‘Politik’ Category

  1. Glücksindex und Better Life Index

    August 21, 2012 by Crazy Crow

    BIP, der Index für das Bruttoinlandsprodukt, dürften die meisten schon mal gehört haben, vielleicht sich sogar schon näher damit beschäftigt haben. Der BIP ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft. Sie spiegelt den Gesamtwert aller Güter und Dienstleistungen innerhalb eines Jahres wieder. Diese Statistik erfaßt reine Zahlen. Aus dem Vergleich der Zahlen läßt sich eine Tendenz in der Wirtschaft errechnen.

    Die Kritik am BIP sind unter anderem, dass nicht alles erfasst wird und erfasst werden kann, wie zum Beispiel die Dienstleistung die bei der Hausarbeit erstellt wird. Ebenso wie sich die Menschen dabei fühlen spiegelt sich darin nicht wieder.

    Für die Politik und den Finanzminister spielt es auch keine Rolle wie glücklich sich jemand beim schuften für das Bruttosozialprodukt ist. Wichtig ist nur, dass jährlich eine Steigerung auf der fiskalischen Seite steht. Dieses System geht nicht dauerhaft gut, es gibt immer wieder Krisen.

    Lebensglückindex

    Dem wohltuend gegenüber steht der Lebensglückindex. Es misst wie glücklich Menschen sich fühlen. Was zunächst einfach klingt entpuppt sich als ein schwieriges Unterfangen. Glück ist nicht schnell mal mit ja und nein abgefragt, höchstens tendenziell.

    Dazu sind die Menschen und die Lebensumstände zu unterschiedlich. Was für den einen die Erfüllung ist, mit dem kann ein anderer möglicherweise überhaupt nichts anfangen. Einer findet in spirituellen Erfahrungen sein Lebensglück, während der andere diese in viel Hubraum und PS findet. So ist der Maßstab den jeder für sich anlegt ein anderer.

    glückliches Buthan?

    Buthan ist das Musterland in Sachen Lebensglück. Das Königreich im Himalaja hat eigens dafür ein Ministerium eingerichtet. Seit 1999 versuchen dort 10 Mitarbeiter das Lebensglück ihrer Untertanen zu ermitteln. Daraus will man Handlungsweisen für die Regierung ableiten.

    Wiederum erstaunlich ist dass bei so einem von dem Rest der Welt abgeschotteten Kleinstaat ähnliche Ergebnisse zu Tage treten wie in einem westlichen Land. Ca. 30% fühlen sich arm, ca. 20% sind gestresst, über 60% wünschen sich ein gutes Einkommen. Diese Themen dürften sich in ähnlicher Weise auch bei uns wiederspiegeln. Der Unterschied ist der, dass das Königshaus daraus Konsequenzen zieht und nicht dem BIP hinterherschielt.

    (Wie ist dein Glücksindex?)
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  2. Mitreden beim Punktesystem

    Mai 1, 2012 by Crazy Crow

    PunktetachoPeter Ramsauer, seines Zeichens Verkehrsminister und bekannt für simulierte Politik, will das Punktesystem in Flensburg vereinfachen, gerechter und transparenter machen. Die Plattform auf der jeder mitreden kann, ist seit heute geöffnet.

    Wer bisher Punkte in Flensburg gesammelt hat, weiß dass ab 18 Punkten Schluß war und der Führerschein weg ist. Man konnte bis 6 Punkte durch den Besuch von Seminaren abbauen. Im neuen System, das bis 8 Punkte geht, ist ein Abbau durch Seminare nicht mehr möglich. Die Vergabe der Punkte soll gerechter und einheitlich werden. Bisher konnte es durchaus passieren, dass man für das eine oder andere Vergehen zwischen 5 und 9 Punkten erhalten konnte. Ganz sicher konnte man nie sein, wenn man eine sogenannte Verkehrssünde begangen hat.

    Im Schnitt werden die Punkte für ein Vergehen gesenkt. Das neue System wird vermutlich Punkteampel genannt. Wobei kritisch  zu bemerken ist, dass die Farbe grün nicht bedeutet, dass es gut ist, wenn man 3 Punkte sammelt. Es wird auch kritisiert, dass mit grün angefangen wird, besser wäre es gewesen mit gelb zu beginnen.

