Deichjournal – Kalenderwoche 39 / 2014

Quantum of Seas
Quantum of Seas

Da ist er nun, der erste Artikel nach den Wetterbildern. Ich habe mir überlegt dass ich darüber schreibe wie das Wetter vor einem Jahr war, denn immerhin habe ich davon Fotos. Zu langweilig? Och man, ihr seid aber auch anspruchsvoll.

Über was werde ich in der neuen Serie schreiben? Weiterhin werde ich über das Wetter schreiben, aber nicht mehr mit dem täglichen Foto. Es wird den einen oder anderen Link geben den ich interessant finde. Desweiteren werdet ihr öfter den Hunden begegnen, etwas mehr über mich und meinen Alltag erfahren. Dazu eine Kolumne über das was  ich gerade spannend, toll oder zum Aufregen finde. Lasst euch überraschen, ich werde es auch sein.

Und schon geht es los, gleich mit zwei Aufregern. Was muss das muss (oder wie der Ostfriese sagt: Wat mutt, dat mutt)

So geht es nicht – Emstunnel

So wie es gerade mit dem Emstunnel gemacht wird geht es nicht, aber es wird trotzdem gemacht. Der Emstunnel ist die Autobahnunterführung unter die Ems. Die Autobahn A31 ist die einzige vernünftige Nord-Süd-Verbindung in Ostfriesland.

Seit ich hier wohne wird an diesem Tunnel „gebastelt“. Selten dass alle Fahrspuren frei sind. Nun hat bei der letzten Sanierung jemand ein Rohr angebohrt und seit dem fließen tausende Liter Wasser täglich in den Tunnel. Was danach folgt ist ein Trauerspiel.

Dass das größere Arbeiten nach sich zieht ist klar. Doch die Autobahn ist faktisch nun seit Wochen gesperrt. Der Verkehr wird teilweise bereits 40km vorher über die Dörfer umgeleitet. Wie es verkehrsmäßig auf den Straßen aussieht kann man sich vorstellen, zumal gerade auch noch Haupterntezeit vom Mais ist, der in die Biogasanlagen gefahren wird.

Wir hier im Rheiderland haben Glück, denn es betrifft uns nicht. Doch will man aus unserer kleinen Ecke in die Stadt fahren steht man im Stau.

Doch dem nicht genug. Zeitgleich wurde auch noch von der Meyer Werft ein Schiff überführt. Das bedeutet dass die Brücken gesperrt sind, sprich hochgeklappt sind und desweiteren noch ca. 100.000 Schaulustige aus der ganzen Republik anreist sind.

Wir haben also

  • eine gesperrte Autobahn
  • gesperrte Brücken
  • Maisernte
  • 100.000 zusätzliche Touristen.

Ich fahre zur Zeit nur im Nahkreis von 10km, da ist von dem ganzen nichts zu spüren. Oder ich weiche nach den Niederlanden aus, auch da ist von der ganzen Fehlplanung nichts zu spüren.

Schiffsüberführung

Vergangene Woche gab es wieder mal ein Schiff von der Meyer Werft, die Quantum of Seas. Nun gibt es nicht wenige die sagen das ist toll was die Meyer Werft da so baut. Das Schiff an sich ist eine Meisterleistung aber nicht der Standort der Werft. Damit die Werft überhaupt in Papenburg existieren kann muss die Ems ständig weiter vertieft werden. Bereits bei der letzten Überführung waren das Kosten in Höhe von 9 Millionen Euro die der Steuerzahler übernommen hat.

Das Emssperrwerk wurde nur für die Meyer Werft errichtet, die gesamte Emsvertiefung gibt es nur wegen der Meyer Werft. Die Vertiefung verursacht eine starke Strömung. Wer nicht genau weiß was die Ems ist. Die Ems ist der kürzeste Strom in Deutschland und fließt in die Nordsee. Bei Flut staut sich die Ems über viele Kilometer ins Hinterland auf. Das war immer so, doch mit den Vertiefungen wurden die Gezeiten immer gewaltiger, die Strömung immer reißender. Der Unterschied der Gezeiten immer größer.

