Leven achter´d Diek – No. 1

Kuhweide
Leven acher´d Diek – viel Wiese, viel Kühe, viel Wasser

Leven achter´d Diek ist Plattdeutsch und bedeutet „Leben hinter dem Deich“. Hinter dem Deich ist die vom Meer abgewandte Seite. Ich lebe hier sogar auf einem alten Deich. Je nach dem wo ich aus dem Haus gehe befinde ich mich achter´d Diek oder vör (voer) Diek. Wenn ich schreibe bin ich op Diek. Genug der Verwirrung.

Die neue Serie löst das Deichjournal ab. Journal hat ja einen großen Anspruch, den habe ich ja mit diesem Blog nun mal nicht.

Wie letztes mal schon angedeutet ändert sich das Konzept ein bisschen. Das Konzept lautet: 7 Tage – 7 Bilder (können auch mal mehr oder weniger Bilder sein). Dazu ein paar Plaudereien. Die Bilder sind nicht anspruchsvoll und in aller Regel nicht nachbearbeitet. Warum das, fragen sich einige. In der Hauptsache um meinen Geschwistern und Bekannnten die hinter den Alpen leben (vom anderen Meer aus gesehen), zu zeigen wie ich hier lebe.

Auf der Ems und hinter der Ems

Die Ems ist hier die natürliche Trennlinie zwischen südlichem Ostfriesland (Rheiderland) und dem eigentlichen Ostfriesland. Ich lebe im südlichen Ostfriesland und komme oder muss kaum über die Ems.

Über die Ems gäbe es viel zu schreiben. Bekannt ist sie vor allem dadurch dass sie wegen der Meyer-Werft ziemlich leiden muss und im Grunde biologisch tot ist. Man versucht die Ems zu retten, doch das kann nicht gelingen solange sie als Überführungsgewässer für die Meyer-Werft dient. Das soll auch nicht das sein worüber ich heute schreibe, auch nicht darüber dass die Werft ihren Verwaltungssitz inzwischen in Luxemburg hat.

Über die Ems kommt man auf zwei Wegen, einer führt nicht über die Ems, sondern darunter. Es gibt den Emstunnel und die Jan-Berghaus-Brücke – Europas größte Hebebrücke. Beides tolle und teure Bauwerke, keines davon funktioniert richtig. Der Emstunnel hat seit Jahren ein Dichtigkeitsproblem und die Brücke seit Erstellung ein Problem mit der Hydraulik.

So auch wieder letzte Woche. Die Brücke ist defekt, alles muss durch den Tunnel. Doof nur dass der Tunnel eine Autobahn ist und Radfahrer nur mit erheblichem Umweg über die Ems kommen. Fahrradtouristen haben in dieser Saison die Arschkarte gezogen. So gehts zu achter´d Diek und vör de Ems. Mich wundert es nicht dass es Ostfriesenwitze gibt.

Der Garten

Achja, es fehlen immer noch die Berichte über die ostfriesische Palme und dem Rest den ich so angepflanzt habe – kommt noch. Ansonsten, die Äpfel werden reif, die Mirabellen werden reif und die Brombeeren brauchen auch nicht mehr lange. Da gibt es also viel zu tun in der nächsten Zeit.

Traurig ist daran, Erntezeit ist auch ausgehende Sommerzeit. Es ist Mitte August, nicht mehr lange bis zum Herbst (und dem sogenannten Herbstgebäck in den Supermärkten, sprich die ersten Lebkuchen kommen bald).

7 Tage – 7 Fotos und ein Video

Kuhherde geht nach Hause

Kuhherde geht nach Hause. Jeden Abend um die gleiche Zeit setzt sich die Herde selbsttätig in Bewegung Richtung Stall

heißer Reifen

Heißer Reifen, da ist wohl jemand zu schnell gefahren. Ich glaube der Reifen hätte sowieso bald den Geist aufgegeben.

