a bayrischer Cowboy

a bayrischer Cowboy
a bayrischer Cowboy

A bayrischer Cowboy in Ostfriesland, das mag eine nette Randnotiz in einer Zeitung sein, solange man nicht selbst dieser Cowboy ist. Dem ist aber nicht so.

Dem Nachbar ist ein übermütiges Jungrind mit ausgeprägtem Bewegungsdrang abhanden gekommen. Da dieser Nachbar Probleme mit dem Knie hat und das Rind durchaus bereit war, Wege einzuschlagen, die nicht für einen Traktor geeignet sind, sattelte ich mein Drahtpferd, verzichtete aufgrund der gebotenen Eile auf Cowboystiefel und Hut und jagte querfeldein, immer bestrebt, Fluchtwege abzuschneiden. Doch wer die ostfriesische Ecke kennt, in der ich lebe, der weiß um die vielen Wassergräben. Es ist keine Idealkombination, kniehohes Gras, Nieselregen, Dämmerung und Ortsunkenntnis. Das hat wohl auch das Rind bemerkt und fand immer wieder Auswege.

Nachdem das über beide Ohren grinsende Jungtier vor dem Gatter stand, brachte es der Bauer nicht rechtzeitig auf und das Rind machte sich wieder auf den Weg ins Hinterland. Nach einer weiteren halben Stunde und völlig außer Atem mußten wir einsehen, dass das nichts mehr wird. Es gesellte sich zu einer anderen Herde und wird dann wohl morgen früh eingefangen.

Neben dem bayrischen Cowboy hatte ich auch den Song:
komm hol das lasso raus
wir spielen cowboy und indianer
wir reiten um die wette ohne rast und ohne ziel
hast du mich umzingelst
werde ich mich ergeben
stell mich an den Marterpfahl
komm hol das lasso raus
so wie beim ersten mal

– im Ohr.
Was bei Frauen wunderbar funktioniert, wurde hier kurzerhand über den Haufen geworfen, mangels Marterpfahl, Lasso und der Sache mit der Umzingelei.

Nix…

… die schlimmste Horrorantwort, die ich als Kind von Vater oder Mutter auf die Frage „Was wünscht du dir zum Muttertag, Vatertag, Geburtstag, Weihnachten, etc.“ bekommen konnte.

Eine noch schlimmere Antwort war: „Ich hab soviel gesagt während der letzten Zeit“. Panik! Das Hirn fing an zu rattern. Was hat wer und wann gesagt? Was passt in das Raster des Taschengeldes? Regelmäßig fiel es mir nicht mehr ein, wer wann was gesagt hat. Möglicherweise war das auch nur ausgeklügelte Beschäftigungstherapie. Ich würde es jedenfalls so machen, wenn ich ein Kind zum nachdenken bewegen will und ich meine Ruhe haben will.

Und was gebe ich heute für Antworten, wenn mich meine Tochter fragt? Ich sage mit aller Regelmäßigkeit, sie solle sich das Geld sparen oder dafür ins Kino gehen. Doch diese Antwort wird nicht akzeptiert, in schöner Regelmäßigkeit bekomme ich immer eine echte Überraschung. So auch wieder zum morgigen Vatertag. Auf dieses Päckchen freue ich mich und es wird mir schöne Momente bescheren, in denen ich mich über mein Kind freue und stolz bin.

Hurra!

Es ist fast wie Vater werden, diese Seite hat Pagerank 1 erreicht.

Zwar spielt der Pagerank bei Google heute nicht mehr die Rolle, die es schon mal gespielt hat, aber es ist trotzdem noch ein Aushängeschild.
Für diejenigen, die jetzt sich am Kopf kratzen und fragen, was ist das „pagerank“, dem sei gleich noch ein SEO hinterher geworfen.

SEO ist die Königsdisziplin, in der sich fast alle Seitenbetreiber versuchen. SEO ist eine eigene Wissenschaft für sich und heißt „Search Engine Optimization“. Nächte schlägt man sich um die Ohren, unzählige Artikel liest man, Geheimtipp reiht sich an Geheimtipp. Das Internet ist voller Foren und Blogs, die sich um SEO kümmern und entnervte SEOisten auffängt, tröstet und versucht zu therapieren.

Die Optimierung der Seite für die Suchmaschinen ist tatsächlich ein großes Stück Arbeit. Diese Optimierung nimmt man vor, um bei den Suchmaschinen eine gute Platzierung zu erhalten. Diese ist dann von besonderer Bedeutung, wenn man Werbung anbieten möchte. Aber nicht nur dann, es ist der Stolz eines Webseitenbetreibers, seine Seite weit vorne zu sehen.

Mit Pagerank 1 ist man noch nicht weit vorne, da geht noch ein ganzes Stück.
Doch man muß auch Realist bleiben. Mit diesem Blog, der kein spezielles Thema hat und z.B. auch keine wöchentliche Kolumne (noch nicht), wird man nicht ganz oben mitspielen. Ganz oben heißt Pagerank 9 von 10. Pagerank 10 hat nur eine Seite, und das ist Google selbst.

Aber ich weiß, dass sich mancher Leser amüsiert, wenn er auf die Seite gelangt. Damit freue ich mich und überlege weiter, wie man noch ein Lächeln in ein Gesicht zaubern kann.

Schamhaarorakel

Locke für Locke legte sich ins Waschbecken und bildete ein Muster. Heute war Radikalschnitt der Schamhaare angesagt. Nicht dass ich diese ins unendliche wuchern lasse, aber nach einer bestimmten Zeit ist es halt fällig. Hoppla dachte ich, ein Zeichen.

Ich flitzte, wie ich war, über den Flur, vorbei an großen Katzenaugen zum Bücherregal, in dem Wissen und Unwissen versammelt ist. „Symbole, Symbole, Symbole“ sprach ich vor mich hin, während der Zeigefinger mithalf die Buchrücken abzusuchen. In der Ecke mit den Büchern, die man eher versteckt hält, wenn man nicht direkt eingeliefert werden will, fand ich neben Titeln wie „Nie mehr essen kaufen, satt werden mit Licht“ und „Der Weg zum Großmeister“ das große Buch der magischen Symbole.

Es gibt immer wieder Phasen in denen mich bestimmte Themen in Beschlag nehmen, Themen wie Wiedergeburt, Karma, universelle Gesetze, Ober- und Unterbewusstsein und Vielerlei aus diesem Bereich.

Da ist es, das Symbol das meine Schamhaare so locker ins Becken geworfen haben. Den Kaffeesatz von gestern habe ich mir auch aufgehoben, wollte ihn heute lesen. Schnell das Buch geschnappt und zurück ins Bad. Alles hätte auch gut gehen können, tat es aber nicht. Heute kam die Putzfrau, hatte ich vergessen. Die Türe ging auf und ein kalter Windzug, der mich daran erinnerte, dass ich im Adamskostüm unterwegs war, ging durchs Haus. Zu spät kam ich ans Waschbecken, der Windhauch war schneller. War das vorher nicht anders? Ich war mir sicher, dass es ein indisches Symbol für erfüllte Erotik war, oder zumindest das Zeichen der Venus. Jetzt sah es aus wie Unglück, Pech in der Liebe oder Gerede in der Nachbarschaft. Ich beschloß, dass es aussah wie bedeutungslose Striche auf weißem Untergrund. Immerhin hatte ich ja noch mein Kaffeesatzorakel… wäre da nicht die Putzfrau gewesen.