Wulff und sein Zapfenstreich

Jedem Bundespräsidenten stehen bestimmte Dinge zu. In der aktiven Zeit wie in der Zeit nach dem aktiven Amt. Dazu gehören zum Beispiel der Ehrensold und ein großer Zapfenstreich zur Verabschiedung. Versagt werden kann das nur, wenn zum Bespiel Rücktritt wegen persönlichem Fehlverhaltens vorliegt.

Rücktritt

Wulff ist aus politischen Gründen zurück getreten, wenn auch die Ursache in privaten Dingen und in seiner politischen Aktivität vor seiner Zeit als Bundespräsident zu suchen ist. Die Vergangenheit holte ihn zunächst in Form der Bildzeitung ein, in deren Fahrwasser war dann der politische Gegner aktiv. Die Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten war angeschlagen und ein Rücktritt folgerichtig.

Soweit ein Vorgang der nicht schön ist, aber vorkommen kann. Wulff hat seinen Rücktritt angetreten der neue Kandidaten für das Bundespräsidentenamt sind gekürt, die Wahl findet am 18. März, dem letzten Tag der 30 – Tagesfrist, statt. Zur Wahl stehen Gauck mit seiner zunächst zweifelhaften Nominierung und Beate Klarsfeld die von den Linken vorgeschlagen wird.

Ehrensold und Zubehör

Wulff steht ein Ehrensold, und Annehmlichkeiten wie Chauffeur mit Dienstwagen, Sekretär und Büro zu. Als letzte Ehrerbietung gibt es den großen Zapfenstreich. Das is tein Abschiedsabend mit festem Ritual, einer Ehrenformation der Bundeswehr inclusive des Bundeswehrorchesters. Wir können das auch als Schlüsselübergabe bezeichnen. Dieses Ritual kennzeichnet einen markanten Schlußpunkt und hat sowas wie eine Reinigungswirkung.

Neben dem Streit um das Ehrensold ist nun auch Streit um den Zapfenstreich entstanden. Die SPD will diesen Zapfenstreich für Wulff streichen. Viele sehen nach wie vor das Amt beschädigt und wollen dass Wulff in Demut und leise von der Bühne verschwindet.

politisches, würdeloses Gezanke

Ich persönlich finde das Gezanke um Ehrensold und Zapfenstreich so nötig wie eine Warze auf der Nase. Man spricht immer von Ehre und Würde die Wulff an den Tag legen soll. Das gleiche gilt natürlich auch für die Kritiker, speziell aus dem politischen Bereich. Es ist nun mal so, dass es so vorgesehen ist. Man kann Regelungen für die Zukunft ändern, aber selbst das ist schwierig. Um Wulff persönliches Fehlverhalten ankreiden zu können, müssen erst Ermittlungen geführt werden, erst dann können Rückschlüsse gezogen werden. Nehmen wir an, es käme bei einer Untersuchung heraus, es wäre nicht gerecht ihm einen Zapfenstreich oder Ehrensold zu verweigern, wie geht man dann damit um? Ein Zapfenstreich nach einem Jahr, nach zwei Jahren?

Wie seht ihr das? Soll Wulff einen großen Zapfenstreich erhalten?

Das Ergebnis der Umfrage war: 17% waren für einen Zapfenstreich, 83% waren gegen einen Zapfenstreich

Das Amt ist beschädigt

Amt ist beschädigtLangsam kann ich diesen Satz, “das Amt ist beschädigt”, nicht mehr hören. Er ist abstrakt und viele können sich darunter nichts vorstellen. Der Satz wird solange in die Köpfe gehämmert, bis der letzte denkt, da ist etwas übergigantisches und großes am Werk.

Der Satz ist eine inhaltsleere Phrase, also wie gemacht für Politiker. Und schon wird er in jedes Mikrophon hineingeschleudert, das gerade herumsteht.

Es gibt verschiedene Ämter, wie z.B. Ehrenamt oder Kirchenamt? Im Fall Wulff reden wir von einem öffentlichen Amt.

