen, man ist ab sofort mindestens hochnäsig, häufiger aber intollerant bis rassistisch. Erinnert mich an Sängerwettstreite bei denen Jugendliche vor die Kamera geschickt werden denen es gut getan hätte wenn jemand die Wahrheit gesagt hätte.

Der Leser, das unbekannte Wesen

Kommen wir zum zweiten Agitator eines Textes, dem Leser.

Der Leser der auf unseren Blog kommt um einen Artikel zu lesen ist uns Bloggern in aller Regel unbekannt. Wir wissen weder Alter, Geschlecht, Vorbildung oder die Erwartungshaltung die der Leser mitbringt.

Wobei die Erwartungshaltung noch das einfachste ist – der Leser sucht etwas, hat uns gefunden und erwartet eine Antwort. Diese Antwort ist der Mehrwert den der Leser mitnimmt.

Es liegt am Text, also am Autor, diese Erwartungshaltung zu befriedigen. Da der Text aber geschrieben wurde bevor der Leser auf den Blog kommt können wir ihn nicht mehr anpassen. Wir können nur hoffen dass er den Erwartungen entspricht.

Dank Kommentarmöglichkeit ist ein Text im Blog nicht völlig starr. Immerhin können Ergänzungen und Anregungen im Austausch mit dem Leser durch Kommentare stattfinden.

Nun sollten wir uns aber nicht überfordern. Denn es gilt auch bei Artikeln:  Es gibt keine eierlegende Wollmilchsau .

Zielgruppe

Ein Artikel hat immer eine Zielgruppe und über die sollte man sich soweit als möglich im Klaren sein. Schreibe ich eine wissenschaftliche Abhandlung kann ich Fremdwörter ganz anders einsetzen als bei einer Reparaturanleitung für einen Fahrradreifen.

Möchte ich von allen verstanden werden oder genügt es mir wenn ein paar meinen Gedanken folgen können?

Möchte ich von allen verstanden werden und zugleich das Interesse beim Fachmann wecken so ist das eine Herausforderung.

Versetzen wir uns in die Lage dass wir auf einen Text stoßen der im Prinzip nur das wiedergibt was wir schon wissen. Wie gehen wir vor? Wir werden quer lesen um zu sehen ob wir nicht doch noch einen Happen für unseren Wissensdurst ergattern können.

Für diese Querleser können wir optische Stopper einbauen. Das sind farbig unterlegte Texte, Tabellen oder Aufzählungen. So stoppen wir den Schnellleser und können ihm noch das eine oder andere neue mitteilen.

Die Motivation des Autors

Ein Artikel hat immer eine oder mehrere Motivationen bevor er geschrieben wird.

Diese sind ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • SEO
  • Geld
  • Autorität
  • Hilfestellung, Hilferuf
  • Selbstdarstellung
  • Besucherzahlen

Keiner dieser Motivationspunkte ist per se schlecht, doch wird es oft schlecht gemacht. Jeder dieser Motivationspunkte kann wunderbar in einem Text untergebracht werden ohne dass hinterher der Mehrwert für den Leser fehlt.

Die Kunst ist die Erwartungshaltung des Lesers zu erfüllen. Egal ist ob dieser Text SEO-optimiert ist oder einen Partnerlink zum Geld verdienen enthält. So lange der Leser das bekommen hat was er gesucht hat ist alles bestens (das mag Google anders sehen, doch mich jede Woche nach der neuen Sau die Google durchs Dorf treibt umzutun, dazu habe ich keine Lust).

.kleiner Pfeil  Die Falle für den Autor:  Es gibt eine Falle in die ein Autor treten kann, das ist Routine – in Texten immer die gleichen Floskeln zu verwenden, immer die gleichen Infoquellen zu nutzen und zu verlinken.  Routine macht die Texte gleich, nicht einzigartig .

Die Erwartungshaltung der Leser ist einem steten Wandel unterworfen, mal sind es Infografiken, mal sind es Videos oder Podcasts die erwartet werden.

Mein Fazit

Ein guter Blogartikel ist ein Kunstwerk das den Betrachter in den Bann zieht. Das fängt beim optischen an und endet beim Inhalt.

Ich muß mich für die Zielgruppe entscheiden und deren Sprache sprechen. Ein guter Blogarikel nimmt den Leser bei der Hand und nimmt diesen mit.

In einen guten Blogarikel lassen sich durchaus solch Teufelswerk wie SEO oder Partnerlinks einbauen.

Mein Fazit vom Fazit: Mit etwas bedacht und Mühe kann man einen Blogartikel wesentlich interessanter gestalten. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht, aber man kann sich bemühen zumindest Eier, Milch oder Wolle zu produzieren.

Und was war meine Motivation um bei dieser Blogparade mitzumachen? Ich freue mich wenn der Text jemanden gefällt, ich suche mit meinem Artikel Zuspruch (da bin ich ehrlich) und ich habe damit eine gute Möglichkeit mich zu üben.

Roland Engert

Danke fürs lesen. || Wenns gefallen hat würde ich mich über einen Klick bei Twitter, Facebook oder Google+ freuen. Der Lohn eines armen Bloggers sind Likes, G+ oder Netzgezwitscher. || In Bayern geboren, in Ostfriesland lebend.

16 thoughts to “Blogparade – Was ist ein guter Blogartikel?”

