Chuck Norris Brücke – Abstimmung in Bratislava

[aartikel]3854394365:left[/aartikel] Bratislava in der Slowakei baut eine neue Fahrradbrücke von Bratislava und Niederösterreich. Wie alle Gebäude dieser Art braucht es einen Namen. Ist man gutgläubig, überlässt man die Namensgebung der Netzgemeinde. Denn die ist nicht berechnbar und je nach Laune kann das Ergebnis auch anders ausfallen als man es sich denkt.

Der Bevölkerung teilhabe an Entscheidungen zu gewähren ist eine Aufgabe und eine Pflicht für die Politiker. Zu versuchen die Bürger allenfalls mit Randthemen abzuspeisen führt dahin wo es beginnt, zur Lächerlichkeit.

Der Bürger wird diese Abstimmungen nicht ernst nehmen. Um etwas Spannung in das Spiel zu bringen bilden sich Netzwerke, deren Spaß es ist zu sehen, wie stark sie sind.

Schwarmintelligenz

So geschehen in Bratislava, ganz schnell haben sich Menschen in sozialen Netzwerken zusammen gefunden und aufgrund der Masse den Namen Chuck Norris gepusht. Die Regionalbehörden könnten diesen Namen natürlich verhindern, doch damit würden sie die Bürgerbeteiligung noch mehr ins Lächerliche ziehen und mehrere zehntausend Menschen gegen sich aufbringen.

Manche zweifeln in diesem Fall an der Schwarmintelligenz, doch der Schwarm ist intelligenter als es den Anschein hat. Er hat die Chance erkannt und seine Macht bewiesen.

Bud Spencer Bad

Ähnliches gab es schon mal mit einem Tunnel in Schwäbisch Gmünd. Im Endeffekt sollte er Bud Spencer Tunnel heißen. Allerdings war der Stadtrat so klug das ganze so umzumünzen, dass alle zufrieden waren. Das Freibad brauchte ebenfalls einen Namen. Da in diesem alten Bad Bud Spencer, der vor seiner Filmkarriere ein Schwimmsportler war, schon mal einen Wettkampf ausgetragen hat, war es durchaus nicht verkehrt dieses Freibad nun Bud Spencer Bad zu nennen. Bud Spencer zeigte sich sehr zufrieden mit dem Freibad, ein Tunnel mit seinem Namen hätte ihm nicht gefallen.

Gute Wahl?

Bud Spencer ist ja auch nicht die schlechteste Wahl, wenn auch nicht der beste Schauspieler. Chuck Norris ist zwar Karateweltmeister im Mittelgewicht und hat sonst noch die eine oder andere sportliche Auszeichnung. Er gehört allerdings auch den Kreationisten an, die die Evolution ablehnen. Kult sind die Chuck-Norris-Facts alá „Das Universum expandiert nicht, es läuft vor Chuck davon“.

Wie dem auch sei, Chuck Norris hat nicht mit Bratislava, Niederösterreich oder einer Fahrradbrücke zu tun, aber nun ist sie da.

Wutbürger

Wutbürger…ist das Wort des Jahres. Jeder Wutbürger ist ein Unbürger und Störfaktor und muß dringend mit Wasserwerfer und Knüppel wieder zum Bürger erzogen werden.

„Wort des Jahres“ und „Unwort des Jahres“ werden jedes Jahr aus vielen Vorschlägen von Fachjurys ausgewählt.

Das Wort des Jahres wird von der „Gesellschaft für deutsche Sprache“ (GfdS) immer im Dezember gewählt. Dabei geht es nicht um Worthäufigkeit, sondern darum wie bestimmend das Wort in der Öffentlichkeit und den Diskussionen war. Das Wort Wutbürger drückt die Unzufriedenheit über die Art und Weise wie wir regiert werden, aus. Die Wörter des Jahres sind:

  1. Wutbürger
  2. Stuttgart 21
  3. Sarrazin-Gen
  4. Cyberkrieg
  5. Wikileaks
  6. schottern
  7. Aschewolke
  8. Vuvuzela
  9. Femitainment
  10. unter den Eurorettungsschirm schlüpfen

Vom Aussterben bedroht

Eisblume
Eisblume auf Asylsuche

Zur Zeit zieht sie wieder von Haus zu Haus und sucht einen Platz zum Niederlassen. Immer weniger werden die Möglichkeiten um sich auszubreiten. Die Rede ist von der gemeinen Eisblume. Wie der Spatz auch, ist die Eisblume ein Opfer der energetischen Sanierung. Thermoglasfenster bieten keine Möglichkeiten um sich nieder zu lassen. Lange ist es her, dass die Eisblume in ein Fenster sehen konnte, teilhaben konnte, beobachten konnte wie im Inneren ein paar Kerzen brannten und die Menschen noch Pullover und Hausschuhe trugen. Und Kinder mit offenem Mund sie bewunderten, mit großen Augen die zarten Formen nachzeichneten. Damals, ja damals war sie die Königin der Fenster, der Zeitvertreib für manche meditative Stunde. Die Zeiten sind längst vorbei. So zieht sie heimatlos mit den Winden um die Ecken, die Blume, die man nicht verschenken kann.

