Das Amt ist beschädigt

Amt ist beschädigtLangsam kann ich diesen Satz, “das Amt ist beschädigt”, nicht mehr hören. Er ist abstrakt und viele können sich darunter nichts vorstellen. Der Satz wird solange in die Köpfe gehämmert, bis der letzte denkt, da ist etwas übergigantisches und großes am Werk.

Der Satz ist eine inhaltsleere Phrase, also wie gemacht für Politiker. Und schon wird er in jedes Mikrophon hineingeschleudert, das gerade herumsteht.

Es gibt verschiedene Ämter, wie z.B. Ehrenamt oder Kirchenamt? Im Fall Wulff reden wir von einem öffentlichen Amt.

Bürgermeister, Landespolitiker oder Minister bekleiden so ein öffentliches Amt. Das Wort “bekleiden” deutet schon an, was es ist, die Politiker ziehen dem Posten ein Gewand über, geben dem Posten ein Gesicht. Geht der Amtsinhaber, ist der Posten immer noch da und wird wieder neu angezogen.

Schaden dem Volk mit Hilfe der Amtsmacht zufügen

Das Bundespräsidentenamt kann nicht beschädigt werden, da damit sogut wie keine Befugnisse verbunden sind. Ich gehe von “beschädigen” im Sinne von Schaden für den Bürger aus. Das was Wulff vorgeworfen wird, fand vor Antritt als Bundespräsident statt. Wenn er mit der Wahrheit gespielt hat, dann hat er sich selbst in ein Licht gesetzt, nicht das Amt. Denn das bedeutet ja nicht, dass fortan jeder Bundespräsident mit der Wahrheit spielen muß.

Es gibt aber sehr wohl die Möglichkeit den Bürger mit Hilfe der Amtsmacht zu schädigen.

Nehmen wir zum Bespiel Aigner, die locker fluffig mit der Volksgesundheit spielt. Ganz nebenbei sorgt sie dafür, dass die Artenvielfalt zurückgeht und die Landschaft zum Nachteil von uns umgebaut wird. Das alles auf Kosten der Steuerzahler. Das nenne ich Schaden. Dabei wollte die Dame doch Schaden vom deutschen Volke abwenden, so zumindest ihr Eid bei Amtsantritt. Genau genommen hat sie einen Meineid geleistet. Doch niemand spricht von Amtsbeschädigung. Keine Presse bleibt hartnäckig an ihrem Treiben mit Sonnleitner und Lobby dran. Durch ihr handeln werden Milliarden den Lobbyverbänden in den Hintern geschoben und Milliarden von uns Bürgern genommen. Ganz nebenbei wird auch noch die Lebensqualität dauerhaft beschädigt.

Oder Ramsauer, der sich gerne mal aufspielt aber sogut wie nichts leistet. Er simuliert Politik, wie Dr. Toni Hofreiter sagte. Ramsauer kann nichts anderes als Geld nehmen und verkehrt einsetzen. Da ihm bewußt ist, dass er die nächste Amtszeit nicht erleben wird, besetzt er jetzt die wichtigen Beamtenstellen mit seinen Freunden. Er wählt nicht nach Qualifikation aus, sondern wer ihm genehm ist. Auch das ist Schaden für uns Bürger. Auch er wollte Schaden von uns abwenden und bringt kaum anderes als Schaden.

Da wir bei Jobvergabe unter der Hand sind. Dirk Niebel, seines Zeichens Entwicklungshilfeminister, wollte das Amt ja mal abschaffen. Nun hat er dem Amt eine neue Wichtigkeit gegeben und es positiv umstrukturiert. Eine gute Leistung, die ihm auch über Fraktionen hinweg so bescheinigt wird. Doch nun beginnt auch er wie Ramsauer die Beamtenstellen unter Freunden aufzuteilen. Auch er weiß, dass er eine nächste Amtperiode sehr wahrscheinlich nicht erleben wird.

Ist dieses Zeichen, Posten unter Freunden aufzuteilen, ein Zeichen dafür, dass man nicht mehr sein wird? Im Falle Ramsauer begrüße ich das.