Bürgermeister, Landespolitiker oder Minister bekleiden so ein öffentliches Amt. Das Wort “bekleiden” deutet schon an, was es ist, die Politiker ziehen dem Posten ein Gewand über, geben dem Posten ein Gesicht. Geht der Amtsinhaber, ist der Posten immer noch da und wird wieder neu angezogen.

Schaden dem Volk mit Hilfe der Amtsmacht zufügen

Das Bundespräsidentenamt kann nicht beschädigt werden, da damit sogut wie keine Befugnisse verbunden sind. Ich gehe von “beschädigen” im Sinne von Schaden für den Bürger aus. Das was Wulff vorgeworfen wird, fand vor Antritt als Bundespräsident statt. Wenn er mit der Wahrheit gespielt hat, dann hat er sich selbst in ein Licht gesetzt, nicht das Amt. Denn das bedeutet ja nicht, dass fortan jeder Bundespräsident mit der Wahrheit spielen muß.

Es gibt aber sehr wohl die Möglichkeit den Bürger mit Hilfe der Amtsmacht zu schädigen.

Nehmen wir zum Bespiel Aigner, die locker fluffig mit der Volksgesundheit spielt. Ganz nebenbei sorgt sie dafür, dass die Artenvielfalt zurückgeht und die Landschaft zum Nachteil von uns umgebaut wird. Das alles auf Kosten der Steuerzahler. Das nenne ich Schaden. Dabei wollte die Dame doch Schaden vom deutschen Volke abwenden, so zumindest ihr Eid bei Amtsantritt. Genau genommen hat sie einen Meineid geleistet. Doch niemand spricht von Amtsbeschädigung. Keine Presse bleibt hartnäckig an ihrem Treiben mit Sonnleitner und Lobby dran. Durch ihr handeln werden Milliarden den Lobbyverbänden in den Hintern geschoben und Milliarden von uns Bürgern genommen. Ganz nebenbei wird auch noch die Lebensqualität dauerhaft beschädigt.

Oder Ramsauer, der sich gerne mal aufspielt aber sogut wie nichts leistet. Er simuliert Politik, wie Dr. Toni Hofreiter sagte. Ramsauer kann nichts anderes als Geld nehmen und verkehrt einsetzen. Da ihm bewußt ist, dass er die nächste Amtszeit nicht erleben wird, besetzt er jetzt die wichtigen Beamtenstellen mit seinen Freunden. Er wählt nicht nach Qualifikation aus, sondern wer ihm genehm ist. Auch das ist Schaden für uns Bürger. Auch er wollte Schaden von uns abwenden und bringt kaum anderes als Schaden.

Da wir bei Jobvergabe unter der Hand sind. Dirk Niebel, seines Zeichens Entwicklungshilfeminister, wollte das Amt ja mal abschaffen. Nun hat er dem Amt eine neue Wichtigkeit gegeben und es positiv umstrukturiert. Eine gute Leistung, die ihm auch über Fraktionen hinweg so bescheinigt wird. Doch nun beginnt auch er wie Ramsauer die Beamtenstellen unter Freunden aufzuteilen. Auch er weiß, dass er eine nächste Amtperiode sehr wahrscheinlich nicht erleben wird.

Ist dieses Zeichen, Posten unter Freunden aufzuteilen, ein Zeichen dafür, dass man nicht mehr sein wird? Im Falle Ramsauer begrüße ich das.

Der “kleine-große” Schaden

Wir müssen gar nicht so hoch greifen mit Schaden im Amt ausführen. Auch ein Bürgermeister oder ein Bezirksleiter, wie in Hamburg, können großen Schaden dem Bürger zufügen. Da lässt ein Bürgermeister eine Schweinemast zu und schon sind die Häuser sogut wie nichts mehr wert. Da läßt ein Bürgermeister einen Spielplatz schließen zu Gunsten eines schmucken Dienstwagens und die Kinder haben das nachsehen. Viele Dinge, die dem Bürger schaden. Sie mögen klein wirken, sind aber genau das, was uns betrifft und sollte deshalb uns wichtiger sein als ein Amt, über das in Kürze sowieso keiner mehr spricht. Zu Weihnachten starren dann die Fernsehkameras wieder auf den Bundespräsidenten. Lieber wäre es mir, die Kameras wären vor Ort bei den tatsächlichen Sorgen der Bürger.