Eierspeise

Wieder was für den schlechten Geschmack. Eierspeise die dann in der Mikrowelle zubereitet wird. 2 Eier mit etwas Milch verrühren, 1-2 Löffel Schmand, Wurst, Käse und Gewürze dazu geben. Für 5 Minuten in die Mikrowelle und fertig ist ein lecker Essen.

Feldweg

Übergang am Gatter. Diese Gatter gibt es immer wieder an Feldwegen um zu verhindern dass ausgebrochene Kühe auf die Straße laufen. Dieser Übergang bei uns bedarf einer Reparatur. Habe ich dann gemacht.

Kaugummiautimat

Es gibt ihn noch bei uns im Dorf, den Kaugummiautomaten. Ob er funktioniert weiß ich allerdings nicht, ich glaube nicht.

verkehrsschild

Was da wohl mal für eine Botschaft unten stand? Anlieger frei? Landwirtschaftlicher Verkehr frei? Generell ist das Schild ein Unikum. Seit 24 Jahren ist das Autosymbol offiziell ein anderes. Seit 44 Jahren gibt es das Motorradsymbol in dieser Form nicht mehr. Dieses alte Motorradsymbol stammt noch aus einer Zeit da war das Autosymbol ein Oldtimer. Das heißt das Schild ist generell eine Mischung aus nicht zulässigen Zeichen und ist seit mindestens 24 Jahren ungültig. Vermutlich war es schon beim aufstellen ungültig.

Sturm

Wenn ich schon mal angeln gehe. Die ganze Woche war ich nicht angeln und wollte gerne. Samstag bin ich dann los gezogen. Hatte das Gefühl jeden Augenblick schwimmt ein Fisch am Auto vorbei.

Hier ein kleines Video zu meinem Angelnachmittag.

Das wars von der ersten Ausgabe „Leven achter´d Diek“.

Und zum Ausgleich für meine bayrische Seele: Machts guad, Pfiads euch, Servus, geheiligt sei die Leberkässemmel.

Roland Engert

Danke fürs lesen. || Wenns gefallen hat würde ich mich über einen Klick bei Twitter, Facebook oder Google+ freuen. Der Lohn eines armen Bloggers sind Likes, G+ oder Netzgezwitscher. || In Bayern geboren, in Ostfriesland lebend.

15 thoughts to “Leven achter´d Diek – No. 1”

  1. Hallo Diek äh Roland gut gelungen die Erklärungen bringen mich weiter. Und die Fotos sowieso. Bei euch hatte es am Samstag wohl das gleiche Wetter. Die fliegenden Fische waren auch bei uns mit Hochgeschwindigkeiten unterwegs. Phuu.
    Ich finde, es sieht grundsätzlich da oben friedlicher aus, aber das meint man wohl sowieso immer. nach dem Motto: oh wie schön ist panama.
    Ds Essen – naja – aber ich kenn dich ja, also beunruhigt mich das nicht. Du hast früher ja sogar das gegessen was ich gekocht habe … *zwinker*
    Liebe Grüße aus Bayern, dem Reich der Leberkässemmel

  2. Hi,
    Mensch, ihr habt da oben ja noch echt kurioses (alten Kaugummi-Automaten, und Fische, die einem im Auto überholen) ^_^. Cool finde ich aber das Schild mit dem freundlichen Auto (lächelnder Grill) und dem Motorradfahrer, der noch das gute alte Gicht-Leiden zeigt ^^
    Bei mir im Garten ist dieses Jahr alles verbrannt. Es war einfach zu trocken, und der Brunnen – bis auf eine kleine Lache – leer. Erst jetzt regnet es seit 2 Tagen – aber auch nur mäßig. Die Ernte is trotzdem hinüber. Aber mal sehen, vielleicht kommen ja jetzt endlich die Pilze raus… ich brauch nämlich dringend ein Erfolgs-Erlebnis, sonst schmeiß‘ ich mich in Brunnen. 🙂

