Der Sommer weint vor Freude

An jeder Ecke hört man es, der Sommer ist verregnet. Nein, lasst euch sagen, das ist kein Regen, das sind Tränen der Freude. Freude darüber, dass Ilse Aigner es wagt, sich für Verbraucher einzusetzen.

Bisher eher hartnäckig und Lobbyistenfreundlich blieb der Verbraucherschutz auf der Strecke. Das nicht nur unter Ilse Aigner, sondern auch unter ihren Vorgängern wie Seehofer.

Das Verbraucherministerium hat ein neues Portal eröffnet, Lebensmittelklarheit.de.
Ob diese Seite tatsächlich aufklären wird, kritisch mit den Lebensmittelherstellern umgeht, oder ob das ganze nur eine Beruhigungspille in Mogelpackung ist, muss sich erst noch erweisen.  Bis dahin lasst uns noch ein paar Freudentränen über diesen Schritt vergießen.

Langweilig

Langweilig wird es auf Dauer mit der Schreiberei, denn immer wieder patzt Ilse Aigner, unsere Landwirtschaftsministerin und nebenbei auch Verbraucherministerin.

Dioxinskanal? Da war doch was. Achja, Ilse Aigner wollte wasserdichte Gesetze schaffen um den Lebensmittelvergiftern das Handwerk zu legen. Man muß sich das vorstellen, da gibt es Firmen, die haben nichts anderes im Sinn, als ein paar Euro Profit und schrecken nicht davor zurück, dass Lebensmittel vergiftet werden. Es gab Zeiten, da wurden solche Leute öffentlich verbrannt. Und heute? Heute werden diese Leute von unserer Landwirtschaftsministerin gedeckt. Wieviel will diese Frau noch in die Hintern der Lobbyisten kriechen? Irgendwie muß sie doch schon in jedem gewesen sein.

Langsam wird es Zeit für den Abgang. Eine Ministerin, die für den Verbraucher noch nie richtig eingetreten ist. Dabei sollte sie bedenken, der Verbraucher ist systemrelevant, mehr als jede Bank und mehr als jede andere Lobby. Ich schenke jedenfalls keiner Lebensmittelindustrie Vertrauen, selbst den Landwirten stehe ich inzwischen mißtraurisch gegenüber. Denn die wollen ja sowas wie die Aigner, ansonsten würden sie dagegen protestieren. Ok, nicht pauschalisieren, nicht jeder Landwirt ist Begünstigter der Aignerschen Antiverbrauchertaktik und nicht jeder Landwirt nutzt den Lebensmittel- und Umweltvergifterrahmen aus. Es gibt Gott sei Dank einige vernünftige Landwirte, denen man nicht jeden Handschlag reglementieren muß und die mit gesundem Menschenverstand arbeiten. Aber das sind die wenigsten.

Und was ist mit Dioxin und unserem Geldbeutel? Haben wir dadurch schlechtere, aber dafür günstigere Lebensmittel? Nein, auch nicht. Denn alles läuft über EU-Subventionen und wir zahlen vorher schon einen gehörigen Teil in diese Subventionskassen. Gäbe es keine Subventionen, die Lebensmittel wären auch nicht teurer nur ehrlicher und besser.

Verbraucherschutzministerium = Transparenzverhinderungsministerium II

Stinkefinger GartenzwergGleich 2 Meckerartikel an einem Tag? Diese laufen unter der Kategorie “Ärger der Woche”. Besser wäre es, die Kategorie “Mein Kotzeimer” einzuführen.

Wieder das Verbraucherschutzministerium das wohl eher die Verbraucherdummhaltungsministerium heißen müßte und uns allen den Stinkefinger zeigt.

Was mich ärgert ist, dass das Ministerium vielfach um Gesundheitsbelastungen weiß. Das sogar häufig aus erster Hand, der Industrie. Doch es wird nichts getan zum Schutz der Verbraucher. Die Industrie scheint schützenswerter als der Bürger. Chinesische Zustände lassen grüßen.

Nehmen wir den Fall ITX. ITX ist eine toxische Substanz, die beim drucken verwendet wird. Kartonverpackungen (landläufig Tetrapack) werden bedruckt. Häufig wird das Rollendruckverfahren angewendet. So kommt die Innenseite mit der Druckseite in Kontakt und ITX gelangt so in den Saft oder in die Milch.

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Verbraucherschutzministerium = Transparenzverhinderungsministerium I

Dioxin ist zur Zeit in aller Munde, im wortwörtlichen Sinn.

Ist das ein neues Problem? Nein! Seit 1999 unter Künast kündigt das Ministerium hartes und schonungsloses Durchgreifen an, wie immer. Und wie immer passiert nichts, obwohl die Möglichkeiten bestünden. Der Grund ist natürlich die Wirtschaft und die Wirtschaftsgröße. Würde man Kontrollen anordnen, kostet das Geld, das verteuert die Futtermittel und schon wird gerufen: “Herrje, der Export, Hilfe das Wirtschaftswachstum”. Man kann natürlich an anderen Komponenten der Futtermittel sparen, indem man Druck auf die Weizenpreise macht, doch das würde den Landwirten schaden.

Nun steht jeder Landwirtschafts- und Verbraucherminister vor der Frage: Die Landwirte gegen sich bringen, die Futtermittelindustrie gegen sich bringen oder die Verbraucher mit schönen Worten abspeisen. Die Antwort dürfte in dem Lobby- und Nichtstuerministerium klar sein.
Bleibt zu hoffen, dass der Importstopp einiger Länder für deutsche Landwirtschaftsprodukte so empfindlich ausfällt, dass es wirklich knirscht im Gebälk.

Schnell ist Verbraucherschutzministerin Aigner (CSU) nur, wenn es um den Schutz der Lobbyisten geht. So verschwand 4 Stunden nach einem Urteil alle Seiten aus dem Internet, wer Agrarsubventionen bekommt. Darunter viele Wirtschaftsunternehmen.