    Was aber tatsächlich hinten raus kommt, wird offen diskutiert. Es stehen verschiedene Schwerpunkte zur Diskussion zur Verfügung. Diese Punkte sollen intensiv diskutiert werden. Zum Abschluß werden die gesammelten Vorschläge von Experten diskutiert. So steht jeder Schwerpunkt nach und nach zur Diskussion.

    Ob das die neue Art der Bürgerbeteiligung ist? Wenn, kommt sie meiner Meinung nach zu spät. Es ist zwar etwas tolles, den Bürger einzubinden, doch im Moment sieht das eher wie Schminke auf versäumter Bürgernähe aus.


  3. Wulff und sein Zapfenstreich

    März 5, 2012 by Crazy Crow

    Jedem Bundespräsidenten stehen bestimmte Dinge zu. In der aktiven Zeit wie in der Zeit nach dem aktiven Amt. Dazu gehören zum Beispiel der Ehrensold und ein großer Zapfenstreich zur Verabschiedung. Versagt werden kann das nur, wenn zum Bespiel Rücktritt wegen persönlichem Fehlverhaltens vorliegt.

    Rücktritt

    Wulff ist aus politischen Gründen zurück getreten, wenn auch die Ursache in privaten Dingen und in seiner politischen Aktivität vor seiner Zeit als Bundespräsident zu suchen ist. Die Vergangenheit holte ihn zunächst in Form der Bildzeitung ein, in deren Fahrwasser war dann der politische Gegner aktiv. Die Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten war angeschlagen und ein Rücktritt folgerichtig.

    Soweit ein Vorgang der nicht schön ist, aber vorkommen kann. Wulff hat seinen Rücktritt angetreten der neue Kandidaten für das Bundespräsidentenamt sind gekürt, die Wahl findet am 18. März, dem letzten Tag der 30 – Tagesfrist, statt. Zur Wahl stehen Gauck mit seiner zunächst zweifelhaften Nominierung und Beate Klarsfeld die von den Linken vorgeschlagen wird.

    Ehrensold und Zubehör

    Wulff steht ein Ehrensold, und Annehmlichkeiten wie Chauffeur mit Dienstwagen, Sekretär und Büro zu. Als letzte Ehrerbietung gibt es den großen Zapfenstreich. Das is tein Abschiedsabend mit festem Ritual, einer Ehrenformation der Bundeswehr inclusive des Bundeswehrorchesters. Wir können das auch als Schlüsselübergabe bezeichnen. Dieses Ritual kennzeichnet einen markanten Schlußpunkt und hat sowas wie eine Reinigungswirkung.

    Neben dem Streit um das Ehrensold ist nun auch Streit um den Zapfenstreich entstanden. Die SPD will diesen Zapfenstreich für Wulff streichen. Viele sehen nach wie vor das Amt beschädigt und wollen dass Wulff in Demut und leise von der Bühne verschwindet.

    politisches, würdeloses Gezanke

    Ich persönlich finde das Gezanke um Ehrensold und Zapfenstreich so nötig wie eine Warze auf der Nase. Man spricht immer von Ehre und Würde die Wulff an den Tag legen soll. Das gleiche gilt natürlich auch für die Kritiker, speziell aus dem politischen Bereich. Es ist nun mal so, dass es so vorgesehen ist. Man kann Regelungen für die Zukunft ändern, aber selbst das ist schwierig. Um Wulff persönliches Fehlverhalten ankreiden zu können, müssen erst Ermittlungen geführt werden, erst dann können Rückschlüsse gezogen werden. Nehmen wir an, es käme bei einer Untersuchung heraus, es wäre nicht gerecht ihm einen Zapfenstreich oder Ehrensold zu verweigern, wie geht man dann damit um? Ein Zapfenstreich nach einem Jahr, nach zwei Jahren?

    Wie seht ihr das? Soll Wulff einen großen Zapfenstreich erhalten?

    Das Ergebnis der Umfrage war: 17% waren für einen Zapfenstreich, 83% waren gegen einen Zapfenstreich


  4. Westerwelle und Lukaschenko

    März 5, 2012 by Crazy Crow

    Man kann über Außenminister Westerwelle denken was man will. Man kann ihn sympathisch finden oder ihn nicht mögen. Was sicherlich nicht geht, ist ihm seine Homosexualität vorzuwerfen.

    Das genau macht Lukaschenko, und das nicht zum ersten mal. Lukaschenko meinte: “Ich sage mir, besser Diktator sein als schwul”. Somit haben wir auch die korrekte Anrede – Herr Diktator Lukaschenko.

