Wir bauen für Sie

Autobahnschilder

„Wir bauen für Sie“ – dieser höfliche Hinweis mit vertraulicher Note weist auf Deutschlands Autobahnen darauf hin, dass gleich eine Baustelle kommt, veranlasst durch „Sie“ – also mich. Es mag sein, dass ich hin und wieder etwas Tagträume und mich nicht an alles erinnern kann, aber dass ich gleich 28 Baustellen in Auftrag gegeben habe, davon müßte ich aktiv etwas mitbekommen haben. Denn soviel Baustellen durchfuhr ich auf der A7 / A 28. Dazu kamen 7 ehemalige Baustellen die sich durch Einschränkungen wie „Achtung Rollsplit“ oder „Achtung, fehlende Fahrbahnmarkierung“ bemerkbar machten.

Ein Schild genügt

„Wir bauen für Sie“ ist nicht persönlich gemeint, es wird mir also nicht direkt eine Rechnung ins Haus flattern. „Wir bauen für Sie“ ist eher sowas wie „Wir kümmern uns um Ihr Anliegen“ oder „Unser Service – Ihr Vorteil“. Alles Versprechen, die einen Belastungstest selten standhalten. Dennoch erweckt dieser Hinweis auf die Baustelle, sofern er nicht inflationär gebraucht wird, eine freundlichere Stimmung in mir. Sagen wir so bis zur 4ten oder 5ten Baustelle. Ab da fragt man sich, ob nicht ein Schild am Anfang der Autobahn genügt hätte.

500 Baustellen

Umgerechnet auf meine Strecke von 860km gibt es im Durchschnitt alle 25km eine Baustelle (28 aktive Baustellen, plus 7 Rollsplittbaustellen). Manche davon ist 12km lang, manche nur wenige 100 Meter. Unnötig wird davon keine Baustelle sein. Es ist davon auszugehen, dass alle Maßnahmen wichtig sind.

Wohlgemerkt, das ist jetzt nur eine Nord-Süd-Verbindung. Auf anderen Autobahnabschnitten sieht es ähnlich aus. Das deutsche Autobahnnetz umfasst c. 12800km. Wenn man diese durch die derzeit 500 Autobahnbaustellen teilt, dann kommt man auf einen Wert von 1 Baustelle auf 25km. Das entspricht dem Wert den ich auf „meiner“ Nord-Süd-Verbindung hatte.

Wer meint eine „Schläferbaustelle“ zu kennen und diese dem Verkehrsminister melden möchte oder sich über Baustellen auf Autobahnen und Schienennetz informieren möchte, kann dieses auf den Seiten des Verkehrsministeriums tun.

Positiv anzumerken ist, dass es keinen einzigen Stau gab. Wenige Tage zuvor war das anders und ich benötigte einige Stunden mehr als üblich um an mein Ziel zu kommen. Ebenfalls positiv zu bemerken ist, dass einige Baustellen noch nach 20 Uhr in Betrieb waren, eine große Baustelle war sogar als Nachtbaustelle angelegt.

Urlaub ist Urlaub

Damit bin ich beim Kernthema – ich bin wieder zu Hause. Eigentlich müßte das in unserer heutigen Zeit keiner merken, ob ich weg bin oder nicht. Man kann Artikel zeitgesteuert einsetzen, man könne mit Laptop oder Handy auf dem Blog aktiv sein. Das ist aber nicht mein Ding – Urlaub ist Urlaub und er war schön. Nach einem Zwischenstopp in Erlangen wegen der Naturstrolche ging es in meine alte Heimat.

Basislager „Bruder“

Mein Bruder hat sich ein weiteres Mal als überaus perfekter Gastgeber gezeigt. Dort war mein Basislager, das ich allerdings nie all zu lange verlassen habe. Auch gab es die eine oder andere Diskussion mit ihm über Themen die spannend aber nicht unbedingt wichtig sind. An dieser Stelle sei bemerkt, dass ich an der einen oder anderen Stelle recht provokant war und Thesen in der Diskussion vertreten habe, die nicht unbedingt meine Überzeugung sind. Aber so kamen einige interessante Argumente ans Tageslicht. Außerdem konnte ich mit meinem Bruder einiges Nachholen was ich hier nicht kann – hemmungslos Leberkässemmeln essen und in den Biergarten gehen.

Stallallüren bei meiner Schwester

Meine Schwester wächst mir jedesmal mehr ans Herz. Bei ihr habe ich das Gefühl, dass ich die Seele baumeln lassen kann. Kann auch sein, dass es eine Falle ist um mir in einem besonders unachtsamen Moment in den Rücken zu springen als Rache für all die Gemeinheiten die ein großer Bruder eben so drauf hatte während der Kindheit.