Plastiktanne zu Weihnachten

WeihnachtsbaumAuf dem Breidscheidplatz vor der Gedächtniskirche in Berlin scheint es schlechte Schwingungen zu geben. Weihnachten will dort nicht so richtig einkehren. Über Jahre hinweg gab es immer wieder Probleme mit dem Weihnachtsbaum. Mal war er zu mager, mal verfärbt, ein andermal wurde die Spitze gekappt. Schluß damit dachte sich der Stadtrat und setzt nun auf eine Kunststoffpyramide.

Als ich das las, erinnerte ich mich spontan an meinen besten Freund, mit dem ich sogar Kaffee und Zigaretten geteilt habe. Als langjährig eingefleischter Junggeselle mochte er zwar Weihnachten, aber nicht den Streß mit dem Baum. Vom Sternzeichen Jungfrau liebte er noch weniger Tannennadeln und die überflüssige Unordnung, die mit so einem Weihnachtsbaum entsteht. Jungfrauen haben halt ihr eigenes Ordnungsbild.

Jedenfalls war ich bei ihm, zu gemütlichen Kaffee und Weihnachtsstollen um Pläne für die kommenden Tage zu schmieden. Als er merkte, die Stimmung dazu kommt nicht so richtig auf, zog er aus einem Pappkarton sowas wie grüne Fransen mit kleinen Lichtern heraus und spannte das Gebilde wie einen Regenschirm auf. Schwupp stand er da, der Weihnachtsbaum aus Plastik. Richtig Stimmung machte das Teil nicht, die Pläne waren aber dennoch gut.

Daran mußte ich denken, als ich das mit der Plastiktanne vor der Gedächtniskirche las.
Als ich die ersten Videos sah, muß ich sagen, das ist gar nicht schlecht, was die sich da haben einfallen lassen.
Aus der Tagesschau, und wer es live sehen möchte, kann sich der Webcam bedienen. Rechts am Bildrand ist die Tanne zu sehen.

Neue Methoden vs. veralteter Technik

Vogel Strauss bei der Arbeit
Vogel Strauss bei der Arbeit

Oder Internet gegen Geheimniskrämer. Wikileaks der Stachel in des Löwen Pranke? Kontrovers wird die Diskussion geführt ob Wikileaks (leak =  Leck) mehr nützt oder schadet. Wikileaks stellt immer wieder Dokumente auf ihrer Plattform online, die eigentlich dort von den Regierungen lieber nicht gesehen werden.

Regierungen behalten gerne Informationen für sich, schließen bestimmte Akten sogar für Jahrzehnte weg. Man könnte dieses auch Herrschaftswissen nennen. Darunter sind Wahrheiten, die der Bürger so nicht zu Gesicht bekommt. Kommt dann einer dieser Wahrheiten aus dem dunklen Loch wird „faßt den Verräter“ gerufen. Doch fand der Verrat nicht vorher statt? Ein Verrat an dem Volk, das eigentlich die Wahrheit erfahren sollte, nicht über Wikileaks sondern aus dem Munde ihrer Volksvertreter?

Schnell wird der Ruf nach Datenschutz hörbar. Das allerdings betrifft nicht den Bürger, damit wollen die Regierungen sich selbst schützen. Denn wenn der Datenschutz des Bürgers wichtig wäre, dann gäbe es vieles nicht wie ELENA, den neuen Personalausweis oder ungesicherte Rechner von Einwohnemeldeämtern. Dann würden die USA nicht Bankkontodaten von europäischen Transfers verlangen oder Mithorchschnittstellen in Web 2.0 Diensten. Nein, Datenschutz und Geheimnis gilt nur für die Regierungen und den Geheimniskrämern. Denn sieht man zum Beispiel die deutschen Finanzämter an, so kaufen die liebend gerne geklaute und geheime Daten, schützt den Straftäter und findet das alles in Ordnung.

Groß war der Aufschrei als Daniel Ellsberg 1971 geheime Dokumente und somit die Wahrheit über den Vietnamkrieg an die Öffentlichkeit brachte. Er wurde als Held gefeiert und als Verräter geächtet. Nixon stolperte und konnte sich nicht mehr halten. Ich kann nur Respekt zollen für so einen Mann wie Ellsberg oder, im Internetzeitalter, Julian Assange mit WikiLeaks.