Der “kleine-große” Schaden

Wir müssen gar nicht so hoch greifen mit Schaden im Amt ausführen. Auch ein Bürgermeister oder ein Bezirksleiter, wie in Hamburg, können großen Schaden dem Bürger zufügen. Da lässt ein Bürgermeister eine Schweinemast zu und schon sind die Häuser sogut wie nichts mehr wert. Da läßt ein Bürgermeister einen Spielplatz schließen zu Gunsten eines schmucken Dienstwagens und die Kinder haben das nachsehen. Viele Dinge, die dem Bürger schaden. Sie mögen klein wirken, sind aber genau das, was uns betrifft und sollte deshalb uns wichtiger sein als ein Amt, über das in Kürze sowieso keiner mehr spricht. Zu Weihnachten starren dann die Fernsehkameras wieder auf den Bundespräsidenten. Lieber wäre es mir, die Kameras wären vor Ort bei den tatsächlichen Sorgen der Bürger.

Peanuts

Das was Wulff gemacht hat, ist Peanuts. Es hat uns außer einer Vielzahl an aufgeregten, zum Teil verlogenen Diskussionen und Sendeverschiebungen, finanziert durch die GEZ-Gebühren, nichts gekostet. Der Fall Wulff ist harmlos. Vielleicht sucht man deshalb nach großen Worten wie “Das Amt ist beschädigt”.

Crazy Crows Wochenschau – Ausgabe 2/2012

Wochenschau logo Crows Wochenschau –
subjektiv und erfrischend frei von political correctness.

Jede Woche – Freude und Ärger, sinnvolles und sinnentleertes,
Wichtiges und Unwichtiges 

KronkorkenDer Schulunterricht soll, wo immer es möglich ist, lebendig, anschaulich und lebensnah gestaltet sein. Schließlich will man Schüler für das Leben fit machen. Welche lebensnahen Situationen der Lehrer, der mit seinen Schülern Rohrbomben baute im Sinn hatte, bleibt ein Rätsel. Rohrbomben sind fern jeder lebensnahen Situation, Sprengstoffgürtel wäre die richtige Wahl gewesen.

KronkorkenAuf welche Schule der FDP-Rösler gegangen ist, weiß ich nicht. Vielleicht war alles sehr theoretisch. Herr Rösler, theoretisch kann man auch mit negativen Zahlen rechnen und es kann in theoretischen Rechnungen herauskommen, dass in einem Raum weniger 0 Personen anwesend sind. Aber eines ist sicher: In Deutschland braucht man als Partei 5% plus um mitreden zu können. Theoretisch sind Sie mit Ihrer Partei im Minus, praktisch ist Ihre Partei leider noch mit dabei. Als Bürgernah angetreten und viele Hoffnungen geweckt entziehen Sie sich gerade einem Stück Gerechtigkeitsempfinden des Volkes. Die Finanztransaktionssteuer kommt sowieso. Und nochmal: Die Steuer wird beim Verursacher erhoben nicht in einem speziellen Land. Die Finanztransaktionssteuer war der letzte Rettungsring Ihrer untergehenden Partei und Sie schieben diesen noch weg.

KronkorkenFrau Aigner, es ist bekannt, dass Sie für den Verbraucherschutz ungeeignet sind. Sie müssen nicht ständig diesen Beweis antreten. Was mag dieser Dame durch den Kopf gegangen sein, als böse Verbraucherschützer massenhaft gefährliche Keime im Hähnchenfleisch der Firmen Wiesenhof, Stolle und Sprehe entdeckt haben? Vermutlich dachte Sie, wie produziere ich Luftblasen und verkaufe das als Aktivität. Das ist wieder mal voll gelungen. Frau Aigner liebt die Lobby und die Lobby Frau Aigner. Würden beide heiraten, es wäre ein Traumpaar.
Das Problem sind massiv eingesetzte Antibiotika in den Hühnermastanlagen. Dadurch bilden sich antibiotikaresistente Keime. Das kann bei anfälligen Menschen lebensbedrohlich werden. Und was sagen die betroffenen Mästereien? Mit Küchenhygiene wäre das Thema erledigt. Aber Hallo, die Küche ist kein Reinraum und wenn ich erst einen sterilen Raum mit Schleuse errichten muß für ein Hähnchenschenkel, verzichte ich lieber darauf. Das ist der selbe Geschichte wie: Haltbar bis bei 4 Grad und keiner Unterbrechung der Kühlkette. Wie bitte soll ich Hähnchen durch die lange Kassenschlange bringen ohne die Kühlkette zu unterbrechen? Das ist das gleiche wie: Unter Schutzatmosphäre verpackt. Das heißt nichts anderes, man hat keimhemmende Gase verwendet, die zudem auch noch das Fleisch rot aussehen lassen, selbst wenn es verdorben ist. Da immer irgendein Huhn krank ist in diesen Mastanlagen, wird auf Einsatz von Antibiotika nicht verzichtet werden und wir essen weiterhin krankes Hühnerfleisch, Quälfleisch und verseuchtes Fleisch. Wehe ein kleiner Imbissstand hätte etwas mit blanker Hand angelangt, das ist ein Vergehen. NRW versucht wenigstens etwas zu tun, kann aber nicht richtig handeln, da ihr die Hände von oben herab gebunden sind. So bleibt es bei freiwilligen Angaben der Hähnchenmäster. Diese Luftnummer der Aigner hätte man sich sparen können.