  3. Aber Bo – das mit dem Brunnen sagst du jetzt … was wenn er wieder voll ist?
    Ernte fällt heuer für viele aus. Einen Vorteil hat zumindest braunes Gras – man muss den Rasen nicht mähen.
    Die Pilze sollen auch noch etwas länger brauchen es war halt zu trocken. Wer von uns hier am Alpenrand dachte noch vor ein Wochen, dass wir so ein knallheißes Wetter bekommen? Ich wollt schon ein U-Boot bauen …

  4. Bin gerade wieder zurück von einer Woche Großheide und es war wie in jedem Jahr klasse. Wir sind wieder viel mit dem Rad gefahren und Ausflüge auf die Inseln, Aurich und Esens waren auch wieder toll. Zum ersten Mal waren wir auf der Insel Juist und ich könnte mir dort auch mal einen längeren Aufenthalt vorstellen.

  5. Ja, das Land hier hat seinen starken Reiz. Es gibt immer wieder was neues zu entdecken. 🙂

  6. Hier jammern die Landwirte auch über die Trockenheit. War auch lange ohne Regen, wird gerade alles nachgeholt. Bei mir hat es bisher der Kohl und der Kürbis geschafft (dank Nachbars Hilfe). Pilze gibt es hier wenig mangels Wald. Das vermisse ich schon.
    In den Brunnen schmeißen – Brunnenvergifter stehen immer noch unter Strafe, auch wenn das heute anders heißt 😉

  7. @ Schwesta: Falls sich der Brunnen zu meinen Lebzeiten nochmal füllen sollte, frier ich das Zeug eigenhändig in meinem Kühlschrank ein – für evtl. wiederkehrende Sonneneruptionen über meinem Garten ^^
    Das mit dem braunen Gras stimmt allerdings – einmal Husten, oder Garten-Tor scharf zugeschlagen, und der Rasen ist gemäht! 🙂

    @ Roland: Das mit den Pilzmangel war bei mir damals ein Grund, nicht auf Borkum zu ziehen. Das hätte nie hingehauen… Ich mit Körbchen, Gummistiefeln und Messer unterwegs, und weit und breit kein Wald in Sicht. Wahrscheinlich würde man mich in die Gummistiefel betonieren und schwimmen schicken, weil man mich für einen Rippen halten würde – auch wenn man das aus Artenschutz – und Umwelt -technischen Gründen, nicht mehr darf ^^

  8. @Bo bei deinem Glück fällt bei der nächsten Hitzewelle dann die Gefriertruhe aus. Mittlerweile hat es ja wieder geregnet. a bisserl muss ja jetzt im Brunnen sein.
    Beton in deine Gummistiefel – auweija da rufst ja gleich die Betonschützer auf den Plan. (die gibt es bestimmt) Hast du eigentlich ein rotes Kopftuch? das kannst du ja dann an den Korb binden wenn du untergehst. Wobei ich ja jetzt nicht weiß wie groß der Korb ist … für Pfifferlinge oder Parasol?

  9. up diek — ??? dafür finde ich keine Übersetzung. Gibts da was Rolandspezifisches?
    (Ausstellung auf dem Dach vielleicht?)

  10. Ich lebe gerade noch gezwungenermaßen in der Stadt.. Aber wenn ich mir diese Bilder ansehe kann ich es kaum abwarten endlich wieder aufs Land zu ziehen (wenn auch nur für den Urlaub).

    Ein bisschen besseres Wetter beim Angeln wäre aber schön 😀

  11. Ich geb zu, ich bin immer noch ein wenig verwirrt über die Begriffe „onder d’Diek“ und „up diek“. Hat was von nem Ganster-Slang! ^^ … so nach dem Motto: Wo drehen wir das Ding? Und da wird mir auch klar: Ich wär ein schlechter Insel-Gangster… würde zur falschen Zeit mit höchster Sicherheit am falschen Ort auftauchen – und mich wundern, daß sonst niemand da ist? ^_^

  12. Egal wie auch immer, wichtig ist dass du trockene Füße behältst *gg*
    Achter = hinten
    op, up = auf (ja, es gibt Häuser auf der Deichkrone)
    onder = unter, direkt hinter dem Deich
    so zumindest habe ich das als Zugereister verstanden. 🙂

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