Länder wie China, Nordkorea, Rußland, Iran und Israel haben die Seiten von Wikileaks ganz oder teilweise gesperrt (Zensur). Alles Staaten, die entweder nichs vom Recht der freien Meinungsäußerung halten oder denken mit der Vogelstrauß-Technik geht alles vorbei. Lasst euch sagen, diese Technik ist veraltet. Ich jedenfalls drücke Assange die Daumen und wünsche, dass es noch viele Veröffentlichungen gibt. Wer bisher dachte, die chinesische Regierung sei die Regierung, auf die man zeigen muß, wenn es um Einschränkungen und Gängelungen der Unternehmen geht, soll diese Tage in die USA schauen. Nein danke, ich weiß, warum ich schon lange kein USA Fan mehr bin.

Ergänzung 3.12.2010
Wikileaks ist heute nicht mehr direkt erreichbar. Über die DNS-Adresse geht das aber noch.
Amazon hat WikiLeaks den „Cloud-Service“ gekündigt. (Da frage ich mich, ob es bei Amazonbücher nur unkritische, politbequeme  Bücher gibt)
Nähere Erläuterungen zu dem heutigen Vorgang siehe unter SZ

Ergänzung 4.12.2010
Wikileaks auch erreichbar unter wikileaks.piratenpartei.de, oder wikileaks.nl. Die Schweizer Adresse ist gesperrt.

Paypal, die Ebaytochter, hat sich ebenfalls verbiegen lassen und sperrt die Konten für Wikileaks. Auf der Wikileaksseite gibt es weitere Bankverbindungen, die man nutzen kann. (aus Financial Times)

Ebenfalls interessant die Seite der Wau Holland Stiftung. Über diese Stiftung konnte man Gelder über Paypal an Wikileaks spenden. Auch hier knickt Paypal ein und sperrt die Konten.

Gott lebt nicht in Frankreich

Gott in der Schweiz /Foto by Google
Gott in der Schweiz / Foto by Google

… sondern in der Schweiz. Und wer weiß das besser als Alleswisser Google?

Google begnügt sich nicht nur mit Streetview sondern schaut auch in den Himmel. So hat Google Streetview in der Schweiz dem lieben Gott in den Garten geschaut und ein für allemal geklärt, dass es von nun an „Leben wie Gott in der Schweiz“ heißen muß.

In der Schweiz zu leben ist nicht schlecht. Man gibt sich neutral und nimmt viel Zündstoff aus mancher Diskussion. Und der liebe Gott kann zugleich ein Auge auf viele Verhandlungen werfen. So könnte er zum Beispiel die vereinten Nationen in Genf ermahnen die Millenniumsziele doch nun endlich umzusetzen und Worten, die wie Sand in die Augen der dumm-braven Bevölkerung geworfen werden, Taten folgen zu lassen.

Und wo wurde der liebe Gott nun genau gesichtet?
An der A3 unweit des Schweizer Dörfleins Quarten schwebten die unscharfen Schatten zweier Figuren über dem Walensee. Und nicht nur dort ist Gott fotografiert worden aufgetaucht, sondern auch im Züricher Streetview ist er zu sehen.

Würde Gott in Deutschland leben, würde er von der Einspruchsmöglichkeit sein Haus und sein Garten unkenntlich zu machen in Anspruch nehmen? Und wieviel müßte dann unkenntlich gemacht werden?

Und da Google nichts ausläßt, wird ein Jesusbild aus Ungarn gleich mitgeliefert.

Einmal Volltanken

Einmal volltanken und das ohne Mineralölsteuer zu bezahlen oder eine Tankstelle anzufahren. Das Szenario kennt man von Elektroautos, aber mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren? Seit Jahren ist der Vergasungsprozess von Kunststoff bekannt. Einem Tüftlerduo ist es gelungen, dieses für den PKW zu konzipieren. Dieses Zusatzaggregat wird mit Kunststoff befüllt und beliefert im Betrieb den Motor mit Gas. Noch benötigt der Verbrennungsmotor herkömmliches Benzin, nur nicht mehr soviel, zudem steigt die Leistung des Motors. Die Befürchtung der hochgiftigen Abgase wird vom TÜV nicht bestätigt, solange sortenreiner Kunststoff vergast wird. Etwa 1/3 Benzin spart sich der Erfinder.

Dass dieses Konzept nicht nur für Autos geeignet ist, liegt auf der Hand. Mit dieser Methode lässt sich mehr als nur ein Auto betreiben. Man könnte bei Serienreife effektive Energiegewinnungsanlagen erstellen und das Müllproblem ließe sich hiermit etwas besser in den Griff bekommen. Das Patent will der Erfinder nicht an große Konzerne verkaufen, seine Befürchtung, es lande in der Schublade ist nicht unbegründet. Es wäre nicht die erste geniale Erfindung, die man auf Eis legt.

Mehr dazu zum Beispiel unter: Deutschlandradio