    Eigentlich ist das längst klar, doch Lukaschenko erzählt das Märchen vom demokratisch gewählten Staatsoberhaupt. Mit dieser Selbsteinschätzung steht er ziemlich alleine da. Erst vor kurzem hat die EU die Sanktionen gegen Weißrussland nochmal verschärft. Diktator Lukaschenko tobt und meint, Europa würde die Stabilität seines Landes gefährden.

    Bereits bei einem Treffen im Februar 2011 hat Lukaschenko dem Außenminister Westerwelle empfohlen ein “normales” Leben zu führen.

    Mich persönlich würden die Antworten interessieren, die Westerwelle gegeben hat. Denn eines kann Westerwelle ganz sicher, gute Reden halten.


  5. Heftige Auseinandersetzungen in Moskau

    März 1, 2012 by Crazy Crow

    Heftige Auseinandersetzungen und Prosteste am Montag den 5. März in Moskau.

    Putin bedankt sich beim Volk für das Vertrauen das ihm am 4. März bei den Präsidentschaftswahlen entgegen gebracht wurde. Zudem betont er, dass Rußland in der Demokratie angekommen ist.

    Altkanzler Schröder war einer der Ersten, der dem lupenreinen Diktator Demokraten gratulierte und mit Putin auf den Erfolg mit ein Flasche Wodka in der Sauna anstieß. Frau Merkel wird auch noch gratulieren, Hauptsache das Gas fließt.

    Für diese Schlagzeile braucht man keine Glaskugel. Leider wird es so kommen. Schließlich hat Putin vorgesorgt, ob genehme Gegenkandidaten, ein devoter Chef der Wahlaufsicht Namens Krabbelinarschkriech oder so ähnlich, oder fingierte Anschläge.

    Ich wollte, dass dieser Blog der erste ist, der diese Nachricht von der Rußlandwahl verbreitet. Wir wissen halt heute schon was morgen oder übermorgen passiert. :-)


  6. Aschermittwoch, Ende, Anfang und Gerede

    Februar 22, 2012 by Crazy Crow

    Die närrische Zeit ist zu Ende, wir stehen am Anfang einer 40tägigen Fastenzeit.

    Nicht gefastet wird mit Worten am politischen Aschermittwoch. Auf dieser Traditionsveranstaltung wird nicht mit Häme gegen das gegnerische politische Lager gespart.

    Vorspiel

    Große Kritik zog Seehofer (CSU) auf sich, weil er ankündigte, die diesjährige Rede etwas ruhiger zu gestalten. Schließlich ist er im Moment der Bundespräsident und will dieses Amt in Würde halten. Um den politischen Aschermittwoch dennoch nicht zu einer Trauerveranstaltung verkommen zu lassen wird Stoiber als weiterer Redner auftreten. Man kann gespannt sein, was Stoiber als EU-Minister von sich gibt.

    Die SPD mit Ude an der Spitze kann endlich aus der Telefonzelle herauskommen und hat dieses Jahr ein Zelt aufgestellt. Ude ist der Herausforderer gegen Seehofer und CSU bei der nächsten Landtagswahl. Ihm werden das erste mal reelle Chancen eingeräumt, die CSU vom Regierungsthron zu stoßen.

    Wann, Wer, Wo

    Verfolgen kann man die Aschermittwochsreden zum Beispiel auf Phoenix.

    • Die CSU spricht in Passau, das Zelt faßt 10000 Personen
    • Die SPD spricht in Vilshofen in einem Zelt mit 3500 Personen
    • Die Grünen treffen sich in Landshut
    • Die FDP versucht in Dingolfing ihr Glück
    • Die Linke wird mit Gysi und Wagenknecht in Tiefenbach in einem urgemütlichen Landgasthof dem politischen Gegner einheizen

    Alle Reden und Einzüge beginnen um 10:30 bis 11:00

    Ich freue mich besonders auf Gysi. Wenn Gysi redet, ob im Bundestag oder sonst wo, es ist spannend und humorvoll.

    Der politische Aschermittwoch ist längst nicht mehr eine rein bayerische Veranstaltung. Jedes Bundesland versucht regional etwas auf die Beine zu stellen, doch der Focus liegt auf dem traditionellen Aschermittwoch in Bayern, den es zum ersten mal im Jahre 1580 gab.


