Strahlende Landschaft

Uran im DüngerBlühende Landschaften wurden der ehemaligen DDR und Westdeutschland versprochen. Was wir haben sind Monokulturen, in denen sogut wie nichts blüht.
Dafür haben wir strahlende Landschaften. Und zwar überall dort, wo fleißig gedüngt wird. Nein, diesmal ist nicht die Gülle gemeint, die das Trinkwasser verseucht, sondern der mineralische Phosphatdünger.

Er belastet zwar nicht mit Nitraten den Boden und das Grundwasser, dafür aber mit Uran.

Uran kommt natürlich vor und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man Spuren von Uran im Trinkwasser findet. Im natürlichen Bereich kein größeres Problem. Wieviel von dem Uran im Trinkwasser enthalten sein darf, dafür gibt es sogar Grenzwerte.

Doch diese Grenzwerte einzuhalten wird immer schwieriger, vor allem in Gebieten mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Mineralischer Phosphatdünger enthält größere Mengen an Uran. Das ist mehr oder weniger auch natürlich, denn Uran gibt es in Spuren überall. Das Problem ist die Konzentration und die konzentrierte Ausbringung.

Doch davon weiß der Hobbygärtner und der Landwirt nichts bis nicht viel. Warum? Weil die Lobbyverbände nicht informieren. Weil es keine Deklarationspflicht gibt, wieviel Uran im Dünger enthalten ist, den wir gerade vor uns haben. Und es gibt keine Grenzwerte, wieviel Uran, sorry Dünger, ein Landwirt per Quadratmeter ausbringen darf.

Wieso gibt es darüber keine Aufklärung? Wieso gibt es keine Hinweise auf der Düngerpackung? Wieso wird das mit dem Uran so verschwiegen? Und wieso gibt Frau Aigner, Verbraucherschutzverhinderungsministerin, keine Interviews zu diesem Thema? Fragen Sie nach. Je mehr es tun, desto besser. Nichtstun unserer Politiker sollten wir uns nicht mehr gefallen lassen.

Denkt man an Natur- und Umweltschutz, fallen einem Dinge wie Geschwindigkeitsbegrenzung, böse Industrie oder auch die Glühbirne ein. Nach wie vor ist die Landwirtschaft der größte Umweltverschmutzer. Alles läßt sich nicht vermeiden und bis zu einem gewissen Maß ist das kein größeres Problem. Aber die intensive industrielle Landwirtschaft (auch konventionelle Landwirtschaft genannt) überfordert die Natur und Umwelt.

Inzwischen müssen einige Wasserwerke dazu übergehen, das Uran verseuchte Trinkwasser mit teuer zugekauften sauberen Wasser zu verdünnen. Denn Filter die es gibt, sind ja wieder zu teuer und die Entsorgung der Filter fällt unter das Atomrecht. Dabei dachte ich, wir haben den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen.
Auch hier gilt wie bei den Banken. Die Gewinne (Landwirtschaft) werden privatisiert, die Folgekosten abgewälzt.

Und ich gehe jetzt erstmal einen Kaffee trinken – auf einen strahlenden Tag.

Greening

Greenwashing ist ein gängiges Marketinginstrument zur Verbrauchertäuschung. Es schafft Vertrauen und generiert mehr Umsatz.

Das Greening der EU soll etwas anderes sein. Zukünftig sollen Agrarsubventionen an Leistungen wie Umweltschutz und Arbeitsplätze gekoppelt sein. Sonnleitner, der Oberlobbyist der deutschen Landwirte sieht seit diesen Vorhaben ziemlich zerknirscht aus. Denn das bedeutet, dass deutsche Landwirte nach heutigem Stand weniger Subvention bekommen. Es wird nicht mehr das „Güllefahren“ subventioniert, sondern der echte Dienst an der Natur oder der Gesellschaft. Das passt dem erzkonservativen deutschen Bauernverband natürlich nicht.
Aber nun kann er nicht mehr aus, der Schatten von Ilse Aigner und verspricht Zusammenarbeit mit der EU, murmelt Sätze wie: „Das muß vernünftig und moderat von sich gehen.“ Übersetzt heißt das, lasst uns viel reden und wenig tun.

Doch das wird nicht funktionieren. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos ist entschlossen, die Subventionen umzubauen und die Landwirtschaft in Europa grüner und umweltverträglicher zu gestalten. Wer hat diesen Mann ins EU-Parlament gewählt. Ist man gar nicht gewohnt, dass dort Leute sitzen, die wirklich was bewegen wollen. Ich gratuliere Herrn Ciolos und drücke alle Daumen für das Vorhaben. Noch ein Tipp, nicht von Sonnleitner irritieren lassen.
Artikel zum Thema in der Frankfurter Rundschau.