Autogrammkarte vom Überraschungspolitiker

Für mich ist der Überraschungspolitiker des Jahres Gert Lindemann.

Wer ist dieser Mann werden sich viele fragen. Es ist der niedersächsische Landwirtschaftsminister. Sein Amt hat er am 19ten Januar 2011 angetreten. Zunächst Jubel beim Landvolkverband – einer, der die Lobbyarbeit fortsetzen wird. Lobbyarbeit in der Landwirtschaft heißt Tierquälerei und Landausbeutung. Von den Grünen wurde Gert Lindemann als schlechte Wahl bezeichnet.

Alles schien beim alten zu bleiben. Doch in der ersten Maiwoche holte Lindemann aus. Er möchte verbieten, dass in der Putenzucht die Schnäbel geschnitten werden. Das wird gemacht, um noch mehr Tiere per Quadratmeter unterzubringen. Für die Tiere nicht das, was man unter tiergerechte Haltung versteht.

Das ganze gehört zu einem Tierschutzplan, den Gert Lindemann bereits 4 Wochen nach Amtsantritt vorgestellt hat. Autsch- rufen da die Landwirtschaftsverbände und laufen Sturm. Die Verbände drohen mit Widerstand und Abbruch der Gespräche. Lindemann läßt sich von den Lobbyisten nicht beeindrucken und kündigt an, dass der Tierschutzplan eben ohne die Verbände umgesetzt wird.

Soviel Rückgrat findet man in der Politik nicht oft. Soviel Rückgrat war auch für Ilse Aigner zuviel und hat Lindemann im Januar 2010 aus Ihrem Kabinett entlassen. Ist ja auch lästig, wenn ein Mitarbeiter mit Sachverstand im Bundeslandwirtschaftsministerium tätig ist.

Lindemann löste im Januar 2011 Frau Astrid Grotelüschen, bis dato niedersächsische Landwirtschaftsministerin nach der Informationsaffäre im Dioxinskandal ab. Schade ist es nicht um Frau Grotelüschen, denn sie ist lediglich bekannt als Befürworterin der Massentierhaltung und von Lohndumping.

Ich kann Herrn Lindemann nur die Daumen drücken, dass er seinen Tierschutzplan umsetzen kann, gerade in Niedersachsen, dem Land mit der meisten Massentierhaltung.
Frau Ilse Aigner, amtierende Bundeslandwirtschaftsministerin und Verhüterin von notwendigen Verbraucherschutzgesetzen: Hier können Sie eine Autogrammkarte von einem echten Star anfordern.

Roland Engert

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