  7. Das Amt ist beschädigt

    Februar 19, 2012 by Crazy Crow

    Amt ist beschädigtLangsam kann ich diesen Satz, “das Amt ist beschädigt”, nicht mehr hören. Er ist abstrakt und viele können sich darunter nichts vorstellen. Der Satz wird solange in die Köpfe gehämmert, bis der letzte denkt, da ist etwas übergigantisches und großes am Werk.

    Der Satz ist eine inhaltsleere Phrase, also wie gemacht für Politiker. Und schon wird er in jedes Mikrophon hineingeschleudert, das gerade herumsteht.

    Es gibt verschiedene Ämter, wie z.B. Ehrenamt oder Kirchenamt? Im Fall Wulff reden wir von einem öffentlichen Amt.

    Bürgermeister, Landespolitiker oder Minister bekleiden so ein öffentliches Amt. Das Wort “bekleiden” deutet schon an, was es ist, die Politiker ziehen dem Posten ein Gewand über, geben dem Posten ein Gesicht. Geht der Amtsinhaber, ist der Posten immer noch da und wird wieder neu angezogen.

    Schaden dem Volk mit Hilfe der Amtsmacht zufügen

    Das Bundespräsidentenamt kann nicht beschädigt werden, da damit sogut wie keine Befugnisse verbunden sind. Ich gehe von “beschädigen” im Sinne von Schaden für den Bürger aus. Das was Wulff vorgeworfen wird, fand vor Antritt als Bundespräsident statt. Wenn er mit der Wahrheit gespielt hat, dann hat er sich selbst in ein Licht gesetzt, nicht das Amt. Denn das bedeutet ja nicht, dass fortan jeder Bundespräsident mit der Wahrheit spielen muß.

    Es gibt aber sehr wohl die Möglichkeit den Bürger mit Hilfe der Amtsmacht zu schädigen.

    Nehmen wir zum Bespiel Aigner, die locker fluffig mit der Volksgesundheit spielt. Ganz nebenbei sorgt sie dafür, dass die Artenvielfalt zurückgeht und die Landschaft zum Nachteil von uns umgebaut wird. Das alles auf Kosten der Steuerzahler. Das nenne ich Schaden. Dabei wollte die Dame doch Schaden vom deutschen Volke abwenden, so zumindest ihr Eid bei Amtsantritt. Genau genommen hat sie einen Meineid geleistet. Doch niemand spricht von Amtsbeschädigung. Keine Presse bleibt hartnäckig an ihrem Treiben mit Sonnleitner und Lobby dran. Durch ihr handeln werden Milliarden den Lobbyverbänden in den Hintern geschoben und Milliarden von uns Bürgern genommen. Ganz nebenbei wird auch noch die Lebensqualität dauerhaft beschädigt.

    Oder Ramsauer, der sich gerne mal aufspielt aber sogut wie nichts leistet. Er simuliert Politik, wie Dr. Toni Hofreiter sagte. Ramsauer kann nichts anderes als Geld nehmen und verkehrt einsetzen. Da ihm bewußt ist, dass er die nächste Amtszeit nicht erleben wird, besetzt er jetzt die wichtigen Beamtenstellen mit seinen Freunden. Er wählt nicht nach Qualifikation aus, sondern wer ihm genehm ist. Auch das ist Schaden für uns Bürger. Auch er wollte Schaden von uns abwenden und bringt kaum anderes als Schaden.

    Da wir bei Jobvergabe unter der Hand sind. Dirk Niebel, seines Zeichens Entwicklungshilfeminister, wollte das Amt ja mal abschaffen. Nun hat er dem Amt eine neue Wichtigkeit gegeben und es positiv umstrukturiert. Eine gute Leistung, die ihm auch über Fraktionen hinweg so bescheinigt wird. Doch nun beginnt auch er wie Ramsauer die Beamtenstellen unter Freunden aufzuteilen. Auch er weiß, dass er eine nächste Amtperiode sehr wahrscheinlich nicht erleben wird.

    Ist dieses Zeichen, Posten unter Freunden aufzuteilen, ein Zeichen dafür, dass man nicht mehr sein wird? Im Falle Ramsauer begrüße ich das.

