Adventszeit – Spendenzeit! Auch an die Programmierer gedacht?

Euromünzen
Euromünzen

Mit der Weihnachtszeit beginnt auch die heiße Phase der Spendenzeit. Die Not in der Welt ist groß und viele Organisationen versuchen diese zu mildern. Doch manche Not müßte nicht sein und wird lediglich durch politische Einflußnahme oder vorhersehbare Fehlentwicklungen hervor gerufen.

Man darf sich, obwohl die Bilder zum Teil unterträglich sind, fragen ob spenden Sinn macht. Man kann sich fragen ob Regierungen das nicht vorher gesehen haben und sich mitschuldig an der Misere gemacht haben.

Spenden in die weite Welt

Im Jahre 2000 hat man Milleniumsziele vereinbart. Darin wurde festgeschrieben dass 0,7% des Bruttoinlandproduktes an Entwicklungshilfe ausgegeben werden soll. Viele Staaten versuchen sich dem Ziel zu nähern.

Deutschland, eines der reichsten Länder der Welt entfernt sich von diesem Ziel. Es gibt nicht mal ein schlechtes Gewissen das man Mitschuld an der Not anderer trägt und gibt lieber Geld aus um Armutsflüchtlinge von den Aussengrenzen abzuhalten.

Wo sollen wir Not verursacht haben? werden sich einige fragen. Das einfachste Beispiel sind EU-Exporte. Da werden Hühnerschlachtabfälle nach Afrika exportiert. Die Großschlachtereien erhalten dafür Geld von der EU, also von uns.

Diese Schlachtabfälle landen auf afrikanischen Märkten zu günstigen Preisen und machen dort die heimische Produktion von Hühnern kaputt. Damit haben wir wieder Armut und Flüchtlinge produziert. Wohlgemerkt, wir zahlen das, jeder einzelne von uns. Und zu Weihnachten sollen wir nochmal zahlen um die Not zu lindern.

Im Endeffekt zahlen wir den Flurschaden den Großschlachtereien zusammen mit der EU anrichten. Die Gewinne die wir durch Subventionen zahlen werden eingestrichen und dazu soll noch jeder einzelne mit einer Spende zahlen.Wie wäre es wenn die Schlachtereien dafür aufkommen?

Anders natürlich bei Naturkatastrophen. Dort trifft es die Ärmsten immer am härtesten – Soforthilfe ist nötig, allerdings auch hier sollte man sich überlegen ob und wie das Sinn macht.

Der Kampf um die Zuwendungen und wer welches Zelt liefern darf ist ein äußerst lukrativer Markt. Hier gibt es keine soziale Ader.

Allerdings wird um Spendenhilfe nicht für jedes Land aufgerufen. Leidet Kuba wird man keinen Aufruf in den Medien finden. Das ist auch so gewollt. Spenden an den Gazastreifen gehen auch nicht, auch dort leiden Menschen. Es kann also nur für politisch korrekte Projekte gespendet werden. Projekte von denen sich die Regierungen etwas erhoffen wie Aufträge für die Wirtschaft oder Bodenschätze.

Mein Fazit – ich spende in dieser Richtung gar nichts mehr. Geld genug hätten die Regierungen. Und wenn die vereinbarten Milleniumsziele endlich umgesetzt werden, hat kein Mensch an Wassermangel oder Hunger zu leiden. Die Politiker sollen ihre frohe Botschaft die sie in Wahlstimmen umgemünzt haben, endlich umsetzen. Oder war das nur ein seelig machender Werbeauftritt um Politiker im Sonnenschein darzustellen? Wer dennoch spendet sollte auf das Spendensiegel vom DZI achten.

Spenden ins Umfeld

Viel greifbarer und direkter als Spenden in die weite Welt sind Spenden in das nahe Umfeld oder an Mitmenschen die direkt etwas davon haben. Klassischer Weise ist das ein Tierheim.

Doch es gibt viel gute Aktionen die sich nicht um Tiere drehen. Zum Beispiel benötigt ein Dorfmitbewohner eine neue Gehhilfe, das Altersheim möchte einen Ausflug machen, der Kindergarten will einen Zoo besuchen oder ein Mitmensch ist durch Umstände in Not geraten und braucht Hilfe bis es wieder besser geht.

Doch auch hier muß man vorsichtig sein. Bekommt ein Hartz 4 Empfänger Zuwendungen werden diese bei der nächsten Zahlung abgezogen. Diese Art Hilfe muß also leise geschehen. Jeder H4 Haushalt kann ein paar Euro gebrauchen und sei es um in der kalten Winterzeit die Wohnung auch mal aufzuheizen.

Viele kennen eine alleinerziehende Mutter die schwerlichst über die Runden kommt. Wieso nicht eine Karte mit ein paar Euros in den Briefkasten werfen?

Aber nicht nur die Ärmsten brauchen Unterstützung. Es gibt auch Projekte vor Ort die mal einen Euro gebrauchen können. Dabei meine ich nicht die großen Organisationen sondern die kleinen die sich um Jugendarbeit kümmern, Kindergärten oder auch die freiwillige Feuerwehr. Es geschieht soviel vor Ort, man kann sich an vielen Stellen einbringen oder durch eine Spende einen Mutmacher und Motivation schicken.