Ich hatte schon mal in einer Galerie Ihre Werke vorgestellt. Im Augenblick arbeitet sie an einer eigenen Ausstellung. „Stallallüren“ heißt diese und ist Wert besucht zu werden. Sie hat mir eine wunderbare Zeichnung von einer Krähe mitgegeben. Die Krähe ist ja mein Totem und Sternzeichen bei den Indianern. Sobald ich Fotos von dieser Ausstellung habe, werden diese hier präsentiert.

Wiederholung

Ein Grillabend mit Vater, Bruder, Schwester und Co. rundeten meinen Urlaub ab und ich fühlte mich komplett. Es waren herrliche Tage in denen ich aufgetankt habe. Das ganze ruft nach Wiederholung.

Als nächstes folgen 1 oder 2 bezahlte Beiträge. Irgendwie muß der Urlaub auch bezahlt werden.

Fundstücke auf der Autobahn

Fundstücke aufsammeln ist lebensgefährlichGibt es einen Service, der einem zeitnah mitteilt, wo neue und gebrauchte Sachen herrenlos herumliegen? Ja, gibt es. Er nennt sich Verkehrsfunk.

Eine kleine Liste, was in der letzten Zeit so alles auf der Autobahn gefunden wurde:
Couchgarnitur, LKW-Reifen, Autofelgen, Besen, Metallteile, LKW-Plane, Baumaterialien, Bierkasten, Bierbank, Eimer, Kleidung, Gerüstteile, Holzkiste, Gepäckträger und der fast schon übliche Spanngurt.

Man fragt sich unwillkürlich, auf wieviel Rädern fährt der LKW nun weiter und was ist in der Holzkiste.

Ich sehe erheblichen erheblichen Verbesserungsbedarf in diesen Durchsagen, sie sind mir zu oberflächlich. Woher soll ich ohne weitere Details wissen, ob es sich lohnt dorthin zu fahren und die Sachen einzusammeln?

Es kann ja nicht zuviel verlangt sein, dass man bei der Couchgarnitur die Farbe angibt. Toll wäre auch zu wissen, ob es eine komplette Garnitur, bestehend aus 3-Sitzer, 2-Sitzer und Einsitzer ist. Verstehen kann ich, dass man möglicherweise nicht sofort erkennt, ob es sich um Federkern handelt.

Auch bei den Baumaterialien wäre es hilfreich zu wissen, ob es ein aufgeplatzter Sack Zement ist, ober eine Palette mit Dachziegeln. Und extra losfahren um festzustellen, dass die Felge gar nicht auf einen Renault passt, ist ärgerlich.

Also meine Damen und Herren der Verkehrsdurchsage, etwas mehr Detailtiefe wäre doch sehr wünschenswert, sonst holt das Zeug keiner ab.
Gefallen würde mir zum Beispiel: 12Volt Batterie von Varta, ATU Teile für das Auto oder Winterreifen Marke Pirelli. Da weiß man doch, ob man gleich losfahren soll.

Was sonst noch um die Fundstücke herum passiert.

  • Der Politiker, der vor der Armut in Deutschland die Augen verschließen will sagt: Wir leben in einer Überflußgesellschaft
  • Der Bundesinnenminister Friedrich läßt die Teile auf der linken Spur beobachten. Passiert rechts etwas, so ist ihm das egal, dafür ist er nicht zuständig.
  • Der Sicherheitsexperte lässt den Fundort großräumig absperren. Vollsperrung ist sein täglich Brot
  • Der Sorgsame und Vernünftige empfiehlt nicht anzuhalten und die Sachen einzusammeln. Der materielle Zugewinn könnte eine ziemlich kurzfristige Angelegenheit sein.
  • Der Banker hält an und sammelt ein, ihm kann ein materieller Zugewinn nicht kurzfristig genug sein.
  • Der Verkehrsminister Ramsauer stellt sich vor den Haufen, streckt die Hand zum Stopp aus, macht den Grinsemann und erklärt, dass er gerade Leben gerettet hat. Wenn er wüßte, dass irgendein Depp weit vorher ein Schild mit der Aufschrift aufgestellt hat „Bitte nicht überfahren – schmutzt fürchterlich“.
  • Die Polizei jagt den Melder, der beim Verkehrssender angerufen hat. Vermutlich hat er das Handy während der Fahrt bedient.
  • RTL plant eine Realityshow: „Mein Leben auf der Couchgarnitur“
  • Der Querdenker ist sich sicher, dass hier jemand auf der Flucht ist und lediglich Ballast abgeworfen wurde.

Wenn jemand weitere kuriose Fundstücke kennt, bitte in die Kommentare schreiben. Noch ein kleiner Zeitungsbericht aus der Zeit.