Was dieses bereits kaputt gemacht hat ist beachtlich. Zum Beispiel ist die Gefahr einer Versalzung des Hinterlandes gegeben und mancher Wasserkanal (Sieltief) musste bereits gesperrt werden weil sonst die Tiere die davon trinken erkranken.

Sämtlicher Tourismus der mal mit der Ems stattgefunden hat wie segeln ist nahezu eingestellt. Doch die Meyer Werft hat zu gute Beziehungen zur Politik und daher gibts jede Menge Steuergelder damit die Meyer Werft weiterhin im Landesinneren Schiffe für das Meer bauen kann. Es werden also Gewinne privatisiert und Gestehungskosten sozialisiert. Auf deutsch: Einer kassiert, alle anderen zahlen.

Nach Meyerlogik wäre es auch normal wenn VW auf einer ostfriesischen Insel ein Werk errichtet und für die Infrastruktur kommt dann der Steuerzahler auf.

Ja, ich weiß – an dieser Stelle folgt der Hinweis auf die Arbeitsplätze. Doch diese gibt es in der Masse gar nicht mehr wie Meyer Werft immer behauptet. Das sind vielfach Leiharbeiter die teilweise unter unzulässigen Bedingungen dort arbeiten. Desweiteren gibt es viele Pendler aus den Küstenorten wie Emden oder Wilhelmshaven. Man könnte die Werft also folglich auch dort errichten.

Schlußbemerkung: Man wird diese Steuergeld fressende Werft nicht mehr aus Papenburg weg bekommen. Doch man sollte sich die Folgen der Flußvertiefung genau ansehen. Daraus kann nur eines folgen: Keine Elbvertiefung – das macht nur das Land kaputt.

Das Wetter

Nun haben wir den Herbstanfang hinter uns gebracht und er hat sich auch entsprechend eingeführt.

Hatte ich in der letzten Woche noch was von einer Schönwetterlage geschrieben? Vergesst es, bis auf Samstag war es im Grunde nur stürmisch und regnerisch. Grau in allen Variationen. Und selbst heute ist der Tag diesig wenn auch nicht unangenehm.

Die Aussichten sollen nicht schlecht sein. Zumindest werden uns alle wärmere Temperaturen beschert wenn auch lokal von Regen begleitet. Lassen wir uns angenehm überraschen. Denn immerhin sollten so langsam ein paar schöne Herbstbilder möglich sein.

Der Garten

Auch der Garten wird immer wieder in der wöchentlichen Kolumne auftauchen. Es gibt doch einiges zu tun.

Bei mancher Tätigkeit denkt man schon daran einiges Winterfest zu machen. Aber noch ist es nicht so weit. Aber die herbsttypischen Arbeiten nehmen zu.

So zum Beispiel kann man ab jetzt anfangen die Nisthilfen zu reinigen bevor diese von einigen Vögeln und anderen Tieren als Winterplatz ausgesucht werden.

Tabak: Seit Wochen kündige ich an ihn zu ernten. Doch er steht noch in Blüte und die Blätter sind knackig grün. Ich werde kommende Woche damit anfangen und sehen was so damit passiert. Ein Teil des Tabaks wird sicher dazu verwendet um natürliche Mittel gegen Ungeziefer herzustellen. Ein anderer Teil wandert vielleicht in die Zigarette oder Pfeife. Ich halte euch darüber auf dem laufenden.

Der Blog selbst

Der Blog selbst wird gerade von Google nicht besonders gemocht. Google hat eine eigene Vorstellung vom Internet und setzt dieses auch Stück für Stück durch. Wir sind auf dem besten Wege zu einem Googlenet.

Ein Blog ist ein Tagebuch – ursprünglich. Google will aber immer mehr „Expertenblogs“, also Blogs die voll mit Fachartikeln sind. Meiner Meinung nach wird gerade das Ende des privaten Blogs eingeläutet. Desweiteren glaube ich daran dass Google sich irgendwann diese „Expertenartikel“ zu ihren eigenen macht und derjenige der viel Arbeit reingesteckt hat auch davon nichts mehr haben wird. Wieso sollte Google darauf verzichten? Google hat bisher auf nichts verzichtet was dem Geldbeutel des Konzerns gut tut.

