elektrische Zahnbürsten – Rossmann und Schlecker

Ersatzbürsten für elektrische Zahnbürsten

Nicht wenige dürften sich die elektrische Zahnbürste Dentala von Schlecker gekauft haben. Vielleicht haben sich einige wie ich im Ausverkauf bezüglich der Insolvenz der Firma Schlecker noch mit Ersatzbürsten für Dentala eingedeckt.

Aber was ist, wenn der Akku kaputt ist? Was ist wenn ich keine Ersatzbürsten mehr für die elektrische Zahnbürste von Schlecker habe? Muß ich das Gerät oder die Zahnbürsten entsorgen? Wo gibt es Ersatz für die elektrische Zahnbürste von Schlecker? Gibt es überhaupt Ersatz?

Ja, es gibt Ersatz; nein, man muß nichts wegen mangelnden Ersatz entsorgen. Wer Ersatzbürsten oder ein Ersatzgerät braucht geht zur Drogeriekette Rossmann und holt sich die Bürsten oder das Gerät von Perlodent.

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Bald Sammlerwert – der Kassenbon von Schlecker

Kassenbon von Schlecker

Am Freitag, 1. Juni 2012, beschloß die Gläubigerversammlung die Drogeriemarktkette Schlecker pleite gehen zu lassen. Insolvenzverwalter Geiwitz hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt um das Unternehmen zu retten. Mögliche Interessenten als Nachfolger für Schlecker boten zu wenig.

Reiz und Fluch von Schlecker

Schlecker war Synonym für die Ausbeutung von Mitarbeitern. Fast wie in keinem anderen Unternehmen wurden Schleckermitarbeiter ausgenützt und Gefahren ausgesetzt. Das hatte zwar angefangen sich zu ändern, aber der Ruf war in der Welt und einige Verbraucher kauften dort nur noch ein, wenn es gar nicht anders ging.

Oft war es gar nicht anders möglich als bei Schlecker zu kaufen. Da sind wir schon bei dem extrem tollen Vorteil von Schlecker. Fast überall gab es eine Filiale, selbst in kleineren Dörfern oder in Stadtvierteln wo sich sonst kein Geschäft befand. Schlecker war wirklich nah am Kunden, zumindest wenn man von der räumlichen Nähe spricht. Schlecker bot für viele eine Einkaufsmöglichkeit um die Ecke ohne gleich wegen Toilettenpapier ins Auto steigen zu müssen. Für viele alte Menschen ohne Fahrmöglichkeit war Schlecker einfach der Einkaufsladen. Fast wie Tante Emma um die Ecke.

Auch ich hatte Schlecker eine Zeit lang reichlich genutzt. Immerhin hatten die fast alles. Von Kaffee bis Zigaretten, für ein Bloggerleben unentbehrlich, bis hin zu Kerzen und Blumenerde.

Schlecker und Arbeitsplätze

Lassen wir mal die Bedingungen außer acht. Schlecker hatte häufig Personal das sonst auf dem heutigen Arbeitsmarkt schwer unterkommt. Ab 40 gehört man zum alten Eisen, ab 50 ist man Grabverweigerer. Schlecker bot für viele Familien den notwendigen Job um über die Runden zu kommen. Diese Jobs gibt es nicht mehr und wird es in dieser Form so schnell nicht wieder geben. Denn eines muß ich sagen, sympathischer sind mir die anderen Drogeriemarktketten nicht. Bei Rossmann und Co fehlt mir die familiäre Ausstrahlung die ein etwas zu eng geratener Schleckermarkt hat. Es war in vielen Filialen sowas wie Wohnwagenfeeling, mich hats nicht gestört. So kam ich mit der einen oder anderen holden Weiblichkeit ins Gespräch weil man sich über Wegerechte absprechen mußte.

