Ich bin gegen…

…Vuvuzelas, die Fifa und somit gegen die WM. Ich bin dagegen, sonnige Sonntagnachmittage vor dem Fernseher zu verbringen und auch Public viewing mag ich nicht. Denn ich bin weder F1 noch Fußballfan.

Doch am 27. Juni bin ich meinen Prinzipien untreu geworden.
Die Umgebung machte den Eindruck, als ob sie entsiedelt sei und sämtliche Fähren den Betrieb eingestellt haben. Es fehlten nur noch die durch die Straße rollenden Büsche, die in jedem Western vorkommen. Einzig und alleine ein einsamer Traktor in der Ferne, der seine Kreise zum Heumachen zog, war zu hören.

Auch bin ich dagegen von „wir“ zu sprechen, denn es sind 11 Männer, gewählt von einem Trainer. Ich hatte keinerlei Einfluß darauf, wer dort auftritt. Doch auch dieses habe ich für einen Augenblick über Bord geworfen und hatte das Gefühl: „Wir haben gewonnen“.

Da diesen Rausch wohl die meisten in Deutschland erleben, ist die Stimmung entsprechend gut. Für einen Moment treten Weltwirtschaftskrise, Sparprogramm und Bundespräsidentenwahl in den Hintergrund.

Ich gratuliere der deutschen Mannschaft, also auch mir, zu diesem grandiosen Spiel.

Weiterhin bei Aral tanken oder nicht?

BP läßt es sprudeln, direkt in den Golf von Mexico, und das seit Wochen.

Notfallpläne für einen derartigen Zwischenfall scheint es nicht gegeben zu haben. Wessen Schuld ist das? Das der Aufsichtsbehörde oder des Konzerns? Und das sind nicht die einzigen Fragen. Wo bleibt der Protest, der Aufschrei der Naturschutzorganisationen wie Greenpeace?

Der Aufschrei wäre nicht zu überhören wenn es hierzulande geschehen wäre. Längst würden sich viele von BP und der dazugehörigen Tankstellenkette ARAL abwenden.

Aber es ist nun mal Amerika. Dort sind Naturaktivisten immer noch Vaterlandsverräter und Hippies. Ausserdem fehlen puplikumswirksame Bilder. Der Kormoran liegt nicht massenhaft ölverschmiert am Strand und die Otter sind diesmal auch irgendwie störrisch. Es fehlt die leidende Kreatur um Stimmung zu machen. Das Problem ist dank Chemie weitgehend unter Wasser und somit aus dem sichtbaren Bereich verlagert. Dort richtet der Chemikalienmix erheblichste und noch unabsehbare Schäden auf Jahrzehnte an. Lediglich die Fischer, die auf die Vermarktung der Meereslebewesen angewiesen sind, protestieren laut.

Und was mache ich? Ich glaube, ich unterstütze die Hippies und werde Vaterlandsverräter nach amerikanischen Maßstäben.

a bayrischer Cowboy

a bayrischer Cowboy
a bayrischer Cowboy

A bayrischer Cowboy in Ostfriesland, das mag eine nette Randnotiz in einer Zeitung sein, solange man nicht selbst dieser Cowboy ist. Dem ist aber nicht so.

Dem Nachbar ist ein übermütiges Jungrind mit ausgeprägtem Bewegungsdrang abhanden gekommen. Da dieser Nachbar Probleme mit dem Knie hat und das Rind durchaus bereit war, Wege einzuschlagen, die nicht für einen Traktor geeignet sind, sattelte ich mein Drahtpferd, verzichtete aufgrund der gebotenen Eile auf Cowboystiefel und Hut und jagte querfeldein, immer bestrebt, Fluchtwege abzuschneiden. Doch wer die ostfriesische Ecke kennt, in der ich lebe, der weiß um die vielen Wassergräben. Es ist keine Idealkombination, kniehohes Gras, Nieselregen, Dämmerung und Ortsunkenntnis. Das hat wohl auch das Rind bemerkt und fand immer wieder Auswege.

Nachdem das über beide Ohren grinsende Jungtier vor dem Gatter stand, brachte es der Bauer nicht rechtzeitig auf und das Rind machte sich wieder auf den Weg ins Hinterland. Nach einer weiteren halben Stunde und völlig außer Atem mußten wir einsehen, dass das nichts mehr wird. Es gesellte sich zu einer anderen Herde und wird dann wohl morgen früh eingefangen.

Neben dem bayrischen Cowboy hatte ich auch den Song:
komm hol das lasso raus
wir spielen cowboy und indianer
wir reiten um die wette ohne rast und ohne ziel
hast du mich umzingelst
werde ich mich ergeben
stell mich an den Marterpfahl
komm hol das lasso raus
so wie beim ersten mal

– im Ohr.
Was bei Frauen wunderbar funktioniert, wurde hier kurzerhand über den Haufen geworfen, mangels Marterpfahl, Lasso und der Sache mit der Umzingelei.

Nosalata

Nosalata
Kein Salat in der Jungesellenwoche

Was ist das schöne am Junggesellenfood? Es ist gradlinig, konsequent und eindeutig, es ist Männeressen. Da hat ein Salat keinen Platz, er würde zerrieben im Getriebe aus Cholesterin und Testosteron.

Ein großes Schild prangt an der Kühlschranktür: „Wir müssen draussen bleiben“, darunter ein Salatkopf. Nicht für immer, aber für ein paar Jungesellentage. Während die  Freundin in New Orleans weilt sehe ich täglich zu, wie die Schnecken sich über den Salat hermachen. Sollen sie nur, ich bin ja tierlieb, für eine Woche.