Der erste Eindruck

Der erste Eindruck ist unumkehrbar. Er läßt sich möglicherweise noch modifizieren, aber der Grundton bleibt bestehen.

Der erste Eindruck wird häufig gleich gesetzt mit einem gepflegten Äußeren wie Kleidung, Frisur und Schuhe. Das sind die Dinge mit der man die Umwelt konfrontiert, auch wenn man sonst überhaupt nicht in die echte Kommunikation geht. Jeder wird sich ein Bild machen das meistens auf Erfahrungswerten beruht. Dabei müssen die Erfahrungswerte nicht selbst gemacht sein, sondern können auch durch Medien vermittelt sein.

Wie wichtig der Ersteindruck ist und noch längst nicht überholt ist, sieht man am Beispiel Auto. Würden Sie zu einem Bewerbungsgespräch mit einem total verschmutzten Auto fahren? Eher wären die Schuhe nicht perfekt als das Auto.

Obige Beispiele sind die bekanntesten Beispiele für den guten ersten Eindruck. Es gibt viel subtilere, aber nicht weniger wichtige Vertreter der Kategorie Ersteindruck.

Haustüren zum Beispiel können einladend oder abweisend sein. Dieser Ersteindruck, wenn man vor einer, vielleicht fremden Türe steht ist sehr intensiv, auch wenn sich vieles unbewußt abspielt. Schließlich sind wir im Begriff eine Schwelle zu übertreten und in fremdes Terrain einzudringen. Es spielt sich ein Feuerwerk an Eindrücken und Abschätzungen ab. Gehen Sie mal bewußt an eine Tür, am besten bei einer Behörde. Sie werden sich dieser Gefühle gewahr. Wir sind auf Gefahr, Flucht oder Angriff eingestellt.

An unserer Haustüre können wir es dem Besucher einfacher machen und durch Gesten Gastfreundlichkeit signalisieren. Zum Beispiel durch Haustüren mit Glas, das dem Besucher Offenheit signalisiert.

FußmatteAuch eine Fußmatte kann dieses Gefühl stark beeinflußen. Sie ist ein Zwischending von draussen und drinnen. Wir haben die Möglichkeit durch Motive etwas von uns preisgeben, wir können das erste „Hallo“ von uns geben und die Hand reichen, bevor man sich überhaupt gesehen hat. Wir vermitteln mit dieser Fußmatte dem Besucher einen Eindruck.

Wir geben durch die Fußmatte noch viel mehr. Wir geben dem Besucher vor der Haustüre Sicherheit.

Sicherheit, weil der Besucher sich möglicherweise unsicher fühlt, weil der Weg schmutzig war und er die Schuhe abputzen möchte.
Sicherheit, weil er sich die Schuhe abputzen kann, auch wenn die Schuhe nicht schmutzig sind. Das ist im weitesten Sinne eine Geste der „Anerkennung des Hausrechtes“. Evolutionsbiologisch eine Unterwerfungsgeste oder das Bekunden der friedlichen Absicht. Diese Möglichkeit nicht zu bieten kann Unsicherheit erzeugen. Im schlimmsten Fall wird dieses schon als Gastunfreundlich eingestuft.

Es ist also nicht nur höflich, wenn sich der Gast die Schuhe abputzt, es ist von uns eine Höflichkeitsgeste, eine Fußmatte bereit zu stellen. Wir bieten die Möglichkeit, dass der Gast ein „Friedensangebot“ durch Anerkennung des Hausrechtes abgeben kann. Natürlich können daraus auch wir unsere Rückschlüsse ziehen.

Ähnlich verhält es sich mit einer Fußmatte in der Wohnung. Ein paar Quadratzentimeter neutraler Boden bevor das Revier betreten wird.

In anderen Kulturen übernimmt die Fußmatte viel stärker als hier die Funktion der Reinheit. Die Schuhe bleiben auf der Fußmatte stehen und man betritt den eigentlichen Boden ohne Schuhe. Das ist auch eine verkürzte Geste der inneren Reinheit die besagt, man bringt keine bösen Geister oder Gedanken mit. Auch das gab es in unserem Kulturkreis, sogar sehr ausgeprägt.

Natürlich gibt es nicht nur Fußmatten im Haustürbereich. Man findet Fußmatten auch vielfach im Innenbereich. Entweder aus Sicherheitsgründen, als Brücke zwischen verschiedenen Wohnbereichen oder als Signal, dass ab hier es gewünscht ist, mit sauberen Schuhen weiter zu gehen. Machen Sie sich mal auf die Suche nach diesen Zeichen und Signalen. Es ist eine spannende Suche um eine Fußmatte, die scheinbar so unscheinbar ist weil selbsterklärend. Setzen Sie selbst Signale mit einer günstigen Fußmatte und beobachten Sie die Reaktionen.

Roland Engert

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In Bayern geboren, in Ostfriesland lebend.

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