Fluchtburg Ostfriesland

Pappnase

Ostfriesland wird in diesen und kommenden Tagen zur Fluchtburg.

Als Trutzburg gegen Fasching und Karneval, gegen Allaf und Hellau, gegen Närrinnen und Narren (naja, die gibts hier auch ganzjährig) und Prinzenpaare, die grinsend den Winkemann / Frau in einer Pappmachékulisse machen, trotzt Ostfriesland wie gewohnt gegen den Sturm des Dumpf- und Stumpfsinns.

„Aaah, da ist die Spaßbremse“ wird da manch Leser sagen. Da sitzt ein vom Leben benachteiligter und spritzt Gift und Galle in die Welt. Meine Freude darüber, dem Karneval und Fasching zu entkommen hat nichts mit Spaßbremse zu tun, eher damit, dass ich keinen Alkohol trinke, der zweifellos nötig ist, um sich über Kamellen und sich übergebende Mitmenschen zu erfreuen.

Ich liebe Traditionen und unterstütze wo ich kann die Pflege von Traditionen. Denn ohne diese ist es schwierig eine Wurzel, eine Heimat zu entwickeln. Je ursprünglicher die Tradition, desto besser. So finde ich alte Faschingstraditionen, z.B. die Fasnacht als sehr spannend. Finde es spannend, den Winter mit Feuerscheiben und Goaslschnalzn auszutreiben.
Ich bin sehr dagegen, Traditionen zum Kommerz verkommen zu lassen. Ob Weihnachtsmarkt, Ostern oder auch Karneval, kaum ein Unterschied auf den meisten Veranstaltungen, wichtig nur der Konsum.

Wäre ich Winter, ich würde sicherlich aus den Karnevalshochburgen Alaaf und Hellau fliehen und einen Augenblick bei der Fasnacht verweilen.

Aus Erfahrung weiß ich, auch in der Karnevalstrutzburg Ostfriesland zieht irgendwann der Frühling ein und der Winter geht, ohne Pappnase und Tataa, tataa, tataa.

Roland Engert

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