KronkorkenWer hat schon mal Simcity gespielt? Ein Simulationsspiel bei dem man eine Stadt errichten kann mit allem drum und dran. Auch der Verkehr ist dort simuliert. Wie Gott oder, wie im folgenden Fall, die Bahn, kann man eine Verkehrsverbindung unterbrechen und zuschauen, wie die Anwohner wie Ameisen verzweifelt einen Weg suchen. Das scheint der Bahn auch Spaß zu machen und hat kurzer Hand einen Bahnübergang ohne Rücksprache gesperrt. Das ganze wird dann noch mit Fehlinformationen und mangelnder Kompetenz gemixt. Fertig ist das Bahnprodukt.

KronkorkenChina ist für Revolutionen bekannt. Verbraucher praktizieren dort nun eine neue Form des Protestes. Eine Revolution im Verbraucherschutz. Passt etwas nicht oder es wurden falsche Versprechungen über das Produkt gegeben, wird das Produkt in einem Happening öffentlich zerstört, am besten noch vor der betreffenden Firmenzentrale. Blogger filmen das und berichten darüber. Das führt zu schnellen Reaktionen der Firmen und es wird nichts auf die Rechtsanwaltsschiene geschoben. Ich finde, das sollte man auch in Deutschland einführen.

Was gibt es sonst noch? Deutschland leiht sich Geld und wird dafür auch noch bezahlt. Wer zahlt dieses Geld? Die kleinen Kontoinhaber. Und da jammert Rösler, wenn ein paar Euro auf die Aktienhändler zukommen. Hier liegt immer noch kein Schnee. Man freut sich schon, wenn es mal kalt ist. Außerdem schaue ich jeden Abend Enterprise an, ich will endlich wissen, wie das beamen geht. Und wenn ich es weiß, nichts wie weg von hier.

 

Strahlende Landschaft

Uran im DüngerBlühende Landschaften wurden der ehemaligen DDR und Westdeutschland versprochen. Was wir haben sind Monokulturen, in denen sogut wie nichts blüht.
Dafür haben wir strahlende Landschaften. Und zwar überall dort, wo fleißig gedüngt wird. Nein, diesmal ist nicht die Gülle gemeint, die das Trinkwasser verseucht, sondern der mineralische Phosphatdünger.

Er belastet zwar nicht mit Nitraten den Boden und das Grundwasser, dafür aber mit Uran.

Uran kommt natürlich vor und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man Spuren von Uran im Trinkwasser findet. Im natürlichen Bereich kein größeres Problem. Wieviel von dem Uran im Trinkwasser enthalten sein darf, dafür gibt es sogar Grenzwerte.

Doch diese Grenzwerte einzuhalten wird immer schwieriger, vor allem in Gebieten mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Mineralischer Phosphatdünger enthält größere Mengen an Uran. Das ist mehr oder weniger auch natürlich, denn Uran gibt es in Spuren überall. Das Problem ist die Konzentration und die konzentrierte Ausbringung.

Doch davon weiß der Hobbygärtner und der Landwirt nichts bis nicht viel. Warum? Weil die Lobbyverbände nicht informieren. Weil es keine Deklarationspflicht gibt, wieviel Uran im Dünger enthalten ist, den wir gerade vor uns haben. Und es gibt keine Grenzwerte, wieviel Uran, sorry Dünger, ein Landwirt per Quadratmeter ausbringen darf.

Wieso gibt es darüber keine Aufklärung? Wieso gibt es keine Hinweise auf der Düngerpackung? Wieso wird das mit dem Uran so verschwiegen? Und wieso gibt Frau Aigner, Verbraucherschutzverhinderungsministerin, keine Interviews zu diesem Thema? Fragen Sie nach. Je mehr es tun, desto besser. Nichtstun unserer Politiker sollten wir uns nicht mehr gefallen lassen.

