I pull my blue jeans on, oder: Wie die Jeans den Tag versüßt

Jeans
Jeans

When I wake up in the mornin‘ light
I pull on my jeans and I feel all right

Das sind die ersten Zeilen eines One Hit Wonders von David Dundas aus dem Jahre 1976. Er besingt in seinem Lied die Freiheit und die Lebenslust. Sein Tag beginnt damit dass er in seine Jeans schlüpft und sich wohl fühlt. Danach schwingt er sich auf sein Motorrad und genießt den Tag.

Ich kann sein Gefühl nachempfinden. Es gibt für mich kaum ein Kleidungsstück das angenehmer zu tragen ist. Vorausgesetzt dass die Jeans eine ordentliche Qualität hat und gut sitzt. Ein gutes T-Shirt dazu und man ist auf sehr ansehnliche Weise gekleidet.

Die Blue Jeans, ein Siegeszug

Der Song ist inzwischen längst Vergangenheit, die Jeans ist geblieben und wird es noch lange tun. Doch machen wir zunächst einen kleinen Ausflug in die Jeansgeschichte die wie kaum eine andere Geschichte voller Spannung steckt.

Erfinder der Jeans ist Levi Strauss, ein Auswanderer aus der Nähe von Bamberg, denkt man. Das stimmt nur zum Teil, denn einen wesentlichen Beitrag lieferte der Schneider Jacob Davis.

In Zeiten des Goldgräberrausches war der Bedarf nach robuster und praktischer Kleidung groß. Der Schneider Jacob Davis kam auf die Idee Nähte und Taschen zusätzlich mit Nieten zu verstärken. Er wandte sich an Levi Strauss und gemeinsam meldeten sie am  20. Mai 1873 das Patent für die Jeans an. Das war der Start eines Kultes der bis heute ungebrochen ist.

Der Name Jeans leitet sich von einer französischen Stadt ab. Levi Strauss importierte sogenannten Denim da ihm Segeltuch und Hanffasern zu schwer und zu dick waren. Sein Stoff kam aus dem französischen „Gênes“ was in in Amerika schnell zum aussprechbaren Jeans umgewandelt wurde.

Soziale Stellung

James Dean
James Dean

Mit der Jeans, die übrigens lange auch Nietenhose hieß, verbinden die meisten so etwas wie Freiheit und Unabhängigkeit. Die Jeans fällt in die Kategorie was uns der Marlboromann sagen will, nur wesentlich gesünder.

Dieser Drang nach Freiheit, dem lossagen alter verkrusteter Strukturen, war stark von der Jeans geprägt. Sie war das Kleidungsstück das die Befreiung von verhärteten Gesellschaftsformen begleitete.

Ihren Ruf als Rebellenhose wurde durch James Dean nachdrücklich gefestigt. Damals eine Jeans zu kaufen und öffentlich zu tragen war ähnlich abenteuerlich wie ein Kind ohne Vater zu bekommen, sich zur Gleichgeschlechtlichkeit zu bekennen oder gegen den Paragraphen 218 zu demonstrieren. Den Siegeszug der Jeans kann man getrost als Revolution ohne Waffen bezeichnen.

Die Jeans ist eine persönliche Einstellung zu sich und der Mitwelt und keine Hose.

Modische Entwicklungen

Das ist so eine Sache mit der Mode. Bei mancher Entwicklung kommt man sich wie ein Beta Tester vor. Gestern noch der große Hecht in der Disco und heute wagemutig mit der neuem Jeans unterwegs und man taugt nicht mal mehr als Futterfisch.

In meinen Augen durchlief die Jeans Modeerscheinungen die sie wahrlich nicht verdient hat. Manchmal denke ich das ist die späte Rache unserer Eltern die sich gegen die Jeans, übrigens auch gegen Turnschuhe, erfolglos gewehrt haben.

Für mich gibt es nur eine Jeansform, die klassische, am liebsten mit Knöpfen. Für mich gibt es keine eingenähten Streifen, keine Karottenform, keine Schlaghosen, keine sackartigen Skaterhosen, keine Dreiviertelhosen oder sonstige Strafmaßnahmen gegen die Jeans. Das ist für mich Stoffverschwendung der bösartigen Art.

Was ich allerdings mag sind stonewashed und used look. Das sind Jeans die man bereits beschädigt kauft aber einen coolen Look haben.

Mein Verhältnis zur Jeans

Ja, ihr lest richtig, ich pflege ein Verhältnis zu meiner Jeans. Wenn wir auch manchmal getrennt sind, so spüre ich genau wie sie an mich denkt sowie ich auch an sie.

Ich verwöhne meine Jeans mit den besten Accessoires wie echte Ledergürtel und Bikerboots. Die Jeans verwöhnt mich ihrerseits mit einem durchströmenden Selbstbewusstsein.

Sie toleriert meinen deutlichen Bauchansatz – noch, motiviert mich aber nachdrücklich das zu ändern sonst wird sie mich verlassen. Wer will schon dass einen die Jeans verlässt, ich jedenfalls nicht.

Aber sollte es dazu kommen, dann wird es wieder eine Jeans, zum Beispiel von der Jeans-Meile.de, in hoher Qualität und in klassischer Form. Denn nur eines ist schlimmer als lapprige und schlecht sitzende Jeans, weiße Tennissocken in Sandalen.

Roland Engert

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3 thoughts to “I pull my blue jeans on, oder: Wie die Jeans den Tag versüßt”

  1. Ich bin für die Jeans, definitiv. Am liebsten auch die „ganz normale“ , darf aber gerne auch ein wenig kaputt sein. Nur nicht am Popo. Dazu bin ich auch etwas zu alt. Leider musste ich mich wegen gerade diesen Rissen wieder mal von einer heißgeliebten Jeans trennen. Der Fahrradsattel ist wohl etwas zu hart …
    Ich werde mir natürlich wieder Jeans kaufen, habe schon ein wenig gestöbert, die Auswahl ist groß und wirklich für jeden was dabei.
    Grüße aus dem im Meer (…) versunkenen Bayern

  2. Vielleicht solltest du statt Jeans lieber Anglerhosen kaufen. Das hält dann ein bisschen vor bei dem vielen Regen. *gg*

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