Blog Tulpentopf – Interview

Tulpentopf
Tulpentopf

Das ist das zweite Interview mit einem Blogger, nein, man sollte korrekt sein – Bloggerin.

In dem Blog Tulpentopf wird über Literatur, Film und Theater gebloggt. Allerdings auf eine Weise die selbst dem wenig geneigten immer noch viel Interessantes bietet. Hier wird Literatur lebendig.

Tulpentopf ist so selten dass Google nur etwas über 3000 Ergebnisse aufweisen kann. Wer ist das, der diesen Suchbegriff fast für sich alleine in Beschlag genommen hat?

Hallo Tina, erzähl doch mal wer hinter dem Blog Tulpentopf steht

Hallo, ich bin Tina, 35 Jahre alt und lebe in der Flughafenstadt Schkeuditz.

Dein Blog hat ja einen lustigen Namen. Wie kam es zu Tulpentopf?

Das war ein Zufall. Am Anfang sollte der Titel des Blogs zum Thema, also zur Literatur passen. Aber irgendwie kamen dabei nur langweilige Namen heraus. Also musste es etwas völlig abwegiges sein. Ich ließ meinen Blick durchs Zimmer schweifen und blieb an dem Bild von einem Tulpentopf hängen. Et voila! Dass Tulpen eine meiner Lieblingsblumen sind, machte die Sache perfekt.

Ist Tulpentopf dein einziger Blog?

Mein Blog Tulpentopf ist noch sehr jung. Er entstand aus einer neuen Idee für mein Leben. Sozusagen aus einem Floh im Ohr, der sich Studium nennt. Bis zu diesem Floh hatte ich meine Gedanken auf dem Blog „Tinas Tag“ veröffentlicht: Ein Sammelsurium aus Alltagsgeschichten, Buchrezensionen und ein bisschen Gesellschaftskram. Das passte nicht zum neuen Ziel und so musste ein neuer her. Da ich aber auch noch andere Sachen mache, reicht mir ein Blog völlig. Deshalb gibt es nur noch Tulpentopf. Was mir unter den Fingernägeln brennt und nicht zum Tulpentopf passt erscheint dann als Gastartikel auf anderen Blogs.

Wie kamst Du auf die Idee einen Blog zu eröffnen?

Ich fresse Buchstaben in mich hinein, seit ich lesen kann. Als Teenager kam dann das Selbstschreiben hinzu. Damals schickte man mich von der Schule aus sogar auf diverse Schreibwerkstätten nach Österreich. Und seitdem habe ich immer irgendwie etwas gemacht, bei dem ich selbst Texte verfasse. Ende 2011 musste dann ein eigener Blog her. Da war der Wunsch, mich schriftlich mitzuteilen einfach größer, als meine Möglichkeiten dies beruflich zu tun.

Kannst du dich an deinen ersten Artikel erinnern?

Ja, sehr gut. Ich hatte Wut im Bauch, weil ich trotz erstklassiger Ausbildung und Arbeitswillen keinen Job fand. Leider sind Arbeitgeber immer noch zu unflexibel im Denken und Handeln, um Müttern „kindgerechte“ Arbeitszeiten oder teilweise Homeoffice anzubieten. Dabei reden alle immer von Fachkräftemangel.

Hattest du eine Planung / Vorstellung für deinen Blog oder hast du einfach darauf los geschrieben?

Tinas Tag war planlos, Tulpentopf ist es nicht. Beim Tulpentopf soll sich alles um Literatur drehen. Oder besser um Geschichten. Denn gute Filme und Theaterstücke wurden auch alle vorher von jemandem als Geschichte zu Papier gebracht. Also gibt es Buch-, Film- und Theaterrezensionen, wöchentlich Neuigkeiten aller Welt, die zum Thema passen und wenn es dann endlich losgeht auch über mein Studentenleben.

Woher nimmst Du die Ideen zu Deinen Artikeln?

Einige Artikelideen entstehen aus Stolperzeilen. Das sind Zeilen, die irgendwo in einem Buch auftauchen und mich nicht mehr loslassen. Sie bleiben hängen, auch wenn ich danach noch zwanzig Seiten weiter lese, den Abwasch mache oder arbeiten muss. Entweder ich stelle sie dann wirklich mehr oder weniger kommentarlos als „Stolperzeilen“ auf den Blog oder ich schreibe meinen Senf dazu.

Du hast ja regelmäßige Artikelserien. Welche sind das und hast du weitere in Planung?

Tulpentopf steht noch am Anfang. Da kann noch eine menge passieren. Vielleicht wird es irgendwann mal Tipps geben, wie man mit Mitte 30, mit Kindern und aus der Ferne studiert. Vielleicht gibt es bald Interviews mit Professoren, vielleicht auch ganz andere Dinge. Ich lasse es auf mich zukommen.

Was machst Du, wenn Du nicht bloggst? Hast du ein Hobby?

Meine Kinder sind mein Hobby. Ähm, nein, natürlich nicht. Sie nehmen zwar ziemlich viel Zeit in Anspruch, aber es gibt neben Arbeiten, Kinderkram und Bloggen auch noch die art Kapella. Das ist ein Kunst- und Kulturverein hier in unserer Stadt, für den ich die Pressearbeit machen und bei dem ich außerdem im Vorstand bin.

Auf deiner Seite schreibst du, dass du ein weiteres Studium anfangen möchtest. Wann geht es los und werden wir etwas davon auf deinem Blog lesen?

Ab Herbst 2014 möchte ich an der Fernuniversität Hagen Literatur und Geschichte studieren. Ab Herbst, weil ich bis dahin noch ein wenig Vorbereitungszeit brauche. Aus der Ferne, weil es sich am einfachsten mit meinem Leben vereinbaren lässt (deshalb auch als Teilzeitstudium und aus der Leidenschaft für das Thema heraus und nicht wegen des Abschlusses. Ich freue mich schon sehr darauf und werde selbstverständlich darüber berichten.

Gibt es einen Wunsch den du dir unbedingt erfüllen möchtest?

Mehrere. Städte bereisen, dort ins Theater gehen, selbst ein Theaterstück schreiben.Ach und den Traum vom spießigen Familienleben mit Haus, Hund und zweimal Urlaub im Jahr hab ich auch noch nicht ad acta gelegt.

Was würdest du mit einem Lottogewinn, 6 richtige, machen?

So viel spenden, wie ich selbst für mich und meine Träume nicht brauche.

Gibt es etwas, dass Du den Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Liebe Blogger: Schreibt nicht jeden Mist, nur um mehr Leser zu bekommen. Es hat schon seinen Grund, warum wir hierzulande von vielen belächelt werden, wenn wir uns als Blogger „outen“. In anderen Ländern haben es Blogger mit echten Themen und echten Meinungen geschafft, ernstgenommen zu werden. Das sollte das Ziel sein.

Ansonsten gilt: Vergesst eure Träume nicht. Verschiebt sie nicht auf später, wenn es doch einen Weg gibt, sie ins Hier und Jetzt zu integrieren. Manchmal geht es eben doch. So wie bei mir jetzt mit dem Studium.

Danke Tina, für den Einblick in dein Leben und deinen Blog. Für dein Studium die besten Wünsche.

Roland Engert

Danke fürs lesen. ||
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In Bayern geboren, in Ostfriesland lebend.

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