    Der “kleine-große” Schaden

    Wir müssen gar nicht so hoch greifen mit Schaden im Amt ausführen. Auch ein Bürgermeister oder ein Bezirksleiter, wie in Hamburg, können großen Schaden dem Bürger zufügen. Da lässt ein Bürgermeister eine Schweinemast zu und schon sind die Häuser sogut wie nichts mehr wert. Da läßt ein Bürgermeister einen Spielplatz schließen zu Gunsten eines schmucken Dienstwagens und die Kinder haben das nachsehen. Viele Dinge, die dem Bürger schaden. Sie mögen klein wirken, sind aber genau das, was uns betrifft und sollte deshalb uns wichtiger sein als ein Amt, über das in Kürze sowieso keiner mehr spricht. Zu Weihnachten starren dann die Fernsehkameras wieder auf den Bundespräsidenten. Lieber wäre es mir, die Kameras wären vor Ort bei den tatsächlichen Sorgen der Bürger.

    Peanuts

    Das was Wulff gemacht hat, ist Peanuts. Es hat uns außer einer Vielzahl an aufgeregten, zum Teil verlogenen Diskussionen und Sendeverschiebungen, finanziert durch die GEZ-Gebühren, nichts gekostet. Der Fall Wulff ist harmlos. Vielleicht sucht man deshalb nach großen Worten wie “Das Amt ist beschädigt”.


  8. Kekse containern – Prozess in Lüneburg

    Januar 10, 2012 by Crazy Crow

    In Lüneburg steht Karsten Hilsen, nach seinem Widerspruch zu einem Urteil des Amtsgerichtes aus dem Jahre 2011, vor dem Landgericht.

    Er hatte aus dem Container der Konditoreifabrik Scholze aus Hunger Kekse genommen. Der Container stand auf dem eingezäunten Grundstück der Konditorei, das Tor war offen. Da der Container auf einem privaten Grundstück stand, wird das als Hausfriedensbruch ausgelegt.

    Containern, auch dumpstern genannt, umschreibt das mitnehmen weggeworfener Lebensmitteln aus Containern.
    Man kennt das in Deutschland ursprünglich eher von Obdachlosen die sich etwas essbares aus den Mülleimern holen.
    Wie alles in Deutschland ist auch das Besitzverhältnis von Müll geregelt. In der Regel ist der Müll und Abfall zu keiner Zeit herrenlos. Er kann immer jemanden zugeordnet werden. Selbst der Hausmüll gehört dem Verursacher. Mit dem bereit stellen zum leeren der Tonne (Müllbeutel – leider) an den Straßenrand geht der Besitz an die öffentliche Hand. Auch Müll in den Mülleimern in den Fußgängerzonen gehört nicht der Allgemeinheit im eigentlichen Sinne, sondern geht in den Besitz der öffentlichen Hand über.

    In Österreich und der Schweiz ist die Situation näher am Menschen. Der Müll gilt als herrenlos und gegen Containern ist nichts einzuwenden, solange keine Schlösser aufgebrochen werden oder unerlaubt Grundstücke betreten werden.

    Betrachtet man die Situation etwas globaler, so containert eine Großzahl der Menschen, beziehen viele ihre Nahrungsmittel aus dem Müll.
    Während containern in einer Vielzahl von Ländern zum überleben gehört, ist containern in Deutschland auch zum Teil politisch motiviert.

    Zum ersten Prozess wurden die Kekse, die Hilsen sich aneignete, beschlagnahmt.  Die Konditorei Scholz wollte die Beweismittel nach Abschluß des Prozesses nicht mehr haben und diese wanderten in den Müll. Gegen das Urteil aus dem ersten Prozess legte Staatsanwaltschaft und Hilsen Widerspruch ein. Hilsen wolle sich nicht kriminalisieren lassen. Ein Franzose, der damals mit dabei war, wurde freigesprochen.

    Das Angebot der Staatanwaltschaft den Prozess vor dem Landgericht gegen Geständnis einzustellen, lehnte Hilsen ab und beantragte Pflichtverteidigung, was abgelehnt wurde. Er wurde dafür kurzerhand in polizeiliche Gewahrsam genommen wegen alter Strafzettel, die er nicht bezahlt hatte. Damals hatte Hilsen sich schon als zahlungsunfähig erklärt. Daher darf ein Gewahrsam eigentlich nicht erfolgen.

    Ich bin verarmt und muß mich von Abfällen ernähren, so Hilsen. Hartz 4 habe er wegen menschenunwürdiger Behandlung nicht beantragt.