Peanuts

Das was Wulff gemacht hat, ist Peanuts. Es hat uns außer einer Vielzahl an aufgeregten, zum Teil verlogenen Diskussionen und Sendeverschiebungen, finanziert durch die GEZ-Gebühren, nichts gekostet. Der Fall Wulff ist harmlos. Vielleicht sucht man deshalb nach großen Worten wie “Das Amt ist beschädigt”.

Crazy Crows Wochenschau – Ausgabe 1/2012

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subjektiv und erfrischend frei von political correctness.

Jede Woche – Freude und Ärger, sinnvolles und sinnentleertes,
Wichtiges und Unwichtiges 

Kronkorken“Der mit dem Wulff tanzt”, das wird der neue Schlager an den Kinokassen. Es wird auch über “Wulffsblut” oder über “Kein Wulff ruft mich an – mir ist einsam” nachgedacht. Je länger man darüber nachdenkt, desto eher ist man dazu geneigt, dass er gehen soll. Doch dann ist zunächst Seehofer als amtierender Bundesratspräsident an der Reihe. Will man das? Und was wird dann aus Bayern? Kommt dann Stoibähr zurück? Vermutlich wird dann Gutenberg der Landesfürst.

Kronkorken

Nirgendwo sonst liegt Freude und Frust so nah zusammen wie beim Sparschwein. Man bekommt von Oma ein rotes Sparschwein und vor deinen Augen steckt sie einen 10Mark Schein hinein. “Damit du dir mal ein Auto leisten kannst”, so mit geschwellter Brust und fürsorglicher Stimme. Ja, man war stolz, 10DM war eine Menge Geld. Doch es war nicht mehr sichtbar und greifbar. Es war hinter Schloß und Schlitz mit Zähnen gefangen. Man war reich und konnte sich trotzdem kein Eis kaufen. Komplizierte Befreiungsaktionen erlösten das Geld. Manchmal war es aber auch so, dass ein Sparschwein den Weg zur Filiale schaffte. Dort wurde es aufgesperrt und all das Kleingeld wurde von flinker Hand gezählt. Der Eintrag in das Sparbuch war ein erhebendes Gefühl. Dazu bekam man meistens sogar noch ein Geschenk. Früher war man als Kind noch König. Geht man heute in Zeiten des Euro in eine Filliale, dann wird das Geld in eine Plastiktüte gefüllt und zum zählen weggeschickt. Sind die Angestellten denn nun soweit im Ausbildungsniveau gesunken, dass zählen nicht mehr geht? Sind die kleinen Kunden derart uninteressant, dass man das eher als lästig empfindet? Oder will man sich am Euro die Finger nicht schmutzig machen. Lest selbst einen Bericht eines Spiegelredakteurs.

Kronkorken

Wir reden vom Jahreswechsel, in manchen Gegenden fragt man sich, ob der Wechsel vom Mittelalter in die Neuzeit denn geklappt hat. Bei den Ultraorthodoxen in Israel scheinbar nicht. Diese fanatischen und weltfremden Gläubigen beharren darauf, dass Frauen im Bus hinten einsteigen und die Straßenseite vor einer Synagoge wechseln. Das ist auch die Gruppe, die vor kurzem einen Hund zum Tode durch Steinigung verurteilt haben. Diese Ultraorthodoxen demonstrieren, weil der Staat sagt, so geht es nicht. Jetzt fühlen sich in Israel wie in Nazideutschland, obwohl keiner von denen dort war. Alles wäre zum lachen, wenn die sich nicht so vermehren würden. 8-10 Kinder sind keine Seltenheit, während die durchschnittliche israelische Frau, wie in allen anderen westlichen Staaten ungefähr 1,4 Kinder bekommt. Das bedeutet, in einigen Jahren werden die Kinder der fanatischen Gläubigen die Mehrheit ausmachen. Das wars dann wohl mit Jahreswechsel in die Zukunft.