Es stehen andere Blogs von mir in den Startlöchern. Doch der Wunsch etwas umzusetzen ist stärker als es tatsächlich zu tun. Es gibt einfach zuviel drum herum zu tun. Irgendwie muss ich zusehen und mich etwas umstrukturieren. Manchmal denke ich mir, Ordnung ist nicht das schlechteste Prinzip.

Wenn es was neues in dieser Richtung gibt werdet ihr es erfahren.

Links der Woche

Hier ein paar Links die ich recht unterhaltsam fand.

Einmal ein Live-Schaubild über das was eure Mitbürger im Augenblick machen. Dort könnt ihr sehen wie viele gerade schlafen, Sport treiben oder shoppen. Der Link habe ich von SiN aufgeschnappt. Ich persönlich finde dieses Schaubild „amüsant“ aber nicht besonders gelungen. Ich begreife nicht wieso zum Beispiel Sport und Freizeit getrennt gelistet sind. Aber immerhin sollen die Daten mit dem Bundesamt für Statistik plausibel abgeglichen sein.

Witzig finde ich die verunglückten Photoshop Montagen. Was sich Grafiker dabei gedacht haben? Ich finde es amüsant was so alles durchgeht und publiziert wird.

Privatkram

Vor lauter Aufreger hab ich gar keinen Platz mehr für anderen Privatkram. Nächstes mal gibts dann eine Vorstellung der Hunde.

Der Name Deichjournal – ich wollte nichts mehr mit Krähe haben da es ja schon die Krähenpost gibt. Dazu kommt dann immer eine Angabe der Kalenderwoche. Alternativ wäre auch eine Durchnummerierung möglich gewesen. Doch da, im Gegensatz zur Krähenpost die durchnummeriert ist, hier durchaus auch aktuelle Datumsbezüge in den Artikeln vorkommen, habe ich mich zur Angabe Kalenderwoche/Jahr entschlossen. Der Name kann aber noch verändert werden. 🙂

Ein Wetterbild hab ich dann doch noch. Am Horizont ist das Schiff zu sehen, ca. 5-6km entfernt (oder mehr? Ich muß mal nachmessen).

Quantum of the Seas
Quantum of the Seas

 

 

 

Roland Engert

Danke fürs lesen. || Wenns gefallen hat würde ich mich über einen Klick bei Twitter, Facebook oder Google+ freuen. Der Lohn eines armen Bloggers sind Likes, G+ oder Netzgezwitscher. || In Bayern geboren, in Ostfriesland lebend.

4 Gedanken zu „Deichjournal – Kalenderwoche 39 / 2014

  1. Wir sind an diesem Tag von unserem Urlaub auf Norderney zurückgekommen. Rund um den Emstunnel war der Verkehr komplett überlastet und so haben wir uns auch dazu entschieden einen Blick auf die Quantum of the Seas zu werfen. Ich muss sagen, dass es ein super Erlebnis war und das Schiff einfach nur beeindruckend war

  2. Beeindruckend ist das wahrlich. Einer gewissen Faszination kann ich mich, trotz kritischer Haltung, auch nicht entziehen.

  3. Ich glaub, das ist 30 Jahre her, dass ich das letzte mal auf Norderney Urlaub gemacht habe und in der Gegend war. Wenn es von mir aus nicht so weit wäre, dann würde ich ganz sicher auch zu den 100.000 Zuschauern gehören, die sich das Spektakel einer solchen Schiffsüberführung mal live anschauen.
    Auf Dauer glaube ich aber auch, dass die Mayer Werft irgendwann tatsächlich „umziehen“ muss. Schließlich werden die Kreuzfahrtschiffe immer größer und ein weiterer Ausbau der Ems nicht mehr möglich.
    Ulkiger Zufall: Obwohl ich mit Kreuzfahrten nie was am Hut hatte, geht es diesen Samstag auf große Reise mit der AIDAmar. Bin schon riesig gespannt.

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