    Etwas mehr Menschenverstand wäre angebracht. Während das containern von Keksen und Pfandbons bis zum letzten verfolgt werden, wird bei den echten Fällen nichts unternommen. Die Gerichte seien überlastet. Wen wundert es.

    Quellen:
    Süddeutsche Zeitung, Eichhörnchenblog, Redglobe,
    Wikipedia zu containern, Forum über containern, dumpstern
    Audio über den Fall


  9. Wulff und sein Anruf bei der Bild

    Januar 5, 2012 by Crazy Crow

    Unser Bundespräsident hat wohl eine holprige Vergangenheit hinter sich. Meiner Meinung nach eine Vergangenheit, die nicht weiter schlimm ist, die aber auch nicht ganz ohne ist. Vor allem im Anbetracht des Umstandes, dass er nun Bundespräsident ist. Da ist man auf dem Präsentierteller.

    Dass etwas im Busch ist mit Wulff, konnte man in der Sendung “Bayrischer Stammtisch” mitbekommen. Da meinte Herr Markwort auf direkte Frage des großartigen Karrikaturisten Dieter Hanitzsch, ob sich vielleicht irgendeine Presseabteilung auf die Füße getreten fühlt: “Dazu will ich nichts sagen, das könnte böses Blut geben.”

    Wie es scheint, fühlte sich der Springerverlag auf die Füße getreten und läßt mit der Demontage nicht locker. Der Anruf, den Wulff getätigt hat und darum gebeten hat, einen Artikel noch nicht zu schreiben, legt die Bildzeitung als Drohung aus. Rechtlich darf die Bildzeitung den Mitschnitt veröffentlichen.

    Wir haben jetzt schon die Bandaufzeichnung vorliegen.


  10. Der Fiskus futtert mit bis er platzt

    Dezember 22, 2011 by Crazy Crow

    GeschenkWeihnachtszeit ist die Zeit der Geschenke. Es ist auch die Zeit, in der Kunden, Firmen und Dienstleister beschenkt werden.

    Der Postbote erhält etwas, der Zeitungszusteller des Wochenblattes, möglicherweise der Müllmann oder der Bürgermeister.

    Sofern es sich nicht um Streuwerbeartikel (was für ein ekeliges Finanzdeutsch) unter 10€ handelt, müssen die versteuert werden. Versteuern kann man als Schenkender direkt und gibt das Geschenk als versteuertes Geschenk weiter, oder der Empfänger muß die Versteuerung vornehmen.

    Bekommt man als Antialkoholiker eine gute, aber unversteuerte Flasche Wein, muß ich diese auch noch versteuern, bevor ich diese in den Abfluß kippe. Bekomme ich Weihnachtsgebäck, so will über 10€ der Fiskus etwas davon haben. Er ist halt noch nicht fett genug. Man sollte diese Kekse tatsächlich vor die Finanzamtstüre stellen. Vielleicht vorher noch verfeinert mit genug Bittermandelgeschmack.

    Ein Bundespräsident Wulff kann Vorteilsnahmne nehmen wie er möchte, der Hartz4 Empfänger muß Weihnachtsgeschenke über einen bestimmten Wert bei der Behörde angeben, damit man fleißig kürzen kann. Was, wenn das Geschenk überhaupt nicht dem Leben dient, sondern zum Beispiel Werkzeug ist um die Wohnung zu renovieren? Ist der Behörde egal, auch scheint in dem Moment der Grundsatz des Kindeswohls völlig egal zu sein.

    Was kann man tun? So billig wie möglich Geschenke einkaufen (dann fallen in der Regel die heimischen Hersteller unter den Tisch) und zu 9,99€ portionieren. Man kann Weihnachten ausfallen lassen, was dem Fiskus überhaupt nicht passen würde. Dann könnte er sich nicht so reichlich seinen Gabentisch überladen und sich daran satt futtern. Viele Firmen gehen dazu über, das Geld für Geschenke in Projekte zu stecken. Am besten noch mit einer Online Abstimmung. Das bringt zusätzliche Besucher und steigert den Wert einer Website, das der Fiskus nicht besteuern kann.

    Ich backe heute Weihnachtsplätzchen, die ich verteile, nicht nur an Privatpersonen. Werde wohl gewissenhaft portionieren, nicht dass ich eine Klage wegen Steuerhinterziehung am Hals habe.

    Nähere Info hier