KronkorkenDie Bundesagentur für Arbeit bescheißt in der Arbeitslosenstatistik. Es geht um ältere Arbeitssuchende. Die werden einfach nicht aufgelistet. Punkt, aus, fertig. Ältere Arbeitnehmer sind nicht existent. Dabei sind doch die Klimberworte unserer Ministerin Leyen sinngemäß so: “Unsere älteren Mitarbeiter sind wertvoll durch ihren Erfahrungsschatz, deshalb sollen die bis 67 arbeiten.” Weltfremdes gebrabbel. Kann der Frau mal jemand ein Redeverbot erteilen?

Kronkorken

Die Krankenkassen verschwenden Milliarden. Ups, wer hätte das gedacht? Und wie sie verschwenden, hauptsächlich versickert das Geld in der Bürokratie. Es geht darum, dass man ja keinen Euro zuviel genehmigt. Da lohnt es sich richtig mal mehrere Mitarbeiter anzusetzen. Würde das Geld in die Volksgesundheit gesteckt, man würde sich viel Folgekosten sparen. Es geht immerhin um 13 Milliarden Euro Einsparung, die man durch schlanke und vernünftige Verwaltung erreichen könnte..

KronkorkenEndlich kommt das Atommülllager zu uns. Das sagt nicht der Niedersachse, sondern der Bürgermeister eines spanischen Örtchens. Dort sind alle glücklich, da der Bau viele Arbeitsplätze schafft. Unsere Asse könnte auch Arbeitsplätze bringen, beim räumen. Doch die Behörden wollen das nicht, bürokratische Verzögerungstaktiken sollen solange Widerstand leisten, bis es zu spät ist. Dabei warnen die Fachleute, den Müll im Berg zu belassen. Beim Bau wurde auch von Fachleuten gewarnt und sie hatten recht. So wie sie diesmal auch recht haben. Aber Politiker sind mitunter resistent und gieren nur nach der nächsten Wahl. Gabriel war diese Woche auch wieder unten und hat so getan, dass ihn das überrascht. Dabei war er schon 10x unten und war inzwischen sogar Bundesumweltminister. Was für ein Heuchler.

So das wars wieder. Diesmal etwas weniger bissig, der liebe Zeitmangel. Grund ist das neue Design und der Seitenumbau. Das hat einiges an Zeit gekostet.

Wulff und sein Anruf bei der Bild

Unser Bundespräsident hat wohl eine holprige Vergangenheit hinter sich. Meiner Meinung nach eine Vergangenheit, die nicht weiter schlimm ist, die aber auch nicht ganz ohne ist. Vor allem im Anbetracht des Umstandes, dass er nun Bundespräsident ist. Da ist man auf dem Präsentierteller.

Dass etwas im Busch ist mit Wulff, konnte man in der Sendung “Bayrischer Stammtisch” mitbekommen. Da meinte Herr Markwort auf direkte Frage des großartigen Karrikaturisten Dieter Hanitzsch, ob sich vielleicht irgendeine Presseabteilung auf die Füße getreten fühlt: “Dazu will ich nichts sagen, das könnte böses Blut geben.”

Wie es scheint, fühlte sich der Springerverlag auf die Füße getreten und läßt mit der Demontage nicht locker. Der Anruf, den Wulff getätigt hat und darum gebeten hat, einen Artikel noch nicht zu schreiben, legt die Bildzeitung als Drohung aus. Rechtlich darf die Bildzeitung den Mitschnitt veröffentlichen.

Wir haben jetzt schon die Bandaufzeichnung vorliegen.