Denkt man an Natur- und Umweltschutz, fallen einem Dinge wie Geschwindigkeitsbegrenzung, böse Industrie oder auch die Glühbirne ein. Nach wie vor ist die Landwirtschaft der größte Umweltverschmutzer. Alles läßt sich nicht vermeiden und bis zu einem gewissen Maß ist das kein größeres Problem. Aber die intensive industrielle Landwirtschaft (auch konventionelle Landwirtschaft genannt) überfordert die Natur und Umwelt.

Inzwischen müssen einige Wasserwerke dazu übergehen, das Uran verseuchte Trinkwasser mit teuer zugekauften sauberen Wasser zu verdünnen. Denn Filter die es gibt, sind ja wieder zu teuer und die Entsorgung der Filter fällt unter das Atomrecht. Dabei dachte ich, wir haben den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen.
Auch hier gilt wie bei den Banken. Die Gewinne (Landwirtschaft) werden privatisiert, die Folgekosten abgewälzt.

Und ich gehe jetzt erstmal einen Kaffee trinken – auf einen strahlenden Tag.

Der Sommer weint vor Freude

An jeder Ecke hört man es, der Sommer ist verregnet. Nein, lasst euch sagen, das ist kein Regen, das sind Tränen der Freude. Freude darüber, dass Ilse Aigner es wagt, sich für Verbraucher einzusetzen.

Bisher eher hartnäckig und Lobbyistenfreundlich blieb der Verbraucherschutz auf der Strecke. Das nicht nur unter Ilse Aigner, sondern auch unter ihren Vorgängern wie Seehofer.

Das Verbraucherministerium hat ein neues Portal eröffnet, Lebensmittelklarheit.de.
Ob diese Seite tatsächlich aufklären wird, kritisch mit den Lebensmittelherstellern umgeht, oder ob das ganze nur eine Beruhigungspille in Mogelpackung ist, muss sich erst noch erweisen.  Bis dahin lasst uns noch ein paar Freudentränen über diesen Schritt vergießen.

Langweilig

Langweilig wird es auf Dauer mit der Schreiberei, denn immer wieder patzt Ilse Aigner, unsere Landwirtschaftsministerin und nebenbei auch Verbraucherministerin.

Dioxinskanal? Da war doch was. Achja, Ilse Aigner wollte wasserdichte Gesetze schaffen um den Lebensmittelvergiftern das Handwerk zu legen. Man muß sich das vorstellen, da gibt es Firmen, die haben nichts anderes im Sinn, als ein paar Euro Profit und schrecken nicht davor zurück, dass Lebensmittel vergiftet werden. Es gab Zeiten, da wurden solche Leute öffentlich verbrannt. Und heute? Heute werden diese Leute von unserer Landwirtschaftsministerin gedeckt. Wieviel will diese Frau noch in die Hintern der Lobbyisten kriechen? Irgendwie muß sie doch schon in jedem gewesen sein.

Langsam wird es Zeit für den Abgang. Eine Ministerin, die für den Verbraucher noch nie richtig eingetreten ist. Dabei sollte sie bedenken, der Verbraucher ist systemrelevant, mehr als jede Bank und mehr als jede andere Lobby. Ich schenke jedenfalls keiner Lebensmittelindustrie Vertrauen, selbst den Landwirten stehe ich inzwischen mißtraurisch gegenüber. Denn die wollen ja sowas wie die Aigner, ansonsten würden sie dagegen protestieren. Ok, nicht pauschalisieren, nicht jeder Landwirt ist Begünstigter der Aignerschen Antiverbrauchertaktik und nicht jeder Landwirt nutzt den Lebensmittel- und Umweltvergifterrahmen aus. Es gibt Gott sei Dank einige vernünftige Landwirte, denen man nicht jeden Handschlag reglementieren muß und die mit gesundem Menschenverstand arbeiten. Aber das sind die wenigsten.

Und was ist mit Dioxin und unserem Geldbeutel? Haben wir dadurch schlechtere, aber dafür günstigere Lebensmittel? Nein, auch nicht. Denn alles läuft über EU-Subventionen und wir zahlen vorher schon einen gehörigen Teil in diese Subventionskassen. Gäbe es keine Subventionen, die Lebensmittel wären auch nicht teurer nur ehrlicher und besser.