Krähenpost No. 11

Krähenpost - heute gratis
Krähenpost – heute gratis

Heute ist Silvester, Baller- und Böllerabend, die Nacht der kurzatmigen Vorsätze und der Schnieferei. Es ist der Auftakt in die närrische Zeit, schon seit 11ten November scharren die Frohnaturen mit den Hufen.

Gehörst du auch der Fraktion an die an so etwas wie Abschied denken wenn der 31. Dezember in den letzen Minuten liegt? Ein Abschied von einem Jahr dem es völlig egal ist ob es jetzt endet oder im Frühjahr wie bei den Chinesen. Einem Jahr dem es egal ist ob es 2014 heißt oder 8765. So gesehen müsste man auch bei jedem x-beliebigen Tag ein Gefühl von Wehmut haben, denn dieser Tag kommt nie wieder so wie auch jeder andere Tag nie wieder kommt.

Dennoch ist ein Jahreswechsel etwas besonderes, mehr Aufwand als bei einem Monats- oder Tageswechsel. Es treten mehr Gesetze in Kraft, die Kalender müssen ausgetauscht werden und man muss sich erst einmal an die neue Jahreszahl gewöhnen.

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Wünsche für das neue Jahr

Wünsche für das neue Jahr gibt es viele. Und es werden viel Wünsche an mich herangetragen. Zum Beispiel soll ich gesund bleiben. Was mach ich nun? Ich hab mir nichts vorgenommen, aber andere haben eine Erwartungshaltung. Sie wünschen mir was und wollen das natürlich auch in Erfüllung gehen sehen. Auf der anderen Seite, wenn ich nicht gesund bleibe, wird den Gesundheitswünschern klar, dass sie sich mehr anstrengen müssen beim wünschen.

Die Wünscherei ist so eine Sache, man muß sich bewußt sein, dass so ein Wunsch auch in Erfüllung gehen kann.
Wünsche ich jemanden viel Geld, so kann es sein, dass er eine Bank ausraubt. Wünsche ich jemandem Glück, so kann es sein, er im Lotto den Jackpot bekommt und nicht ich (Glückwunsch gibt es nur zum Geburtstag, oder sagt jemand: Herzlichen Glückwunsch zu Silvester?). Wünsche ich mir Weltfrieden, so gibt es viele Unzufriedene. Das ist also alles gar nicht so einfach.

Erfolgreich ist auch noch ein häufig zu lesender Wunsch.  Erfolgreich hat auch 2 Seiten. Was des einen Erfolg, kann des anderen Niederlage sein. Und das widerspricht dem Weltfriedenswunsch.

Einen guten Rutsch ins neue Jahr – wohl eines der häufigsten Formeln. Zu 90% bedeutet das nichts anderes als: Boah, bin ich nett, ich habe den anderen mit netten Worten bedacht.
Denn meistens ist es uns egal wie und ob er rutscht. Wir können das auch kaum beeinflussen, wie jemand diese magische Milliardstel Sekunde verbringt, wo er von einem Jahr ins andere rutsch. Wir können es nur beeinflussen, wenn wir uns der Menschen annehmen.

Man kann diesen Rutsch auch nur bedingt aufhalten, für ein paar Stunden mit einem Flugzeug. Aber ansonsten hilft es nichts, man wird wie alle anderen 2012 wieder aufwachen und keiner wird mir Beifall klatschen wie einem Piloten, wenn ich in 2012 gelandet bin. Wir tun auch so, als ob das alte Jahr ein Freund gewesen ist, der geht. Nein, der Freund geht nicht, er zieht sich nur um.

Es ist nun mal Sitte, sich nicht Pech und Pest an den Hals zu wünschen, sondern Glück und Gesundheit.

Denn eindrucksvollsten Neujahrswunsch hatte ich von einem alten Nachbarn, schräg gegenüber der Straße. Der ist bestimmt so 80 Jahre, seine Frau ist vergangenes Jahr verstorben, er ist unheimlich fit und hat einen riesigen Garten mit Gemüse. Ein Gärtner wie man sie nur in der alten Generation findet.

Er ging nach Mitternacht von einem Nachbarschaftsbesuch nach Hause und ich rief ihm zu: Einen guten Rutsch fürs neue Jahr.
Er blieb kurz stehen: Segen und Gesundheit für das neue Jahr.
Er hat sich darüber gefreut, dass man ihn grüßt und er ist so schlau zu wissen, dass ich eigentlich meine, dass er ein gutes Jahr haben soll.
Doch die Zeit einen richtigen Wunsch zu formulieren, einen tiefgründigen Neujahrswunsch, hat er sich genommen.
Gut formulierte Neujahrswünsche waren, so scheint es, noch vor Generationen ein wichtiger Bestandteil.

Besuchsstatistik zu Silvester

Wie schon zu Weihnachten gibt es auch zu Silvester eine Besuchsstatistik. Bei der Weihnachtsstatistik konnte man gut ablesen, wann ungefähr Bescherung gefeiert wird. Ebenso sollte es zu Silvester möglich sein, wie das Feierverhalten ist. Dabei handelt es sich nicht um diese Seite, sondern um eine andere Seite von mir, die auch Ausmalbilder für verschiedene Anlässe anbietet, darunter auch Weihnachten und Silvester.