  1. Hallo Roland,
    schöner Text, allerdings solltest Du, wenn Du schon von Rechtschreibung sprichst, die Kommata nicht ganz vergessen. So muss es statt

    „Rechtschreibung ist ein Thema mit dem sich jeder Blogger auseinander setzen muss. Keiner ist perfekt und fehlerlose Rechtschreibung ist eine Kunst die selbst Gelehrte vor Probleme stellt.“

    nach meinem Empfinden

    „Rechtschreibung ist ein Thema, mit dem sich jeder Blogger auseinander setzen muss. Keiner ist perfekt und fehlerlose Rechtschreibung ist eine Kunst, die selbst Gelehrte vor Probleme stellt.“

    heißen. Insgesamt fehlen leider eine Menge Kommas, prüfe das doch nochmal. Meinen Kommentar bitte ich als konstruktive Kritik verstehen, ich mache natürlich selbst auch Fehler.

    Besten Gruß
    Christian

  2. boah, ein Bösmensch 😉
    Du hast recht, das Komma ist nicht gerade mein Freund. Manch einer meint ich setze zuviel, der nächste sagt es seien zu wenig. Nun versuche ich zumindest von der Anzahl her ein Mittelmaß zu finden. 🙂

    Perfekt bin ich nicht, auch nicht in Rechtschreibung. Im Gegenteil, davon bin ich weit weg. Dennoch ist es ein wichtiges Thema das ich gerne ans Herz lege.

    Danke dir für deinen Hinweis.
    Ich lasse es jetzt so stehen, als Mahnmal und Übungssatz für andere 🙂

  3. Hallo Dirk, das ist wohl wahr. 🙂
    Wobei ich sagen muß, dass meine Anmerkung keine Schelte sein sollte, dann selten sehe ich Rechtschreibfehler.

  4. Erst einmal ist der Text in meinen Augen sehr gut geschrieben und die Struktur läßt auch keine Wünsche offen.
    Zu den Kommatas, sie sind auch nicht meine Freunde. Es ist ein nettes Streitthema, ob zu viele, oder zu wenige, ob richtig oder falsch.
    Bei den ganzen Rechtschreibreformen kann man (Frau natürlich auch) kaum noch ohne die virtuelle Hilfe des webs auskommen, um nicht komplett eine Lachnummer beim Verfassen von Texten zu werden.
    Wenn dann die Schulen wo man seinen Namen tanzt, noch zum Standard werden, schreibne wir wohl eine Art „Lautsprache“; Hauptsache man kann den gemeinten Sinn erahnen.
    Lieben Gruß
    Andrea Kleinert

  5. Danke für den Artikel!
    Ich selber arbeite schon lange an mir um meine Schreibqualität in Artikeln zu verbessern, ich habe das Gefühl, dass diese Fähigkeit immer mehr abhanden kommt…Da bleibt nur das ständige Üben

    LG

  6. Danke für den Artikel, ich teste mich auch immer weiter ran, was ich immer sehr bewundere ist es wie viel Arbeit viele in einzelne Artikel stecken. Mit fehlt da wirklich die Geduld mich so lange mit einem Artikel zu befassen. Meine werden daher immer etwas zu kurz 😉

  7. Danke für den schönen Artikel. Leider nehmen sich diesen wohl zu wenige zu Herzen oder sind noch nicht darauf gestoßen. Rechtschreibung sollte schon wichtig sein, aber der Content darf natürlich nicht fehlen. 🙂

  8. Gute Artikel sind mittlerweile wahre Mangelware. Viele klatschen nur noch hin und glauben, dass dann alles super ist! Danke für den tollen Artikel, den sich einige mal zu herzen nehmen sollten

  9. Dieser Artikel ist zwar schon etwas älter, aber bedanken möchte ich mich dafür trotzdem noch bei Dir. Ich schreibe beruflich und habe daher immer dem Inhalt die höchste Priorität eingeräumt.
    Du aber stellst die optische Aufmachung an die erste Stelle und hast mich dadurch zum Nachdenken gebracht. Es stimmt aber schon, in einer reinen Textwüste können noch so wertvolle Informationen stecken – es wird sie kaum jemand lesen.
    Manchmal ist man einfach betriebsblind und dann kommt so ein Augenöffner wie dieser Beitrag hier gerade recht.
    Liebe Grüße – Liane

  10. Sagen wir so, einen richtigen Leser gibt es kaum, außer es handelt sich um einen Artikel der für den Leser höchst interessant ist. Das Auge sucht Ankerpunkte. Zuerst will man Querlesen, springt von Punkt zu Punkt und kehrt dann wieder zurück um das interessanteste nochmal nachzulesen.
    Daher ist es eine Kunst einen Text so aufzubereiten dass er optisch dem suchenden Auge entgegen kommt. Diese gefundenen Augenstopper müssen interessant sein dass der Leser verweilt. Hier im Blog mache ich das aber kaum oder nur wenig. Ich arbeite gerne mit Absätzen, Überschriften und einer großen Schrift. Aber das geht durchaus wesentlich interessanter. Schon mal den Affenblog gelesen? Da kann man viel erfahren.

  11. Ich habe mir den Affenblog mal angesehen. Du hast recht, die kurzen Absätze mit vielen, großen Zwischenüberschriften lesen sich echt viel leichter.
    Danke für den Tpp!
    LG Liane

  12. Ich denke es gibt kein allgemeines Rezept für einen guten Blogartikel. Man soll einfach schreiben. Vorzugsweise über ein Thema, dass einen wirklich interessiert. Dann wird das schon.
    Mit besten Grüßen,
    Jan

  13. Hier sind durchaus sehr nützliche Tipps dabei!
    Ein gut durchdachter Artikel.
    Mit all diesen Topics kennen wir uns als Text-Marketing-Agentur auch gut aus. Wer also noch ein bisschen Nachhilfe in Rechtschreibung und Grammatik oder im Keywordtexten braucht: Einfach mal ein bisschen in den Textertipps unter http://www.texterclub.de/textertipp herumstöbern! 🙂
    Da sind noch die ein oder anderen Ergänzungen zum Thema zu finden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg