Mäuseplage auf der Weide

Nicht nur hier in Ostfriesland macht die Mäusepopulation Probleme. Viele Gebiete, die unter der Trockenheit der vergangenen Sommer gelitten haben, leiden unter den Mäusen.

Dabei sind es nicht nur die Landwirte die Probleme haben. Es gibt eine erhöhte Zahl an Hantavirus Erkrankten.

Gestiegene Mäusepopulation

Aufgrund der Dürre im Jahr 2018, dem trockenen Winter und den niederschlagsarmen Sommer 2019 ist die Mäusepopulation bis in den späten Herbst stark angestiegen.

Mir sind die Mäuse beim Gassi gehen an der Weide direkt vor den Füßen herum gelaufen. Meine kleinen Hunde hatten ein leichtes Spiel bei ihrer Mäusejagd.

Die Trockenheit begünstigt Mäusepopulationen, sofern Futter vorhanden ist.

Landwirtschaftliche Schäden

Neben der Dürre sorgen die Mäuse für zusätzlichen Ausfall, besonders auf den Grünflächen und Viehweiden.

Konnten viele Landwirte schon aufgrund der Trockenheit nicht genug Winterfutter ernten, so sorgte die Mäuseplage nochmals für einen Rückgang von ca. 10 %.

Man sagt dass der Schaden einer Maus mit etwa 3 € beziffert werden kann.

Die Maus ernährt sich vom Wurzelwerk und schädigt die Grasnarbe. Ganze Weiden oder Teilflächen sind abgestorben und braun.

Solche Flächen muss man sanieren, sprich bearbeiten, oberflächlich umbrechen und neu einsäen. Nicht überall ist das möglich oder erlaubt.

Die Wiesen- und Weideflächen hier im Umfeld stehen unter Naturschutz und eine Bearbeitung dieser Art ist nicht möglich. Ich bin gespannt wie sich die Flächen im Jahresverlauf entwickeln.

Auf der anderen Seite kann man froh sein dass nicht jede Wiese einfach umgebrochen werden darf um neu einzusäen. Den meist kommt nur Hochleistungssamen zur Anwendung. Kräuter und heimische Pflanzen werden verdrängt.

Laut Fachliteratur frisst eine Wühlmaus pro Tag etwa 120 Gramm Wurzelmasse, das sind bei 100 Tieren 300 Kilogramm im Monat. Dabei gräbt eine Maus einen Gang von etwa 40 Metern Länge und verdrängt dabei 60 bis 80 Liter Erde. Auf 100 Tiere umgerechnet sind das etwa sechs bis acht Kubikmeter Boden (Quelle: Landwirtschaftsministerium)

Laufspuren von Mäusen

Der Storch profitiert

Von dem reichlichen Nahrungsangebot an Mäusen profitiert der Storch.

In Niedersachsen ließen sich 1133 Weißstorchenpaare nieder die 2463 Jungstörche zur Welt brachten. Soviel wie noch nie, wie der Naturschutzbund Niedersachsen mitteilte.

Desweiteren sollten auch andere Tiere von dem Überangebot profitieren. Doch der Mäusebussard ist hier relativ wenig vorhanden weil die landwirtschaftlichen Flächen kaum oder keinen Ansitz bieten.

Hier im Gänsedurchzugsgebiet sind keine Bussarde erwünscht und wird auch nicht unterstützt. Auch Füchse haben es hier schwer. Es gibt oder gab sogar eine EU-Fangprämie. Man will die Gänse weitgehend schützen.

Der Hantavirus

Der Hantavirus wird von der Rötelmaus übertragen. Sie ist ebenfalls Gewinnerin der trockenen Jahre und der damit gestiegenen Mäusepopulation.

Es gab in Niedersachsen eine stark angestiegene Zahl an Erkrankungen am Hantavirus.

An dem Virus kann sich der Mensch durch direkten wie indirekten Kontakt anstecken. Indirekt passiert das oft durch ungewollten Kontakt mit dem Mäusekot zum Beispiel beim reinigen eines Geräteschuppens.

Dabei reicht schon der aufgewirbelte Staub der noch Tage nach dem absetzen eine Infektion hervorrufen kann.

Die Symptome sind Fieber, Übelkeit und Kopfschmerzen bis hin zum Nierenversagen. Hierzulande sterben etwa 1% an einer Infektion.

In manchen Ländern, besonders in Amerika, sterben bis zu 50% an dem Virus.

Das liegt daran dass wir es in Deutschland eher mit einem weniger aggressiven Virus zu tun haben und die gesundheitliche Vorsorge gut ist (siehe auch Apothekenumschau).

Der Hantavirus wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Auch eine Übertragung von Hund / Katze auf den Menschen ist nicht bekannt.

Hund und Katze übrigens sind, laut Robert-Koch-Institut) vom Hantavirus nicht betroffen. Zwar können diese Vierbeiner sich infizieren, das bleibt aber Folgenlos.

Ich selbst hatte schon mal Mäuse im Haus. Seit dem ich weiß dass sie auch das Hantavirus übertragen können, finde ich das gar nicht mehr so angenehm.

Mit den starken Niederschlägen im bisherigen Winter dürfte die Population stark zurückgehen.

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