Spenden an Programmierer

Wer als Blogger gar nicht weiß wohin mit seiner Spendenfreudigkeit dem dürfte es an Möglichkeiten nicht mangeln.

Wer einen Blog betreibt oder viel am Computer arbeitet nutzt Software, häufig Open Source Software. Bekannte Vertreter dieser Software sind Linux, Gimp und Libre Office (open office). Für uns Blogger interessant sind Entwicklergemeinschaften die Joomla, WordPress und Co weiter entwickeln.

Des weiteren gibt es viele Einzelprogrammierer die uns mit Plugins und Erweiterungen versorgen auf die man nur schwerlich verzichten möchte. Nicht zu vergessen sind die Designer die uns mit kostenfreien Icons und Bildern versorgen.

Programmierer von Plugins und Erweiterungen investieren viel Zeit und stellen die Produkte häufig kostenfrei zu Verfügung. Dabei gibt es in aller Regel zwei Hauptmotivationen, vielleicht auch drei in der Hoffnung dass genug Spenden eingehen oder eine Entlohnung für die Arbeit generiert werden kann.

kleiner PfeilEinmal gibt es den Programmierer der erstellt Software in seiner Freizeit. Die Software ist häufig so etwas wie eine Referenz. Sie profitieren beruflich davon weil ihre kostenfreien Produkte gut und beliebt sind. Sie machen sich damit einen Namen in der Szene und bekommen häufig aus dieser Popularität heraus ihre Aufträge. Der eigentliche Verdienst liegt darin dass es viele zufriedene Anwender gibt.

kleiner PfeilEs gibt den Programmierer der als Geschäftsmodell auf freiwillige Spenden setzt. Seine Entlohnung liegt in der Spendenfreudigkeit der Nutzer. Dieser Programmierer wird ständig neue Plugins und Erweiterungen zur Verfügung stellen, vor allem wird er immer versuchen diese aktuell zu halten.

Zum Teil bieten diese Programmierer einen kostenfreie und eine kostenpflichtige Version eines Programmes an. Das ist in letzter Zeit immer häufiger zu beobachten. Es ist inzwischen auch hinlänglich bekannt dass über das Spendenmodell man kaum sein Leben bestreiten kann.

Manchmal sind die Kosten einer kostenpflichtigen Proversion sehr günstig und liegen im 5€ bis 10€ Bereich. Also in der Höhe einer angemessenen Spende.

Der Nachteil eines Spendenmodells ist der dass viele sagen, da wird schon einer spenden und man die Verantwortung an andere abgibt. Nur tun das leider zu viele.

kleiner PfeilEine weitere Art seine Plugins zu vermarkten ist die dass man viele Nutzer auf seine Seite lockt. Das bedeutet dass diese Seite viele Besucher erhält und sich Werbung auf diesen Seiten lohnt. Hier versucht der Programmierer seine Kosten über Werbung zu generieren.

Kleinsummen oder eine größere Summe?

Diese Frage pauschal zu beantworten ist nicht möglich. Benutze ich viele Plugins die mir wertvoll sind so bieten sich Kleinsummen an. Da meist über Paypal gespendet wird, wird noch eine Gebühr beim Empfänger abgezogen. Daher reicht 1€ nicht mal für eine Tasse Kaffee. Etwas mehr sollte es also schon sein.

Bietet der Programmierer eine ProVersion an könnte man auch darüber nachdenken diese zu kaufen. Damit hat der Programmierer etwas und man selbst hat eine verbesserte Version einer Software. Je mehr Proversionen ein Programmierer verkauft um so mehr ist er daran interessiert sein Projekt fortzuführen.

Generell teile ich mein Geld auf mehrere Programmierer auf. Wobei ich keine großen Summen zum spenden zur Verfügung habe. Aber eine Motivation um weiter zu machen sollte schon sein. Immerhin profitiere ich von dem Plugin. Sollte man nicht spenden können, so ist es für den Programmierer hilfreich wenn man über die Software spricht und diese auch auf entsprechenden Portalen bewertet.

Eine Spendenquittung wird es eher selten geben außer es handelt sich um eine Entwicklergemeinschaft die sich in einem gemeinnützigen Verein zusammen gefunden habt. Da viele Programmierer aber nicht in Deutschland sitzen ist eine Spendenquittung sowieso nutzlos.

Generell kann man Spenden in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Daher empfiehlt es sich auch Auszüge aus Paypal auszudrucken sofern man eine Spende die über Paypal getätigt wurde, absetzen möchte.

Roland Engert

Danke fürs lesen. ||
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In Bayern geboren, in Ostfriesland lebend.

One thought to “Adventszeit – Spendenzeit! Auch an die Programmierer gedacht?”

  1. Zu „Spenden in die weite Welt“:
    Sehr zutreffender Bericht. Du bringst es wirklich auf den Punkt und dazu gehört etwas Mut und Ehrlichkeit. Es kann nämlich schnell falsch verstanden werden, wenn man sagt, dass viele Organisationen oft hinter dem Geld sind und ihre Anteile an Spenden oft höher ausfallen, als man denkt. Du erwähnst aber gute Argumente, warum es tatsächlich so ist.

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