Während alle anderen Seiten, wie auch diese hier, weniger Besuche für diese Tage verzeichnen, so ist es bei der Seite mit den Ausmalbildern anders. Da Ausmalbilder die Zielgruppe der Kinder bis max. 8 Jahren anspricht, kann man auch rückschließen, dass das Internet Einzug in die Familie gehalten hat. Zu Silvester gab es ca. 30% mehr Besuche auf der Seite für Kinder als zu Weihnachten.

Der Beginn der Zugriffe war Weihnachten und Silvester gleich und lag bei ca 9 Uhr. Das Ende lag Weihnachten bei 17 Uhr, Silvester ging die Kernzeit bis 20 Uhr. Danach plätscherte es vor sich hin. Entweder kann man sagen, ab ca. 20 Uhr ist Schluß für die Kleinen oder alle gingen zum Feiern. Ab 20 Uhr geht ja auch das Fernsehprogramm los. Man kann mehr oder weniger sagen, alles in Ordnung in deutschen Wohnzimmern.

Wieso an Silvester mehr Zugriffe als an Weihnachten? Kann natürlich sein, dass an Weihnachten viele mit den Kindern am nachmittag unterwegs sind um die Wartezeit zu verkürzen. Zum Beispiel ist Kino sehr beliebt. Das wird an Silvester weniger gemacht, die Kinder können ruhig im Haus bleiben, aber sie müssen beschäftigt werden. So ist ausmalen und anschließend vielleicht ausschneiden als Silvesterdeko durchaus eine Möglichkeit.

Wie es tatsächlich ist, kann man natürlich nicht sagen und sicherlich lassen sich noch mehr Dinge ablesen.

Statistik Silvester
graphische Darstellung der Zugriffe am 31. Dezember

Silvester und die Vorsätze

Vorsatz
www.karikatur-cartoon.de - Cartoons von Roger Schmidt

Immer zu Silvester gibt es Vorsätze, von denen 90% kläglich scheitern. Maximal 10% werden in die Tat umgesetzt. Das wissen die meisten und trotzdem warten alle 365 Tage lang um sich wieder selbst zu enttäuschen. Doch für den Augenblick ist das wie ein Rausch. Es scheint alles möglich an diesem magischen Zeitpunkt des Jahreswechsels. Den nehmen übrigens nur wir wahr, weil wir auch die einzigen Lebewesen sind, die Uhren tragen. Tiere und Pflanzen dürften sich kaum Vorsätze machen, die gehen davon aus, alles richtig zu machen. Nur der Mensch sieht sich als fehlerhaft und will sich korrigieren.

Unser Gehirn ist zur halluzinatorischen Wunscherfüllung fähig. Der Vorsatz alleine bewirkt ein Rauschgefühl. Es ist das Gefühl, als ob wir das schon umgesetzt haben. Doch den Worten müssen erst Taten folgen und da muß der Vorsatz von der Hirnrinde mit anderen Teilen des Gehirns verknüpft werden. Bei manchen scheitert das bereits mangels Masse.

Es gibt die stillen Vorsätze, die Vorsätze die nicht unter Gruppenzwang entstehen. Diese Vorsätze entstehen aus einem tiefen Wunsch und stehen im Gegensatz zu den Vorsätzen die feuchtfröhlich kund getan werden. Sollte ein stiller Vorsatz scheitern, so blamiert man sich zumindest nicht vor den Anwesenden, die vielleicht doch mal nachfragen, wie es mit dem Vorsatz ist.
Ein öffentlich ausgesprochener Vorsatz kann einen Schub zur Umsetzung geben. Wenn man bewußt öffentlich einen Vorsatz bekannt gibt, dann baut man auf öffentlichen Druck diesen Vorsatz auch einzuhalten.
Es kommt auf den eigenen Charakter an, wie und wo man Vorsätze sich vornimmt. Die beste Chance der Umsetzung bietet die Variante, die größten Druck auf den eigenen inneren Schweinehund aufbaut.

Wieso denn an Silvester / Neujahr die vielen Vorsätze? Für viele scheint es so zu sein, als ob man in dieser Nacht die Karten neu mischen kann. Das ist ein Trugschluß. Die Karten kann man jederzeit zu jeder Stunde neu mischen. Und so kann man sich jeden Tag neu in Vorsätzen üben. Vielleicht mag es ein Jackpotgefühl sein, wenn man einen Silvestervorsatz umsetzt. Aber er ist nicht wertvoller als ein umgesetzter Vorsatz von irgendeinem Tag zu irgendeiner Stunde.

Eine goldene Regel ist sicher die, sich nicht zuviel vorzunehmen. Es ist besser kleinere umsetzbare Vorsätze in den Raum zu stellen und diese umzusetzen. Das bringt Glücksgefühle und der nächste Vorsatz wird schon leichter. Man kann sich auch belohnen, wenn ein Vorsatz gelingt. Danach ist unser Hirn süchtig.

Mein Vorsatz? Ich halte mich an meinen Vorsatz vor vielen Jahren der da lautet: Ich mache mir keinen Vorsatz.  Dieses konnte ich bisher immer erfüllen.