Chuck Norris Brücke – Abstimmung in Bratislava

 Bratislava in der Slowakei baut eine neue Fahrradbrücke von Bratislava und Niederösterreich. Wie alle Gebäude dieser Art braucht es einen Namen. Ist man gutgläubig, überlässt man die Namensgebung der Netzgemeinde. Denn die ist nicht berechnbar und je nach Laune kann das Ergebnis auch anders ausfallen als man es sich denkt.

Der Bevölkerung teilhabe an Entscheidungen zu gewähren ist eine Aufgabe und eine Pflicht für die Politiker. Zu versuchen die Bürger allenfalls mit Randthemen abzuspeisen führt dahin wo es beginnt, zur Lächerlichkeit.

Der Bürger wird diese Abstimmungen nicht ernst nehmen. Um etwas Spannung in das Spiel zu bringen bilden sich Netzwerke, deren Spaß es ist zu sehen, wie stark sie sind.

Schwarmintelligenz

So geschehen in Bratislava, ganz schnell haben sich Menschen in sozialen Netzwerken zusammen gefunden und aufgrund der Masse den Namen Chuck Norris gepusht. Die Regionalbehörden könnten diesen Namen natürlich verhindern, doch damit würden sie die Bürgerbeteiligung noch mehr ins Lächerliche ziehen und mehrere zehntausend Menschen gegen sich aufbringen.

Manche zweifeln in diesem Fall an der Schwarmintelligenz, doch der Schwarm ist intelligenter als es den Anschein hat. Er hat die Chance erkannt und seine Macht bewiesen.

Bud Spencer Bad

Ähnliches gab es schon mal mit einem Tunnel in Schwäbisch Gmünd. Im Endeffekt sollte er Bud Spencer Tunnel heißen. Allerdings war der Stadtrat so klug das ganze so umzumünzen, dass alle zufrieden waren. Das Freibad brauchte ebenfalls einen Namen. Da in diesem alten Bad Bud Spencer, der vor seiner Filmkarriere ein Schwimmsportler war, schon mal einen Wettkampf ausgetragen hat, war es durchaus nicht verkehrt dieses Freibad nun Bud Spencer Bad zu nennen. Bud Spencer zeigte sich sehr zufrieden mit dem Freibad, ein Tunnel mit seinem Namen hätte ihm nicht gefallen.

Gute Wahl?

Bud Spencer ist ja auch nicht die schlechteste Wahl, wenn auch nicht der beste Schauspieler. Chuck Norris ist zwar Karateweltmeister im Mittelgewicht und hat sonst noch die eine oder andere sportliche Auszeichnung. Er gehört allerdings auch den Kreationisten an, die die Evolution ablehnen. Kult sind die Chuck-Norris-Facts alá „Das Universum expandiert nicht, es läuft vor Chuck davon“.

Wie dem auch sei, Chuck Norris hat nicht mit Bratislava, Niederösterreich oder einer Fahrradbrücke zu tun, aber nun ist sie da.

Wutbürger

Wutbürger…ist das Wort des Jahres. Jeder Wutbürger ist ein Unbürger und Störfaktor und muß dringend mit Wasserwerfer und Knüppel wieder zum Bürger erzogen werden.

„Wort des Jahres“ und „Unwort des Jahres“ werden jedes Jahr aus vielen Vorschlägen von Fachjurys ausgewählt.

Das Wort des Jahres wird von der „Gesellschaft für deutsche Sprache“ (GfdS) immer im Dezember gewählt. Dabei geht es nicht um Worthäufigkeit, sondern darum wie bestimmend das Wort in der Öffentlichkeit und den Diskussionen war. Das Wort Wutbürger drückt die Unzufriedenheit über die Art und Weise wie wir regiert werden, aus. Die Wörter des Jahres sind:

  1. Wutbürger
  2. Stuttgart 21
  3. Sarrazin-Gen
  4. Cyberkrieg
  5. Wikileaks
  6. schottern
  7. Aschewolke
  8. Vuvuzela
  9. Femitainment
  10. unter den Eurorettungsschirm schlüpfen

Vom Aussterben bedroht

Eisblume
Eisblume auf Asylsuche

Zur Zeit zieht sie wieder von Haus zu Haus und sucht einen Platz zum Niederlassen. Immer weniger werden die Möglichkeiten um sich auszubreiten. Die Rede ist von der gemeinen Eisblume. Wie der Spatz auch, ist die Eisblume ein Opfer der energetischen Sanierung. Thermoglasfenster bieten keine Möglichkeiten um sich nieder zu lassen. Lange ist es her, dass die Eisblume in ein Fenster sehen konnte, teilhaben konnte, beobachten konnte wie im Inneren ein paar Kerzen brannten und die Menschen noch Pullover und Hausschuhe trugen. Und Kinder mit offenem Mund sie bewunderten, mit großen Augen die zarten Formen nachzeichneten. Damals, ja damals war sie die Königin der Fenster, der Zeitvertreib für manche meditative Stunde. Die Zeiten sind längst vorbei. So zieht sie heimatlos mit den Winden um die Ecken, die Blume, die man nicht verschenken kann.

Plastiktanne zu Weihnachten

WeihnachtsbaumAuf dem Breidscheidplatz vor der Gedächtniskirche in Berlin scheint es schlechte Schwingungen zu geben. Weihnachten will dort nicht so richtig einkehren. Über Jahre hinweg gab es immer wieder Probleme mit dem Weihnachtsbaum. Mal war er zu mager, mal verfärbt, ein andermal wurde die Spitze gekappt. Schluß damit dachte sich der Stadtrat und setzt nun auf eine Kunststoffpyramide.

Als ich das las, erinnerte ich mich spontan an meinen besten Freund, mit dem ich sogar Kaffee und Zigaretten geteilt habe. Als langjährig eingefleischter Junggeselle mochte er zwar Weihnachten, aber nicht den Streß mit dem Baum. Vom Sternzeichen Jungfrau liebte er noch weniger Tannennadeln und die überflüssige Unordnung, die mit so einem Weihnachtsbaum entsteht. Jungfrauen haben halt ihr eigenes Ordnungsbild.

Jedenfalls war ich bei ihm, zu gemütlichen Kaffee und Weihnachtsstollen um Pläne für die kommenden Tage zu schmieden. Als er merkte, die Stimmung dazu kommt nicht so richtig auf, zog er aus einem Pappkarton sowas wie grüne Fransen mit kleinen Lichtern heraus und spannte das Gebilde wie einen Regenschirm auf. Schwupp stand er da, der Weihnachtsbaum aus Plastik. Richtig Stimmung machte das Teil nicht, die Pläne waren aber dennoch gut.

Daran mußte ich denken, als ich das mit der Plastiktanne vor der Gedächtniskirche las.
Als ich die ersten Videos sah, muß ich sagen, das ist gar nicht schlecht, was die sich da haben einfallen lassen.
Aus der Tagesschau, und wer es live sehen möchte, kann sich der Webcam bedienen. Rechts am Bildrand ist die Tanne zu sehen.