Boarisch für Praißn

Bayrisch für Norddeutsche.
Das ist keine Belehrungsseite, sondern Notwehr. Ständig werde ich gefragt, ob ich aus Bayern komme und wird dieses bejaht, dann wollen die Ostfriesen mit mir bayrisch reden. Da gibt es 2 schwerwiegende Hindernisse, mich und den Ostfriesen. Beide können es nicht. Der Unterschied –  ich probiers nicht und beobachte schweigend-genussvoll den Erkenntnisweg der Anderen bis sie es auch aufgeben.

Damit sich der Wortschatz der Ostfriesen von „Host mi“ und „Oachkatzlschwoaf“ erweitert, wird diese Liste ständig erweitert.

Sie ist unterteilt in Redewendungen und Worte. Soweit es geht übersichtlich gestaltet. Aber wie ich vermute, wird das ein Sauhaufn.

Die Begrüßung:
moin moin, Guten Tag, Hallo

-> Grias God (Grüß Gott),
Grias di, (Grüße dich)
servus, seavas  – eher auf freundschaftlicher Ebene
griasdeichbainand (Begrüßung mehrerer Personen)


Essen
Semmel (Brötchen)
Knedl (Kloß, Knödel)
Leberkas (Fleischwurst)
Leberkassemmel (Fleischwurstsemmel – Nationalgericht)

Zwischenmenschliches

  • I mog di (ich liebe dich, fast so wie den König)
  • leck mi am arsch (ich mag dich)
  • ja leck mi (wo fragen sich da die Urlauberinnen. Gemeint ist das Teil aus obiger Liebesbezeugung. Dieser Aussage liegt meist eine Emotion aus der Kategorie: Überwältigt, noch nie dagewesen, gigantisch, einmalig, etc. – zugrunde.)
  • schleich di (sehr ernst zu nehmend. Wenn man das Gefühl hat, unterlegen zu sein, ist es jetzt besser zu gehen. „Schleich di“ ist eine Ansage, die bei Nichtbefolgung Konsequenzen hat.)
  • Gema [schärfer Gemma] – hat nichts mit dem wirtschaftlich handelnden Verein zu tun; bedeutet: „wir gehen jetzt“,“ lasst uns aufstehen und gehen“ schärfer: „sofort gehen“; wird Gema im folgenden Satz verwendet: „Gemma aussi (raus)“, so steht man mehr oder weniger kurz vor einer handgreiflichen Auseinandersetzung

Aus dem Alltag:

Bredl, Brädl – Hobbyköche sind hier nicht gefragt, denn mit braten hat es nichts zu tun. Es ist ein anderes Wort für Ski, Skibretter. Die Einzahl ist Bred, Bräd. Mit Bred, Bräd ist auch ein richtiges Brett gemeint. Bredl, Brädl ist Mehrzahl wie auch Verniedlichung von einem richtigen Brett. Natürlich kann auch ein Brettchen gemeint sein, ist Kontextabhängig. Aber in aller Regel kommt der Tourist nur mit der Bedeutung „Ski“ in Berührung.