Der Fleschfaktor – wie gut sind die Artikel?

PapierrolleIn einem Blog in dem ich regelmäßig lese hat Jonas über den Fleschwert geschrieben. Der Fleschwert gibt an, wie verständlich ein Text ist. Ein Text kann sich zwischen wissenschaftlicher Fachsprache und Comic bewegen.

Die Texte die wir schreiben wollen gelesen werden. Sie richten sich an ein bestimmtes Publikum. Je spezieller die Leserschaft und der Artikel desto mehr Fachwörter werden sich darin finden. Je breiter die Leserschaft sich gestaltet, desto weniger kann der Autor auf Fachausdrücke zurück greifen.

Welche Formel hinter dem Fleschfaktor steckt und worauf das Augenmerk gerichtet ist, kann im obigen verlinkten Artikel nachgelesen werden.

Deutsche und englische Fleschformel

Wir müssen Gott sei Dank nicht unsere Texte Satz für Satz zerlegen um hinter den Faktor zu kommen. Es gibt Seiten, da kopieren wir den Text in ein Feld und lassen uns den Wert einfach ausgeben.

Bei der Prüfung meiner Texte bekam ich ungefähr immer den gleichen Wert heraus. Das heißt mein Schreibstil ist nicht verstellt und besitzt in etwa gleiches Niveau. Er pendelt zwischen Boulevardzeitung und Webblog und ist durchschnittlich gut vom Leser zu erfassen.

Der Fleschwert wurde ursprünglich in England entwickelt. Zwischen deutscher Sprache und der englischen gibt es einige gravierende Unterschiede hinsichtlich der Formel. Ein Bestandteil ist die Wortlänge. Im Deutschen gibt es viel mehr zusammen gesetzte Wörter als im englischen, was zu verfälschten Werten führen kann. Es gibt aber auch Formeln die an die deutsche Sprache angepasst sind.

Schillers Bürgschaft im Test

Die Seite leichtlesbar arbeitet mit englischer Formel.
Stilversprechend hingegen versucht sich mit einer deutschen Formel. Außerdem zeigt der Test noch eine ganze Reihe an anderen interessanten Analysen auf. Interessant bei Stilversprechend ist die Möglichkeit eine ganze Internetseite untersuchen zu lassen.

Ein weiteres Interessantes Tool ist der Bla Bla Meter. Dieses Tool konzentriert sich auf Bullshittexte und versucht inhaltsleeres PR-Gerede zu entlarven.

Wie es aber bei Formeln so ist, die Texte die wir dort eingeben werden von Computern erfasst und ausgewertet und nicht von Menschen bewertet. So kann es zu Beurteilungen kommen, mit denen man in keinster Weise konform geht.

Ich habe das Gedicht „Die Bürgschaft“ von Schiller auf den angegebenen Seiten getestet.

• Leichtlesbar mit der englischen Leschformel kommt auf einen Wert von 74. Was soviel wie leicht lesbar, Werbebriefniveau bedeutet
• Stilversprechend mit der deutschen Formel kommt auf einen Wert von 89,was mit banal, Werbebrief, Lutherbibel umschrieben ist.
• Der Blablameter gibt einen excellenten Wert von 0,01 an, was sogut wie frei von Bullshit heißt.

Jetzt kann man nur noch viel Spaß mit dem testen eurer Texte wünschen.

Dieser Text hier hat bei leichtlesbar einen Wert von 51, bei stilversprechend kommt er auf 70 (Webblog, an der Grenze zu Boulevardzeitung) und der Blablameter weißt nur geringen Bullshit aus, aber weit entfernt von Schillers Werten.