Man kann nur hoffen, dass die Mitarbeiter ähnlich gute Jobs finden. Immerhin haben sie hohe Eigenverantwortung erlernt. Ob das Andernorts gefragt ist, keine Ahnung. Die Mitarbeiter mußten viel durchmachen, von der ersten Insolvenzankündigung bis hin zum Hoffnungsschimmer.

Der historische Kassenzettel

Heute war ich bei Schlecker, nochmal Zahnbürsten für meine elektrische Zahnbürste von AS besorgt. Dieses Teil läuft seit Jahren ohne Mangel. Ein gutes Produkt, aber ohne Zahnbürste nicht zu gebrauchen, außer um summenden Lärm zu machen oder um damit in der Nase zu bohren.

Bis Ende Juni haben die Schleckerfilialen noch geöffnet. Es wird in dieser Verkaufsphase viele Rabattaktionen geben. Also holt euch auch ein historisches Zeitdokument in Form eines Kassenzettels von Schlecker.

Schlecker kann vorläufig weiter machen

Schlecker hat sich im Rahmen seines Insolvenzantrages mit dem Lieferanten Markant einigen können(Quelle: FAZ). Die Filialen werden wieder mit Waren beliefert, so dass der Betrieb aufrecht erhalten werden kann.

Ob das allerdings die Lösung der Probleme ist? Ganz sicher nicht. Der Ruf ist ruiniert und es gibt eine breite Front der Schleckerverweigerer. Da wird auch kein Imagepolieren durch neue Logos oder Slogans helfen. Ein zukunftsfähiges Konzept muß die Kritikpunkte im soialen Bereich offensiv angehen. Und dann ist es immer noch fraglich, ob man mit Seife und Shampoo eine Filiale erhalten kann.

Der starke Vorteil den Schlecker gegenüber anderen Mitbewerben hat ist das breite Filialnetz. Aber ob man. wo früher sich ein Tante Emma Laden befunden hat einen Drogeriemarkt benötigt, glaube ich nicht. Bessere Chancen räume ich ein, wenn sich der Drogeriemarkt zu einem Haushaltsmittelladen oder ähnlichem wandelt und dieses auch so vermarktet. Denn in der Tat ist es angenehm nicht wegen Ofenanzünder, einer Kerze  oder einem Putzmittel in ein großes Center zu fahren, sondern dieses vor Ort zu bekommen.

Diese Artikel gab es bisher schon, aber es wollte nicht so in die Köpfe. Wenn es dann eine soziale Komponente gibt, dann könnte ich mir gut vorstellen, Schlecker weiterhin erfolgreich zu führen.
Das aus Sicht eines einfachen Verbrauchers, der Geld ausgibt und sich aussucht wo er es ausgibt. Was auch immer passieren wird, es wird spannend was weiterhin passiert. Ich gehe davon aus, dass der Fall Schlecker vor allem für Unternehmer ein Lehrstück ist und sich zeigt, dass es eine Verbrauchermacht gibt.

Die Insolvenz Schlecker

Pleite, wie vielfach zu lesen, ist Schlecker nicht. Pleite im herkömmlichen Sinn ist Schlecker dann, wenn es so weiter geht. Daher wird eine Planinsolvenz gestellt, um Teile des Konzerns zu retten.

Die Zahlungsschwierigkeiten waren schon lange bekannt, zumindest von Marktbeobachtern. Zuletzt konnte man das vor Weihnachten gut beobachten. Da wurden Filialen geschlossen um mit dieser Ware die anderen Filialen mit Ware zu versorgen.

Mit dem Slogan “for you, Vor Ort” das Blatt zu wenden ist ein hilfloser Versuch das Ruder herum zu reißen. Doch so schnell ändert man keinen Kurs und wie die Costa Concordia ist die Schleckerfregatte auf Grund gelaufen. Eine weitere Parallele zu dem Schiffsunglück – es gab keine Warnung an die Beteiligten. Angestellte wie auch ver.di erfuhren davon meist aus der Presse. Nun muß jeder sehen, was er rettet und wie er sich rettet.

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